Nach dem Erfolg der Hohenbrunner Tänzer bei der Deutschen Meisterschaft

Eine magische Nacht für die „Boogie Magic‘s“

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Große Freude über das Triple bei Doris Preuhs (v.li.), Paul Siegl, Nicola Götzner, Johann Preuhs, Cornelia Versteegen, Stephan Eichhorn; sitzend: Theresa Sommerkamp und Elian Preuhs. Die

Bei der Deutschen Meisterschaft im Boogie Woogie Einzel traten die „Boogie Magic‘s“ des TSV Hohenbrunn-Riemerling mit vier Tanzpaaren an. Vor 800 Zuschauern holten sich die „Boogie Magic‘s“ drei Titel. Sowohl in der Juniorklasse als auch in der Haupt- und Seniorenklasse holten sich die Hohenbrunner Tanzpaare den ersten Platz!

Ein Ort und sein Verein: München und FC Bayern, Hohenbrunn und die „Boogie Magic‘s“. „In Hohenbrunn sind wir wer“, sagt Trainer Johann Preuhs. Das kann er ruhig so behaupten. Denn der Boogie-Woogie-Verein im Münchner Landkreis hat mehr Deutsche- Meister-Titel geholt als der bayerische Fußballverein. Gleich drei Titel räumten die „Boogie Magic‘s“ jüngst bei der „Deutschen Meisterschaft Boogie Woogie Einzel“ in Bad Füssing ab. Mit vier Paaren war der Hohenbrunner Verein zu der in Niederbayern ausgetragenen Meisterschaft gereist. Die beiden 14-jährigen Adrienn Mester und Giulio Riu traten als Jugendpaar an und belegten den sechsten Platz. Nicola Götzner und Paul Siegl, die eine Woche zuvor Vize-Weltmeister in Moskau geworden waren und heuer auch Europameister wurden, holten den Meistertitel bei den Junioren. Und Theresa Sommerkamp und Elian Preuhs, die neuerdings in der Hauptklassen antreten, sowie Cornelia Versteegen und Stephan Eichhorn in der Senior­class belegten jeweils den ersten Platz. Conny und Steff holten sich den Meistertitel sogar das sechste Mal in Folge. „Die beiden haben eine wirklich ordentliche und sehr souveräne Leistung abgerufen und ihren Drei-Punkte-Vorsprung aus dem langsamen Finale auf insgesamt sechs Punkte ausgebaut“, so Christian Siegl von den Boogie Magic‘s. Wie erklärt sich Trainer Johann Preuhs die anhaltenden Erfolge des Vereins? „Obwohl wir viele gute Trainer haben wie zum Beispiel meine Frau Doris Preuhs, die alle drei Siegerpaare trainiert, sind wir uns nicht zu schade, immer wieder auch Fachleute hinzuzuholen“, sagt Preuhs. Wie zum Beispiel Leo Beck, einen ehemaligen Turniertänzer, erfolgreichen Nationaltrainer und Wertungsrichter. „Diese Spitzenleute tun unseren Turnierpaaren gut“, sagt Preuhs. „Leo Beck ist ein exzellenter Basis-Trainer.“

Optimale Bedingungen in Hohenbrunn Zum anderen hätten die „Boogie Magic‘s“ in Hohenbrunn optimale Trainingsbedingungen. „Unser Verein bekommt hier in Hohenbrunn mehrere Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung gestellt“, so der Trainer weiter. Mittlerweile tanzen an die 400 Mitglieder in verschiedenen Räumen und Hallen. Der Breitensport ist breit gefächert. Ob Boogie, Lindy Hop, Shag oder auch mal Charleston oder Balboa, Anfänger und Fortgeschrittene können in Hohenbrunn und Riemerling Kurse belegen. „So finanziert die Masse auch die Klasse“, sagt Preuhs. Denn die Reisen zu Turnieren wie eben jüngst nach Moskau oder nach Trontheim in Norwegen kosten eine Menge Geld. „Und das wollen wir unseren Turnierpaaren natürlich ermöglichen und voll finanzieren“, erklärt Preuhs. Zudem hätten sie mit der Firma Vallox einen tollen Sponsor. Mitreisende Eltern kämen natürlich selbst für ihre Kosten auf. Für Preuhs 19-jährigen Sohn Elian und dessen gleichaltrige Tanzpartnerin Theresa war die Deutsche Meisterschaft in Bad Füssing ein gelungenes Come­back. „In der Jugendklasse haben Elian und Theresa tolle Erfolge gefeiert. Doch dafür trainierten die beiden auch vier, fünf Mal die Woche“, sagt sein Vater. Heuer allerdings stand bei Elian das Abitur an. „Da war ihm ein Cut lieber, als langsam zurückzufallen, weil neben dem Lernen dann nicht genügend Zeit fürs Trainieren bleibt.“ Mehr als ein Jahr pausierten Elian und Theresa, die bereits seit 2008 ein Tanzpaar sind. Mit dem Abi in der Tasche will Elian aber wieder loslegen. Und jetzt eben in der Mainclass, der Hauptklasse. „Im Vergleich zu anderen haben die beiden einen Riesenvorteil“, sagt Preuhs. „Elian und Theresa tanzen die längste Zeit ihres Lebens und das zusammen.“ Und über all die Jahre seien die beiden sehr gut miteinander klargekommen. „Die größte Gefahr für ein Tanzpaar ist, auch ein Liebespaar zu sein“, weiß Preuhs. „Elian und Theresa allerdings sind ein super Team, das sich einfach gut versteht. Und da sie eben ,nur‘ ein Tanzpaar sind, gehen sie sehr diplomatisch miteinander um. Die beiden holen einfach aus jedem Training 90 Prozent raus, nach zwei Stunden sind sie platt, weil sie so Gas geben und effektiv trainieren“, sagt Elians Vater. Der Erfolg und auch die Begeisterung der Turnierpaare sorge auch dafür, dass die „Boogie Magic‘s“ keine Nachwuchsprobleme haben. „Unser Privileg ist, dass wir in Hohenbrunn so bekannt sind. Wir präsentieren uns aber auch, ob bei einem Schul- oder Dorffest. So sieht man uns, auch die Jungs“, sagt Preuhs. Beim Kurs der Acht- bis Neunjährigen tanzen daher derzeit sogar mehr Jungen als Mädchen mit. „Bevor man mit einem Sport beginnt, muss man wissen, worum es geht und was den Sport ausmacht. Und beim Boogie Woogie sind das eben die Figuren, Sprünge, der Ryhthmus, Hip-Hop-Moves oder dann noch der Applaus, auf den es ankommt.“ Überdies ist Boogie Woogie ein freier Tanz, getanzt wird also ohne eine feste Choreographie. Bei einem Turnier kennen die Paare nicht mal das Lied, zu dem sie tanzen. Anders ist dies bei der Boogie-Woogie-Formation. Dass sie auch das können, haben die „Boogie Magic‘s“ heuer aber auch bewiesen. Denn auch die Formationstänzer mit Trainer Michael Becht wurden Deutscher Meister.
Verena Rudolf

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