Restriktiver Bebauungsplan

„Ein-“ statt „zweireihig“

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Viele Bäume und grüne Hecken prägen die Brunhildenstraße. Der Gartenstadtcharakter Neubibergs soll hier durch einen neuen Bebauungsplan bewahrt bleiben.

Der Bevölkerungsdruck in und um München ist immens! Kein Wunder, dass immer dichter gebaut wird. Doch wo bleibt da der oftmals zitierte Gartenstadtcharakter? Diese Frage hat die Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Neubiberg jüngst in einem besonderen Fall klar beantwortet und die Bebauung eingeschränkt.

Eine maßgebende Entscheidung für die Sicherung des Gartenstadtcharakters traf der Planungs- und Umweltausschuss (PUA) der Gemeinde Neubiberg. Er hatte zu entscheiden, ob für den „Bereich nördlich Brunhildenstraße zwischen Josef-Kyrein-Straße und Wotanstraße“ ein Bebauungsplan aufgestellt wird, der nur eine einreihige Bebauung auf Grundlage des Nachverdichtungskonzepts zulässt oder doch mehr Baufläche durch zweireihige Bebauung schafft. Anlass war eine Bauvoranfrage für die Errichtung von vier Doppelhäusern auf dem Eckgrundstück Brunhildenstraße/ Josef-Kyrein-Straße. Bislang ist die Brunhildenstraße nur einreihig bebaut. Eine Bebauung mit zwei hintereinander stehenden Häusern, die sogenannte „zweireihige Bebauung“, wäre auch in der Brunhildenstraße machbar.

Das Nachverdichtungskonzept der Gemeinde schreibt für das Quartier eine „Bestandssicherung und geringfügige Nachverdichtung über Grundflächenerweiterung im Einzelfall“ vor. Vorausgesetzt, die „klare, große Vorgartenzone und gegebenenfalls rückwärtige Freibereiche“ bleiben erhalten. Der Planungsverband empfiehlt auf Nachfrage der Gemeinde eine einreihige Bebauung für das Quartier. Vier Doppelhäuser hätten keine Aussicht auf Genehmigung. Vielmehr rät er der Verwaltung, für das Gebiet einen Bebauungsplan aufzustellen, um eine maßvolle Nachverdichtung zu steuern. Der PUA musste daher entscheiden, ob er einreihige Bebauung vorschreiben und damit wertvollen Privat-Baugrund aufgeben soll. Eine Gewissensfrage. Jürgen Knopp (Freie Wähler N@U) hatte Zweifel: „Wie sollen wir erklären, dass wir woanders verdichten und hier nicht?“, fragte er. Doch Vize-Bürgermeister Volker Buck (SPD) argumentierte schließlich: „In diesem Quartier ist der Gartenstadtcharakter noch gut erhalten. Wenn nicht hier, wo wollen wir den Gartenstadtcharakter dann bei uns erhalten?“

Einstimmig empfahl der PUA die Aufstellung des Bebauungsplans mit nur einreihiger Bebauung auf Grundlage des Nachverdichtungskonzepts. Dem stimmte der Gemeinderat ohne Widerspruch zu. Jetzt kann dort nur noch der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) den Gartenstadtcharakter gefährden. Die Monitoring-Teams sind unterwegs...

Ola

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