Busangebot auf Knopfdruck

Brunnthaler Fahrgäste können bald auf On-Demand Angebot zurückgreifen 

Bushaltestelle der Linie 216 und 244 in Brunnthal Ort.
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Für zwei Jahre ist Brunnthal in das neue On-Demand-Verkehrs-­Pilotprojekt involviert.
  • vonMelanie Schröpfer
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Der Brunnthaler Gemeinderat wurde in der letzten Sitzung des vergangen Jahres in das On-Demand-Pilotprojekt im Landkreis München eingeführt. Ab 2022 soll ein Busangebot ausgeschrieben werden, das an das digitale Zeitalter angepasst ist. 

Viele Landkreisbürger kennen es: Die S-Bahn hat Verspätung und der Bus, der einen vom Bahnhof nach Hause bringt, ist längst weg. Blöd, wenn das der letzte Bus des Tages war.

Für einige ist es deshalb einfacher, mit dem Auto zur S-Bahn-Haltestelle zu fahren, um unabhängig von Verspätungen, schnell und sicher zu Hause anzukommen. Doch ist dies nicht die umweltweltfreundlichste Variante. Im südöstlichen Landkreis München soll nun deshalb ein On-Demand-Verkehrs-Pilotprojekt gestartet werden. On-Demand – was heißt das eigentlich? In vielen Regionen Deutschlands sind sogenannte „On-Demand-Busverkehre“ bereits im Einsatz. „On-Demand“ bedeutet übersetzt „auf Bestellung“ oder „auf Abruf“.

Das Prinzip funktioniert so, dass der Fahrgast bestimmt, wann und wohin er fahren möchte. Das Konzept ist ähnlich wie bei einem Anrufsammeltaxi (AST). Meistens wird das AST abends gerufen, wenn der reguläre Linienbus nicht mehr verkehrt. Ein kleinerer Bus, der die Fahrgäste abholt. Solche „Bedarfsverkehre“, wie auch das neue On-Demand-Pilotprojekt sind eine sinnvolle Ergänzung zum regulären ÖPNV, weil sie genau dann und dort eingesetzt werden, wo sich klassische Nahverkehrslinien nicht lohnen oder wo das Angebot verdichtet oder ersetzt werden soll.

Das besondere bei der On-Demand-Variante ist, dass der Fahrgast seinen Fahrtwunsch via Smartphone-App äußert. Er gibt seinen Standort an und bucht die Fahrt. Das Shuttle­fahrzeug – in der Regel ein Kleinbus – holt ihn ab und bringt ihn unabhängig von Haltestellen und Fahrplänen flexibel zu seinem Wunschziel. Neben Brunnthal werden alle Gemeinden, die zur S-Bahnhaltestelle Sauerlach zielen, in dieses Pilotprojekt einbezogen. Sprich: Aying, Sauerlach und Brunnthal. Kirchstockach allerdings nicht. Befristet sei das Pilotprojekt auf zwei Jahre.

Christine Zietsch (SPD) erkundigte sich in der Gemeinderatssitzung nach der Perspektive, nach Ablauf dieser beiden Jahre. Bürgermeister Stefan Kern erklärte, dass es zunächst darum gehe, zu evaluieren, „zu welchen Takten die Leute fahren“ und Bedarf bestehe. Im Moment sei das On-Demand-Angebot noch recht teuer, weil der Bus nicht nur per Smartphone bestellt werden kann, sondern auch für diejenigen, die kein Smartphone besitzen, per Telefon verfügbar sein soll.

Die Zentrale, die die Anrufe entgegennimmt, sei dabei rund um die Uhr besetzt. Generell sei das Ziel aber, dass große Busse insgesamt möglicherweise ausgedünnt werden können. 2022 werde das Projekt ausgeschrieben und dann könne es losgehen. Allerdings, so Kern: „Zu Verkehrsstoßzeiten werden die großen Busse sicherlich weiter fahren.“ Es gehe konkret um die Randzeiten.

Melanie Schröpfer

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