Streitthema Mehrzweckhalle sorgt für heftigen Disput

Brunnthaler Haushaltsplanung nur knapp durchgewunken

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In Brunnthal wurde in der ersten Gemeinderatssitzung des Jahres heftig diskutiert. Thema war der Wunsch nach einer Mehrzweckhalle.

Brunnthal – Nicht nur knapp sondern vor allem hitzig ging es in der ersten Gemeinderatssitzung des neuen Jahres her. Der Haushaltsplan, der die Finanzplanung von 2020 bis 2023 darstellt, wurde von der Brunnthaler Verwaltung erstellt. Klar strukturiert ist für die nächsten drei Jahre aufgelistet, welches Budget für welchen Kostenträger zur Verfügung steht. Im Gemeinderat sollte dieser Plan nun endgültig abgesegnet werden, doch wurde der Entscheid mit sieben zu fünf Stimmen nur knapp durchgewunken. Als Bürgermeister Stefan Kern erläuterte, dass das Gesamtbudget rund 19,5 Millionen Euro umfassen soll, war es noch ruhig im Sitzungssaal. 

Knapp 1,1 Millionen Euro sind für den Ausbau der Wasserversorgung vorgesehen, außerdem eine halbe Million Euro für die Schaffung von Einheimischen-Wohnraum, und die Ortsmitte Brunnthals ist mit rund einer Million Euro veranschlagt. Doch als dann das Thema der Feuer­wehrausbauten in Brunnthal in Höhe von gut 700.000 Euro aufkam, ging die hitzige Debatte los. Kern berichtete dabei, dass Ayings Modell, eine Stelle für die Gerätewartung zu schaffen, eine gute Überlegung wäre, da die Wartung für einen Ehrenamtler nicht zu bewältigen sei. Sylvester Schuster (UBW) nahm das zum Anlass, sich zu Wort zu melden. 

Er beklagte, dass „man für alles Geld hat, aber nicht für Sport und Jugend.“ Gemeint war damit der gewünschte Bau einer Mehrzweckhalle, den besonders Matthias Amtmann, ebenfalls Mitglied der UBW, begrüßen würde. Dieser ist Vorsitzender des TSV Brunnthal und würde sich für alle Vereine wesentlich mehr Geld wünschen, um die Planung einer Mehrzweckhalle voranzutreiben. Tatsächlich sind in diesen Kostenpunkt für das Jahr 2020 nur 25.000 Euro eingerechnet. Der Meinung der UBW nach, könne mit dieser Summe keine Zukunftsmusik gespielt werden. 

Schuster machte Kern während des Disputs zum Vorwurf, die Vereine gegeneinander auszuspielen und sich aus allem komplett raus zu halten: „Da passiert nix. Zumindest nicht unter dem Bürgermeister.“ Darüber war Stefan Kern empört und forderte das Ratsmitglied auf, diese Aussage zurückzunehmen. Schuster hingegen verfestigte seine Aussage: „Wir wollen in Brunnthal eine Mehrzweckhalle und keine Turnhallenbeteiligung in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Du tust gar nix.“ Bürgermeister Kern verteidigte sich und stellte klar, dass die Vereine bisher kein Nutzungskonzept aufgestellt hätten. Und das seit über zwei Jahren. Außer des politischen Antrages, mehr Geld zu erhalten, sei nichts seitens der Vereine gekommen. 

Thomas Mayer (CSU), zweiter Bürgermeister, unterstützte Kern, brachte aber auch Verständnis für Amtmann auf. Er lobte die Arbeit Amtmanns, müsse aber fairerweise sagen, dass das Geld, das immer gestellt wurde, gar nicht genutzt und in Anspruch genommen wurde. Auch Fraktionskollege Fabian Sass (CSU) fügte hinzu, dass er nicht verstehe, warum die Gemeinde das Planen übernehmen und weiter Geld reinstecken solle, wenn von den Vereinen keine Nutzungsvorstellungen vorliegen würden. Für Grünen-Bürgermeisterkandidatin Hilde Miner aber war klar, dass es eine Kooperation zwischen der Gemeinde und den Vereinen geben müsse. Denn „die Vereine können nicht einfach Geld ausgeben, das liegt bei der Gemeinde und der Verwaltung.“ 

Außerdem fand Miner, gebe es für Mädchen kaum sportliches Angebot. Denn Mädchen würden nun mal mehr Hallensportarten, wie Handball und ähnliches, spielen. „Und deshalb will ich die Halle bald sehen“, machte Miner unmissverständlich klar. Christina Schmidt (CSU) versuchte zu vermitteln und erklärte, dass es für die Verwaltung der Gemeinde sehr schwierig sei, alles einzustufen. Schließlich wisse die Gemeinde nicht, welche Punkte für die Vereine, beim Bau einer Mehrzweckhalle, wichtig wären. Schmidt stieß den Vorschlag an, dass die zwei großen Vereine sich zusammensetzen und in die Konzeptionsarbeit gehen sollen. 

Das CSU-Mitglied stellte den Ratsmitgliedern die Frage: „Soll die Gemeinde den Vereinen jetzt einfach was vorsetzen, damit hinterher herauskommt, dass die Vereine letztlich doch eine andere Aufteilung, mehr Umkleidekabinen oder ähnliches gebraucht hätten?“ Die CSU war sich einig, versuchte ihren Standpunkt klarzumachen und zu schlichten: „Das Geld ist doch da“, hieß es von der CSU. Und das würden die Vereine auch kriegen, doch müsse erst das Konzept folgen, nur dann könne der Gang zum Planer erfolgen.

„Fakt ist: Wir alle wollen doch die Mehrzweckhalle“, fügte Christina Schmidt zu ihrem Vorschlag hinzu. Matthias Amtmann aber rieb sich weiter daran, dass Bürgermeister Kern sich herausziehe. „Der Antrag war: Die Verwaltung wird beauftragt, die Planung einer Halle aufzunehmen und an den Bürgermeister zu stellen. Und der Bürgermeister hat es aber wieder an die Vereine zurückgegeben.“ Kern bezog Stellung: „Seit zweieinhalb Jahren sind erst alle Vereine Schuld, dass nix vorwärts geht und jetzt soll‘s ich sein.“ 

Da das Ursprungsthema in der ersten Gemeinderatssitzung aber in der Haushaltsplanung lag, stellte Thomas Mayer abschließend die Frage an Amtmann, wieso dieser nicht schon früher etwas gesagt habe – zum Beispiel in der Haushaltssitzung. Das wusste Amtmann selbst nicht. „Aber es glaubt eh keiner mehr, dass das noch mal was wird.“, so Amtmann abschließend. 

Melanie Schröpfer

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