Informationssystem unnötig

Brunnthal: Keine digitale Anzeige für die Gemeinde Brunnthal

Echtzeit-Anzeigen an Bushaltestellen sind zwar praktisch, aber auch sehr kostenintensiv.
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Echtzeit-Anzeigen an Bushaltestellen sind zwar praktisch, aber auch sehr kostenintensiv.

50.000 Euro – und das alleine für Brunnthal Nord. So viel soll die Gemeinde die Installation von digitalen Echtzeit-Anzeigen an Bushaltestellen kosten. Ob diese Investition sich lohnt, entschied jüngst der Brunnthaler Gemeinderat.

Brunnthal – Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, weiß zu gut, dass diese hin und wieder auf sich warten lassen. Der Blick auf die Uhr verrät, dass der Bus eigentlich schon vor sieben Minuten hätte abfahren sollen, doch kein Bus ist weit und breit zu sehen. Ungeduld macht sich breit.

Im Stadtgebiet sind deshalb sogenannte Fahrgastinformationssysteme (FGI) an den Wartehäuschen der MVG angebracht, die anzeigen, wann der Bus eintrifft, oder ob und wie lange sich dieser wegen hohem Verkehrsaufkommen verspätet. Die Landkreis-Gemeinden wurden bereits im Frühjahr vom Landratsamt dazu aufgefordert, zu prüfen und darüber abzustimmen, ob sie ebenfalls FGI in Form von digitaler Anzeigen an ihren Bushaltestellen anbringen wollen. Vor Kurzem lehnte Ottobrunn nach intensiver Diskussion die Anbringung der Echtzeit-Anzeigen ab (HALLO berichtete).

Ob die Gemeinde Brunnthal ihren Fahrgästen ebenfalls ein solches FGI zur Verfügung stellen soll, war in der Gemeinderatssitzung im Juni recht schnell abgehandelt, da allein die Installation hohe Kosten im Gemeindegeldbeutel verursachen würde. Laut Brunnthals Zweitem Bürgermeister Thomas Mayer (CSU) würde die MVG-App, die Verspätungen direkt auf dem Smartphone anzeigt, für die meisten Ortsteile genügen. Lediglich im Gewerbegebiet Brunnthal Nord könnte die Anzeige von echtem Nutzen sein. CSU-Kollege Fabian Sass unterstütze diese Überlegung, denn Brunnthal Nord würde schließlich immer weiter wachsen.

Deshalb sei er sich sicher, dass das Informationssystem dort gebraucht würde. Andreas Langner, ebenfalls CSU-Mann, halte es hingegen „für kompletten Humbug auch nur einen Cent auszugeben.“ Er verwies ebenfalls auf die App oder den analogen Fahrplan. Denn allein für Brunnthal Nord würden sich die Installationskosten auf 50.000 Euro belaufen. Gegen eine Ausstattung im gesamten Ortsgebiet sprach sich der Gemeinderat einstimmig aus. Mit 17 zu drei Stimmen finden die FGI auch keinen Platz an den Bushaltestellen in Brunnthal Nord.

Melanie Schröpfer

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