„In Bildung kann man nicht genug investieren“

Betreuung soll in Neubiberg ausgebaut werden

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Für eine bessere Betreuung und Bildungsangebote insbesondere an den Nachmittagen wird es an der Grundschule in Neubiberg voraussichtlich mehr pädagogisches Personal geben.

An Neubibergs Grundschule wird der pädagogische Einsatz deutlich aufgestockt. Die personellen, zeitlichen und finanziellen Ressourcen für die pädagogische Versorgung der vier Ganztagsklassen an der Grundschule Neubiberg werden entscheidend ausgeweitet. Nach intensiver Diskussion votierte der gemeindliche Sozialausschuss am Ende einstimmig für ein Modell, das einen zusätzlichen Mitteleinsatz von über einer Viertelmillion Euro vorsieht. Dafür soll der Personal-Pool um fünf zusätzlichen Sozialpädagogen und vier weitere Kräfte erweitert werden. Zudem sollen die Eltern im Bedarfsfall künftig nach dem täglichen Schulende um 15.30 Uhr noch Betreuungszeiten hinzubuchen können. Elternbeirat und Schulleitung hatten entsprechende Nachbesserungen gefordert. Dem entsprechenden Ausschussvotum muss jetzt der Gemeinderat noch abschließend zustimmen.

Rückenwind war im Ausschuss unverkennbar. Während sich sonst meist nur wenige Zaungäste und Bürger in die jeweiligen Ausschuss-Sitzungen „verirren“, war zur Unterstützung des eigenen pädagogischen Anliegens mehr als eine Hundertschaft an Eltern, Schülern und Elternvertretern zur Sitzung in der Grundschul-Aula erschienen. Vor dem eindeutigen Ergebnis lag eine längere Diskussion. Denn die Gemeindeverwaltung hatte zunächst in ihrem Beschlussvorschlag deutlich weniger zusätzliches Personal hochgerechnet. Bürgermeister Günter Heyland hatte zudem mit seiner Verwaltung für einen Modellversuch votiert, der aktuell an der Grundschule am Perlacher Pfanzeltplatz geplant ist. Dieses „Kombimodell“ sähe unter anderem eine bedarfsgestreute Betreuung an mindestens zwei Tagen pro Woche und neben einer Förderung nach dem Kindergartengesetz auch zusätzliche Elternbeiträge vor. Dazu wird es in Neubiberg nicht kommen. Hier soll nach dem entsprechenden Ausschussvotum weiter die Betreuungsform einer „gebundenen Ganztagsschule“ forciert werden – allerdings eben deutlich aufgestockt. Die Gemeindeverwaltung hat dafür Zusatzkosten von 272.600 Euro zulasten der Kommune errechnet. Der Freistaat und die Elternschaft müssen hier keine zusätzlichen Mittel stemmen.

Dem entsprechenden Änderungsantrag von Thomas Pardeller (CSU) entsprach der Rat einstimmig. „Auf Grundlage eines vom Elternbeirat erarbeiteten Konzeptes soll ein qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot erhalten werden“, forderte Pardeller im Ausschuss. Derzeit ist in den vier Ganztagesklassen montags bis donnerstags um 15.30 Uhr und an Freitagen um 13 Uhr Schluss mit der Betreuung. Vier neue Sozialpädagogen, ein zusätzlicher Springer und weitere vier Unterstützungskräfte sollen Entlastung für das bestehende Personal bringen. Bürgermeister Heylands Kostenbedenken und die Skepsis, dass es unwahrscheinlich sei, binnen Kürze neun zusätzliche Kräfte seitens des Trägers zur Verfügung stellen zu können, verfing im Gremium nicht. Denn die Eltern und deren Beiräte hatten zuvor bereits in einer Online-Petition über 1000 Stimmen für ihre Hochrechnung gesammelt und dabei sehr viel zusätzlichen Betreuungsbedarf festgestellt. Als „einen Leuchtturm der gebundenen Ganztagsschule“ bezeichnete Elternbeiratsvorsitzende Kathrin Tauber den aktuellen Beschlussentwurf für den Gemeinderat. „In Bildung kann man gar nicht genug investieren“, blies Schulleiterin Susanne Sieben ins gleiche Horn. Am Ende stellte sich der Ausschuss dann auch geschlossen hinter das Anliegen von Schule und Elternschaft. Der Rückenwind in der Aula hatte ausgereicht. 

Harald Hettich

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