Die Ansätze für Lösungen gehen weit auseinander

Beispiel Wohnen: So unterschiedlich sind die Parteien

+
dpa-Story - Der Mietmarkt in München ist derzeit hart umkämpft. 

Kaum einer der knapp 9,5 Millionen Wähler blättert sich durch Wahlprogramme. Am Beispiel Wohnen zeigt HALLO die Unterschiede zwischen den Parteien auf. Mehr, schneller und günstiger bauen, das ist die Antwort der FDP, wenn es um das Thema Wohnraum und Mietpreise in München geht. Für die hohen Mietpreise macht die FDP vor allem den Staat verantwortlich, der mit strengen Vorgaben Preistreiber Nummer eins sei. Mit einem Verzicht auf die Grunderwerbssteuer will die Partei das Wohnen im Eigenheim fördern. Die Linke hingegen sieht den wesentlichen Preistreiber in den „durch die Decke schießenden“ Grundstückspreisen. Sie will den Bodenspekulationen einen Riegel vorschieben und fordert mehr Einmischung vom Staat – durch eine Bodenpreisdeckelung. Außerdem fordert sie die Abschaffung der Modernisierungsmieterhöhung und ein generelles Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen sowie „eine echte Mietpreisbremse“. Auch die SPD will bezahlbaren Wohnraum schaffen und nennt Zahlen: 100.000 neue Wohnungen in den nächsten fünf Jahren. Davon sollen 25.000 neue Wohnungen durch den Freistaat mit einer neuen staatlichen bayerischen Wohnbaugesellschaft gebaut werden. Außerdem soll die Sozialbindung von gefördertem Wohnraum verlängert werden.

Für die Freien Wähler liegt der Lösungsansatz in der Stärkung des ländlichen Raums vor allem in strukturschwächeren Regionen und der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land, um den Druck auf die Metropolregion München zu verringern. Das sieht auch die Bayernpartei so und fordert einen grundsätzlichen Strukturwandel. Die AfD hingegen äußert sich nicht zum dem Thema Wohnen und nimmt sich lieber dem Thema dritte Startbahn des Münchner Flughafens an, wofür sie eine Volksabstimmung fordert. Für die CSU liegt Münchens Zukunft und die Lösung von Problemen wie dem Wohnraummangel oder dem Verkehrsdruck im sogenannten „Metropolgedanken“. Dabei nennt sie eine Zusammenarbeit mit dem Umland – und eine Verkehrsinfrastruktur, die mit der Stadtentwicklung Schritt hält. Dies soll zum Beispiel durch einen kreuzungsfreien Ausbau des Mittleren Rings sowie die Verwirklichung der Ring-S-Bahn umgesetzt werden.

Auch das Thema Dieselfahrverbote beschäftigt die Parteien. Die FDP ist strikt dagegen und fordert Nachrüstungen. Das sehen die Grünen ähnlich. Allerdings wären Fahrverbote für die Partei nicht ganz so dramatisch, wollen sie doch generell den Autoverkehr in den Städten verringern und lieber auf Radschnellwege und den ÖPNV setzen.

Lydia Wünsch

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Adventskranz-Basteln des Eine-Welt-Kreises St. Magdalena in Ottobrunn
Adventskranz-Basteln des Eine-Welt-Kreises St. Magdalena in Ottobrunn
Abschlussbesprechung im Gemeinderat über Bürgerdialog Hohenbrunn
Abschlussbesprechung im Gemeinderat über Bürgerdialog Hohenbrunn

Kommentare