„Es geht um die nächste Generation“

Brunnthal schließt sich Zweckverband mit Oberhaching und Sauerlach an

Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle kam in die Sitzung, um dem Brunnthaler Gremium die Argumente für einen Beitritt in einen gemeinsamen Schulzweckverband vorzutragen.
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Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle kam in die Sitzung, um dem Brunnthaler Gremium die Argumente für einen Beitritt in einen gemeinsamen Schulzweckverband vorzutragen.

Nach dem Abwägen des Für und Wider entschied sich die Gemeinde Brunnthal zum Anschluss an einen weiteren Schulzweckverband.

Brunnthal – Immer mehr Bürger zieht es in die Münchner Landkreiskommunen. Die unmittelbare Nähe zur Stadt und die Vorteile des Gemeindelebens machen den Landkreis für viele immer attraktiver. Das soll sich so schnell auch nicht ändern: Mit mehr als 435.000 Einwohnern im Jahr 2039 rechnet der Planungsverband nach den Prognosen für den Landkreis München (Stand Juli 2020). Das sind 85.000 Menschen mehr als heute.

Mit den steigenden Einwohnerzahlen wird dementsprechend auch der Bedarf an Schulplätzen weiter zunehmen. Für den geplanten Schulcampus in Oberhaching kam der dortige Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) nach Brunnthal, um die Kommune von einem Beitritt in den Zweckverband „Staatlich weiterführende Schulen im Süden des Landkreises München“ zu überzeugen.

„Schulen sind notwendig. Es ist eine riesen Arbeit und eine große Herausforderung für die Verwaltung. Doch wir haben die Verantwortung für die Kinder; und der stellen wir uns auch“, sagte Schelle eingangs seines Vortrags. Eindringlich machte der Oberhachinger Bürgermeister dem Gremium klar, wie wichtig ihm dieses Anliegen ist. Denn eigentlich hatte sich Brunnthal gegen einen weiteren Beitritt in einen Zweckverband ausgesprochen. Schelle verdeutlichte daher: „Es geht um die Kinder. Die sind da. Und es kommen weitere dazu. Es geht um die nächste Generation.“ Dem pflichtete Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU) bei. „Ich kann den Vortrag von Stefan Schelle nur bestärken.“

Warum Brunnthal zunächst gegen einen weiteren Zweckverband war, legte Matthias Amtmann (UBW) dar. Es gehe um das Mitspracherecht als kleine Kommune und darum, dass „wir nicht unbedingt in der Lage sind, Summen zu zahlen. Wir sollen uns auf Höhenkirchen und Hohenbrunn konzentrieren und nicht noch einem weiteren Zweckverband beitreten.“ Schelle aber versicherte, der Einfluss der Kommune sei in kleinen Zweckverbänden größer.

Würde Brunnthal dem Zweckverband nicht beitreten, würde der Zweckverband Südost größer werden, doch sei dies in den Augen Schelles langfristig nicht besser, da es auch in Brunnthal einen steigenden Bedarf an Schulplätzen geben werde. Außerdem würde Brunn­thal nur pro Kopf bezahlen. Je nach Anzahl der Kinder in der jeweiligen Schule müsse der anteilige Beitrag nach Oberhaching oder Sauerlach bezahlt werden. Denn Sauerlachs Gymnasium sei ebenfalls im Zweckverband. 

„Je mehr Angebote es an Schulen gibt, desto besser. Gezahlt wird nur dafür, wo das Kind hingeht“, stellte Schelle klar. Mehrkosten würden daher nicht entstehen. Andreas Langner (CSU) erkundigte sich nach den Zahlen und wollte wissen, welche Kosten in den ersten Jahren auf die Gemeinde zukämen. Oberhachings Bürgermeister erklärte, dass die Gemeinde in den ersten Jahren keine Kosten begleichen müsse. Erst nach fünf Jahren werde abgerechnet. Diese Jahre werden durch den Kredit finanziert.

Grundsätzlich soll das Projekt fremdfinanziert werden und über 25 Jahre getilgt werden. Das laufende Geschäft zahle der Landkreis. Sauerlach, Brunnthal und Oberhaching würden eine staatliche Förderung kriegen. Reparaturen, wie beispielsweise das Weißeln, bezahle der Landkreis. Jedoch einen laufenden Anteil müssen die Kommunen selbst zahlen, die Kosten für Sozialpädagogen. Im Jahr wären das ungefähr 40.000 Euro.

Insgesamt schien Schelle viele Sorgen aus dem Raum zu schaffen. Helmut Vorleitner Junior (CSU) war zunächst auch skeptisch, lenkte jedoch ein: „Ich sehe keine Risiken, nur den Mehrwert. Ganz ehrlich: Wir investieren in die Bildung und das ist unser höchstes Gut.“

Ein weiterer Pluspunkt für den Beitritt in den Zweckverband sahen einige Gremiumsmitglieder in der Nutzung der Turnhalle. Thomas Mayer sprach sich für die aktive Mitgestaltung und die außerschulische Nutzung aus, denn dass Brunnthal sich in absehbarer Zeit eine eigene Mehrzweckhalle leisten könne, zweifelte er an. Mit 18 zu zwei Stimmen trat Brunnthal nun doch in den Zweckverband ein.

Melanie Schröpfer

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