Stichwahl am 29. März

Aying steht erneut vor der (Stich)-Wahl

Aying – Ganze 24 Jahre war Johann Eichler (Parteiunabhängige Wählergemeinschaft Helfendorf, kurz: PWH) Ayings Bürgermeister. Nun entsagt er sich dem Amt. Wer sein Nachfolger wird, bleibt jedoch bis zur Stichwahl Ende März spannend. Es treten Peter Wagner (CSU) und Hermann Oswald (PWH) gegeneinander an, die von den Bürgern Ayings mit 35,9 Prozent für die CSU und glatten 32 Prozent für die PWH stimmten. 

Die zwei Männer, die nun beide um das Bürgermeisteramt kämpfen, hatten bereits mit einer Stichwahl gerechnet. „Nachdem wir fünf Kandidaten waren, war es für mich eigentlich schon von Anfang an klar, dass es zu einer Stichwahl kommt“, sagt CSU Bürgermeisterkandidat Peter Wagner. Denn zur Wahl traten außerdem Christine Squarra (Grüne), die 24,3 Prozent der Wählerstimmen absahnte, Carla Spindler, mit 5,6 Prozent und Erich Leiter, (SPD) mit 2,2 Prozent der Wählerstimmen, zur Bürgermeisterwahl an. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung in Aying bei 66,7 Prozent. PWH Bürgermeisterkandidat Hermann Oswald hatte, wie schon sein Kollege Wagner, ebenfalls mit einem zweiten Wahlgang gerechnet. 

Peter Wagner, Bürgermeisterkandidat der CSU.

Gehofft habe er schon, in die Stichwahl zu kommen, hätte es aber auch akzeptiert, wenn dem nicht so gewesen wäre. „Damit wäre auch zu rechnen gewesen“, sagt der Rathausschefanwärter. Nun gilt es für Beide, die Bürger weiterhin von ihren Qualitäten zu überzeugen. Peter Wagner habe das Zeug zum Gemeindeoberhaupt, „weil ich durch mein Alter noch sehr dynamisch bin. Ich bin offen für Neues und bin niemand der sagt: ‚Das haben wir immer schon so gemacht und das wird auch weiter so gemacht‘, sondern suche neue Wege“, so der 35-jährige über sich selbst. 

Erfahrungen in Führungspositionen konnte der Kälteanlagenbaumeister bereits sammeln. Sowohl im beruflichen als auch im sozialen Bereich, denn seit neun Jahren ist er Vorstand im Schützenverein und als Truppenführer bei der Feuerwehr tätig. Oswald hingegen meint durch seine Weltoffenheit überzeugen zu können. „Peter Wagner und die CSU vertreten die Bürgerschaft, die konservativ und traditionell eingestellt sind. Ich hingegen bin durch meine berufliche Tätigkeit als Sänger viel in der Welt herumgekommen. Als Bio-Bauer bin ich trotzdem alteingesessen und mit den Traditionen sehr verwurzelt“. 

Hermann Oswald, Bürgermeisterkandidat der PWH.

Weiter sagt er: „Durch die Ehrenämter – beispielsweise im Trachtenverein, sehe ich mich breiter aufgestellt“. Beide Kandidaten brennen für das zum greifen nahe Amt. Wagner hatte politisches Blut geleckt, als er als Kind dem damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber ein Gedicht vortragen durfte. „Da war ich in der ersten oder zweiten Klasse, als ich mit der Politik zum ersten Mal in Berührung gekommen bin“. Dieses Ereignis habe Wagner geprägt. „Ich habe gesehen, dass Politiker auch nur Menschen sind“. Das Interesse an Politik hatte Wagner also schon von Kindesbeinen auf. 

„Ich war schon immer an der großen aber auch an der kleinen Politik interessiert“, erzählt Wagner. Hermann Oswald ist als nebenberuflicher Sänger sehr viel herumgereist und hat viele Eindrücke in der Ferne gesammelt. Dem Sprichwort des deutschen Schriftstellers Ernst Wiechert „In der Fremde erfährt man, was die Heimat wert ist“, stimmt Oswald zu. Je älter er wurde, desto mehr erkannte er die Identität in seinen Wurzeln. 

„Mit der Zeit ist ein sehr großes Verantwortungsgefühl in mir herangewachsen. Verantwortung gegenüber der Gemeinde und gegenüber meines Lebensbereichs, in dem ich wohne und in dem auch meine Kinder wohnen“. Zwölf Jahre ist Oswald nun schon politisch und sozial in der Gemeinde engagiert. „Ein bisschen in die Wiege gelegt wurde mir mein politisches Interesse schon. Mein Vater war auch im Ayinger Gemeinderat tätig und zweiter Bürgermeister der Kommune“. 

Klar ist, dass Beide für das Gemeindewohl eintreten und auch, dass einer von Beiden die Wahl nicht für sich entscheiden wird. In den Gemeinderat wurden aber beide gewählt. Peter Wagner wünscht sich, dass die Gemeinde – ganz gleich, wer die Wahl für sich entscheidet – dem Druck von München stand hält und die ländlichen Strukturen erhalten bleiben, dennoch aber offen für Neues ist und Zukunft gemeinsam gestaltet werden kann. „So nach dem schon etwas abgegriffenen Spruch ‚Laptop und Lederhosn‘ (lacht)“. Für Hermann Oswald steht an erster Stelle die Arbeitsfähigkeit im Gremium. 

„Das Gemeindewohl kann nur mit einem guten Arbeitsverhältnis im Gremium einhergehen“. Er sei dem aber positiv gestimmt, er kenne die neuen Gemeinderatsmitglieder fast alle und ist sich sicher: „Wir haben eine gute Wahl mit den 20 neuen Gemeinderäten“. Auch er habe Wünsche für Aying. Der Ortskern in Großhelfendorf solle im Rahmen der Gemeindemöglichkeiten angegangen werden, wobei die Finanzen unter dem Gesichtspunkt der Auswirkungen des Corona-Virus nicht aus den Augen verloren werden sollen. 

Die Chancen, Bürgermeister von Aying zu werden, können beide Amtsanwärter nicht einschätzen. Die Stichwahl wird per Briefwahlverfahren abgewickelt werden. Wer Ayings neuer Bürgermeister wird, wird am 29. März nach Auszählung der Stimmabgaben verkündet. 

Melanie Schröpfer

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