Volle Fahrt voraus für die Oldtimerfreunde

Faistenhaarer Oldtimerfreunde dürfen sich über Bezuschussung freuen

Die Oldtimerfreunde der Gemeinde Brunnthal haben hauptsächlich landwirtschaftliche Oldtimer in ihrem Repertoire. Dieses Bild zeigt einen Traktor der Firma Porsche aus dem Jahr 1961.
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Die Oldtimerfreunde der Gemeinde Brunnthal haben hauptsächlich landwirtschaftliche Oldtimer in ihrem Repertoire. Dieses Bild zeigt einen Traktor der Firma Porsche aus dem Jahr 1961.

Brunnthal – Seit über 30 Jahren gibt es nun schon den Verein der Faistenhaarer Oldtimerfreunde. Die Feste und Veranstaltungen, die der Verein organisiert, seien „legendär“ und einem „Volksfest ähnlich“, wie Gemeinderätin Gerda Handl in der jüngsten Gemeinderatssitzung durchklingen ließ. Die Oldtimerfreunde stellten den Antrag, einen Stadel am Faistenhaarer Wasserwerk aufzustellen und benötigen für diese Arbeiten einen Zuschuss von der Gemeinde. Momentan würden die Oldtimer in den privaten Garagen der Mitglieder ihren Platz finden und dort vor Wind und Wetter geschützt werden. Lange war für den Verein klar: Sie brauchen einen Stadel. 

Als sich just die Gelegenheit ergab, einen Stadel günstig zu erwerben, schlug der Verein zu, baute diesen am alten Standort ab und will ihn nun neu am Wasserwerk aufbauen. Da jedoch einzelne Teile des Stadels ersetzt oder restauriert werden müssen, kann der Verein die nötigen Mittel nicht allein aufbringen. Für den Stadel selbst und Hilfsarbeiten nahmen die Oldtimerfreunde bereits knapp 6000 Euro aus eigener Tasche in die Hand. Robert Huber, Gemeinderatsmitglied (PWB) und selbst ein Oldtimerfreund, trug den Antrag vor. Im Haushaltsplan für das Jahr 2020 waren 75.000 Euro für diesen Zweck eingestellt, konkret beantragt waren jedoch nur 50.000 Euro. 

Der Standort am Wasserwerk in Faistenhaar wäre ideal ,denn er biete viel Platz und sei schon länger im Auge des Vereins. „Eigentlich ist das schade um den Platz“, sagte Huber, da alle Überbleibsel jeglicher Bauarbeiten stets dort abgeladen werden würden. Den Stadel abzubauen und die Räumungsarbeiten der Überbleibsel am gewünschten Standort kosteten die Vereinsmitglieder bisher schon 168 Arbeitsstunden. Robert Huber betonte zudem: „Alles, was wir machen, schenken wir der Gemeinde. Denn der Grund gehört der Gemeinde, den der Verein pachten würde.“ 

Außerdem hob er nochmal hervor, dass es sich bei den Oldtimern nicht um Privatfahrzeuge, sondern um hauptsächlich landwirtschaftliche Oldtimer handle. Hilde Miner (Grüne) lobte den Arbeitseinsatz des Vereins: „Ich finde es klasse, dass in Brunnthal das Vereinsleben so toll gelebt wird“. Sie halte das Vorhaben für sehr unterstützenswert, doch behagte ihr der Standort nicht. „Die alten Fahrzeuge direkt neben dem Wasserwerk – die verlieren mit Sicherheit Öl. Das macht mir Sorgen.“ 

Zudem erinnerte sie an die haushaltsschwere Situation. „Uns brechen viele Einnahmequellen weg. Ich würde den Verein bitten, noch etwas mit der Geldausgabe zu warten.“ Thomas Mayer, der den Ersten Bürgermeister, Stefan Kern vertrat, gab Miner recht. „Selbstverständlich stehen wir vor einer unsicheren Zukunft. Trotzdem ist es wichtig, so eine Gemeinschaft zu unterstützen.“ 

SPD-Frau Christine Zietsch pflichtete Miner bei und appellierte, der Verein solle wegen der undurchlässigen Finanzlage den Investitionswunsch um ein Jahr verschieben. Helmut Vorleitner (CSU) verstand die Gegenwehr seiner Gemeinderatskollegen nicht. „Ich halte es für unwürdig, so engagierten Bürger abzusagen. Vor allem, wenn die Gemeinde auch noch Eigentümer des Grundes ist.“ Vorleitner unterstrich die Eigenleistung des Vereins. „Stimmen wir heute dagegen, ist es eine Absage an jedes Engagement und Eigenleistung.“ 

Huber sprach ebenfalls das Argument aus, dass der Verein nahezu alles selbst machen möchte, nur die Betonarbeiten und die Zimmererarbeiten können nicht allein bewerkstelligt werden, doch wollen die Mitglieder weiterhin großen Arbeitseinsatz für ihren Stadel zeigen. Deshalb schlug Huber vor, den Zuschuss­antrag von 50.000 Euro auf 45.000 Euro zu setzen, da die Vereinsmitglieder selbst insgesamt 15.000 Euro Eigenanteil und tatkräftige Arbeitsleistung einbringen wollen. 

Nach dem ergänzenden Wunsch von Michael Lechner (Grüne), den Stadel auch für andere Vereine nutzbar zu machen, wie beispielsweise den Burschenverein, stimmte der Gemeinderat mit 17 zu drei Stimmen für den Bau des Stadels am Wasserwerk in Faistenhaar und damit auch die Bezuschussung von 45.000 Euro. Auch wurde darüber abgestimmt, dass der Bauantrag zum Neubau eines Vereinsstadels zu Lagerzwecken ohne Behandlung im Bauausschuss durch den ersten Bürgermeister behandelt wird. 

Melanie Schröpfer

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