„Eine Schule zwischen Holz und Dorfland?“

Der geplante Realschulbau in Höhenkirchen sorgt für Diskurs in Brunnthal

Dass die geplante Realschule in Höhenkirchen nun über 20 Millionen Euro mehr als geplant kosten soll, lässt neben Hohenbrunn auch Brunnthal überlegen, sich als möglicher neuer Schulstandort zu bewerben.
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Dass die geplante Realschule in Höhenkirchen nun über 20 Millionen Euro mehr als geplant kosten soll, lässt neben Hohenbrunn auch Brunnthal überlegen, sich als möglicher neuer Schulstandort zu bewerben.

Über 20 Millionen Euro Mehrbelastung würde der Bau der geplanten Realschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn bedeuten. Möglicherweise wird deshalb im Lostopf des Zweckverbandes weiterführender Schulen noch mal neu gerührt. Nach Hohenbrunn überlegt auch Brunnthal, sich für die Realschule zu bewerben.

Brunnthal – Die Zweckverbandssitzung brachte als Ergebnis, dass die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn nochmal über den Schulstandort der geplanten Realschule nachdenken sollte, denn am präferierten Standort, würde die Schule über 20 Millionen Euro mehr kosten, als zunächst angenommen (HALLO berichtete). Das Kultusministerium hatte bereits Ende letzten Jahres das Go für den Bau der Realschule gegeben und auch ein Standort wurde ausgewählt, doch nun droht alles zu kippen. Sollte sich der Zweckverband wegen der hohen Kosten gegen den Bau aussprechen und Höhenkirchen keine andere, günstigere Alternative aufzeigen können, könnte es durchaus eine neue Auswahl des Schulstandortes im südlichen Landkreisgebiet geben.

Brunnthal überlegte in der vergangenen Gemeinderatssitzung, ob sich die Gemeinde für eine mögliche neue Standortvergabe melden sollte. Im Gegensatz zur Gemeinde Hohenbrunn, die ebenfalls Interesse vermeldete, müsse Brunnthal nicht erst noch nach einem Grundstück Ausschau halten. Christine Schulz (CSU) stellte den Antrag, eine Bewerbung in Erwägung zu ziehen und betonte, sie würde den Höhenkirchner Standort vorziehen, da dort bereits alle Genehmigungen vorliegen würden und die Anbindung für die Brunnthaler Schüler optimal wäre. Dennoch stellte sich ihr, kurz nach dem Hohenbrunn sein Interesse verkündete, die Frage, was mit Brunnthal sei. 

Gemeinderätin Christine Zietsch (SPD) gab zu bedenken, dass Brunnthal nicht mit der Mindestschülerzahl hinkommen würde und die Auswirkungen auf den Verkehr nicht zu stemmen wären. „600 Schüler plus Lehrer hier her kriegen – ohne S-Bahn-Anschluss, wie soll das gehen?“ Für Zietsch ist diese Frage Zeit- und Geldverschwendung. Hilde Miner (Grüne) bat darum, die „Querschießer“ im Zweckverband von dem Höhenkirchner Standort zu überzeugen. Wenn es in Höhenkirchen schon um 20 Millionen teurer wird, um wie viel würde es dann erst in Brunnthal teurer? Da müsse zunächst einmal die Infrastruktur her. Parteikollege Michael Lechner stimmte zu. „Eine Schule zwischen Holz und Dorfland? Das verstehe ich nicht, warum ausgerechnet dort eine Schule gebaut werden soll.“ 

Darüber, dass Höhenkirchen der geeignetere Standort sei, waren sich alle Räte einig, doch ging es um die Frage, was geschehen soll, wenn sich abzeichnet, dass Höhenkirchen abgezogen wird. Robert Huber (PWB) schlug nach dem Austausch unterschiedlicher Meinungen vor, das nochmal zu besprechen, wenn der Zweckverband seine Entscheidung getroffen habe. Höhenkrichen im Zweckverband weiter zu unterstützen, wurde einstimmig beschlossen. Die Entscheidung, eine erneute Bewerbung erst zu treffen, wenn es für Höhenkirchen-Siegertsbrunn zur Negativentscheidung des Zweckverbands kommen sollte, wurde mit 17 zu drei Stimmen beschlossen. 

Melanie Schröpfer

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