Eigenheim wird bezahlbar

Brunnthal fördert sozialen Wohnraum

Außenansicht des Brunnthaler Rathaus an der Münchner Straße
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Der Gemeinderat bestimmte in der letzten Sitzung vergangenen Jahres die Förderung sozialen Wohnraums.
  • vonMelanie Schröpfer
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Der Brunnthaler Gemeinderat tagte zum letzten Mal für 2020 im Dezember letzten Jahres. Unter anderem war auf der Tagesordnung ein Punkt, über den sich mancher Bürger, der in Brunn­thal bleiben möchte, freuen dürfte: Soziale Wohnraumförderung.

Brunnthal - „Die Köpfe zusammenstecken? Gibt‘s nimmer.“ Das sagte Bürgermeister Stefan Kern mit einem Lächeln, das von seiner Maske bedeckt wurde, zu Beginn der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2020 in Brunnthal.

Los ging die Sitzung mit einem Punkt, der einige Bürger freuen dürfte. Denn es ist kein Geheimnis, dass die Mieten und Grundstückspreise in und um München herum exorbitant hoch sind und gerade junge Familien oft nicht das nötige Kleingeld für das eigene Heim parat haben. Deshalb will die Gemeinde den Wunsch um das Eigenheim fördern.

„Wer kein Geld hat oder keines von der Bank bekommt, kann von der Gemeinde das Erbpachtrecht erhalten“, erklärte Bürgermeister Stefan Kern. Erbpacht oder auch Erbbaurecht genannt, bedeutet, das Grundstück gehört weiterhin der Gemeinde. Diese stellt es dem Interessenten gegen einen Zins zur Verfügung. Das Haus, das auf dem Grundstück steht, gehört jedoch dem Eigentümer und damit nicht der Gemeinde.

So kann der Wunsch vom Eigenheim zu einem günstigeren Preis realisiert werden, weil die hohen Grundstückskosten entfallen. Derzeit liege der Erb­bauzins bei zirka 3,6 Prozent. Bürgermeister Kern schlug eine Einigung auf einen Vergleichszinssatz vor. Dieser soll bei 1,5 Prozent liegen. Gebaut werden sollen zwei Doppelhaushälften, zwei Wohnungen mit Balkon und zwei Wohnungen mit Garten. „Es ist eine Mentalitätsfrage, ob jemand Rasenmähen möchte oder nicht“, sagte Kern.

Außerdem sollen zwei weitere Häuser entstehen. Auch könne sich die Gemeinde vorstellen, je nach Nachfrage, weitere Grundstücke zur Verfügung zu stellen. Christine Zietsch (SPD) hält den Bodenpreis von 1.000 Euro je Quadratmeter für zu hoch. Sie sei eher für 800 bis 850 Euro. Zwar habe sie zuvor den 1.000 Euro zugestimmt und stehe auch dazu, doch wollte sie eine mögliche Vergünstigung anmerken. Bürgermeister Kern hielt dagegen.

In Otterloh liege der Preis bereits bei 1600 bis 1700 Euro. In Brunnthal seien es 2000 Euro. „Ich denke, es ist schon ein ganz guter Preis mit 1000 Euro“, so der Rathauschef. Weiter sagt er: „Nachdem wir eine Einkommensanerkennung von bis zu 50 Prozent haben, ist das mehr als eine soziale Anerkennung. In Otterloh gibt es teurere Grundstücke, obwohl es dort kein direktes Schul- und Kindergartenangebot gibt.“

Matthias Amtmann (UBW) stimmte Kern zu, unterstütze aber den Einwand Zietschs: „Richtig, Grundstücke kosten bei uns ein Schweinegeld. Aber wir wollen ja etwas für unsere Leute tun. 700.000 Euro – Wer kann sich das leisten, der ein Jahreseinkommen von 102.000 Euro im Jahr hat.“ Kern hielt dagegen: „Ich weiß ja nicht, was ihr verdient, aber dann gehöre ich zu den Geringverdienern. Seid mir nicht böse, aber der Preis ist eigentlich schon ein Sechser im Lotto.

Ich finde 330.000 Euro schon genug Zuschuss.“ Kern hätte sich gewünscht, dass eben jenen Zuschuss nur Brunnthaler Bürger bekommen, doch gebe es auch Bewerber von außerhalb. Nicht jeder kann sich ohne Weiteres auf die soziale Wohnraumförderung bewerben. Die Vergabe verläuft nach einem Punkte­system, um aufzuschlüsseln, wer am nötigsten darauf angewiesen ist. „Derjenige, der die meisten Punkte hat, bekommt dann die Förderung“, so Kern.

Melanie Schröpfer

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