Ein Wahlprogramm für Gegenwart und Zukunft

Aying: Christine Squarra, Grünen-Bürgermeisterkandidatin und das aus Leidenschaft

Gemeinderatsmitglied Christine Squarra möchte für die Grünen in Aying ins Rathaus einziehen.
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Gemeinderatsmitglied Christine Squarra möchte für die Grünen in Aying ins Rathaus einziehen.

Christine Squarra kandidiert für das Bürgermeisteramt in Aying. Dem Grünen-Mitglied ist besonders die Menschlichkeit wichtig.

Aying – Die Sache an der Politik ist meist die, dass der Mensch dahinter nicht greifbar ist. HALLO ging bei Ayings Grüner Bürgermeisterkandidatin Christina Squarra der Frage nach, wer hinter ihrer Politik steckt.

Nach der Geburt ihrer Tochter, als Christine Squarra Anfang 20 war, wollte sie unbedingt Psychologie studieren. Doch erklärt Squarra, war es damals noch unheimlich schwierig, einen Platz zu finden, bei dem parallel zum Studium das Kind betreut wird. „Und ich habe einfach keine Möglichkeit gesehen – ich war auch alleinerziehend mit meiner Tochter – das alleine irgendwie stemmen zu können“.

Mit 40 Jahren dann nahm sie ihren Herzenswunsch von damals wieder in de Hand und schloss ihr Studium ab. „Ich muss aber dazusagen, ich möchte nicht hochstapeln: Ich habe den Bachelor in Psychologie. Und das Fernstudium in Teilzeit hat auch sieben Jahre gedauert“, verrät sie mit herzhaftem Lachen. 

Heute, zehn Jahre nachdem sie ihr persönliches Glück in die Hand nahm, folgt die Bürgermeisterkandidatur. Vielleicht weil Squarra in ihren jungen Jahren selbst Hilfe benötigt hätte, will sie die nun geben können, Möglichkeiten aufzeigen und Bürgern eine Stimme geben.

Ihre allerersten politischen Erfahrungen machte Squarra im Elternbeirat, in dem sie sich vier Jahre engagierte. Dass sie eine richtig politische Ader in sich trägt, entdeckte sie erst später für sich. 

Ausschlaggebend für ihr noch immer anhaltendes Engagement, war die Gründung einer Bürgerinitiative in Dürrnhaar, bei der es um den Kiesabbau ging. „Alleine dieses Engagieren in einer Bürgerinitiative hat mir unheimlich viel Freude bereitet. Ich war Gründungsmitglied, im Vorstand und hatte auch oftmals mit dem Gemeinderat zutun.“

 Squarra erzählt weiter, dass merkte, dass „wenn man sich zusammentut und an einem Thema auch dranbleibt, kann man doch ein bisschen was bewegen und bekommt auch ein anderes Gehör.“

Aus dieser Initiative heraus wurde Squarra von vielen angesprochen, ob sie sich nicht vorstellen könne, für die Bürger in den Gemeinderat zu gehen, um den Ortsteil noch besser präsentiert zu sehen. Damals überlegte sie, es einfach zu versuchen. Und tatsächlich erhielt sie bei ihrer Wahl sehr viel motivierende Unterstützung. Squarra sagt, es mache ihr Spaß sich zu engagieren –eben gerade „für die Belange anderer Menschen“.

Bürger früher und besser einbeziehen

Auch beruflich konzentriert sie sich bisher schon auf die politische Arbeit. Sie arbeitet im Landtag für einen Abgeordneten und erledigt dabei nicht nur Sekretärsaufgaben, sondern arbeitet auch wissenschaftlich. Seit sechs Jahren ist Squarra Gemeinderätin in Aying und will nun daran anknüpfen, was Ayings bisheriger Bürgermeister, Johann Eichler bereits geschaffen hat. 

Nach mehr als zwei Jahrzehnten kandidiert Eichler nicht mehr. Für Squarra ist klar, dass es in Aying viele Dinge gebe, die Eichler bereits eins Rollen gebracht hat, doch wolle sie einiges gerne weiter ausbauen. Squarra will die Dinge anpacken. 

Sie will die Bürger früher informieren und sie dadurch besser einbeziehen. „Aus der Zeit, in der ich noch nicht im Gemeinderat war, nehme ich bis heute viel mit, denn ich war über das Ortstreiben überhaupt nicht informiert.“

Christine Squarra (2.v.r.) traf beim Neujahrsempfang in der Hachinga Halle Anton Hofreiter (4.v.l.).

Besser informieren will die Grünen-Kandidatin nun und dafür auch Onlineressourcen nutzen. „In den letzten Jahren hat sich seitens der Gemeinde schon viel getan, aber jetzt sollten wir das auch nutzen und endlich dafür sorgen, dass die Bürger, die zurecht sagen: ‚wir erfahren zu wenig‘, ihre Informationen erhalten.“ Auch soll die Jugend weiter gefördert werden und sich mehr einbringen können.

Dafür hat Squarra die Idee, einen Jugendrat ins Leben zu rufen. „Die Jugendlichen haben natürlich kein Stimmrecht, weil sie nicht als Volksvertreter gewählt wurden, aber man kann ihnen ein Antragsrecht geben, oder ein Rederecht im Gemeinderat.“

Im Gemeinderat kriege bisher niemand die Belange der Jugendlichen mit. Zwar gibt es Burschengruppen und andere Vereine, doch habe Squarra selbst in ihren sechs Jahren als Gemeinderätin nicht mit bekommen, was die Jugendlichen im Ort eigentlich wollen.

„Vielleicht gibt es ja den Wunsch für einen neuen Treffpunkt, einem neuen Freizeittreff und ähnliches. Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Jugendlichen politisch sehr engagiert sind. Außerdem besitzen sie in vielen Bereichen ein Top-Wissen, das uns helfen könnte oder neue Denkansätze geben könnte.“ Mit Nachdruck fügt sie hinzu: „Für mich wäre es verlorenes Wissen, das wir einfach liegenlassen würden.“ Squarra will außerdem die Jugend halten – durch Lehrplätze und bezahlbaren Wohnraum.

Der Wohnungsnot etwas entgegensetzen

Ein wichtiges Thema auf ihrer Agenda, denn die Wohnungsnot ist auch in Aying zu spüren. Immer mehr Menschen zieht es auf das Land, doch betrifft der immer knapper werdende Wohnraum nicht nur die Jugend, die unter Umständen nicht ausziehen kann, sondern alle Altersgruppen, die sich bezahlbare Wohnungen wünschen. 

Auch Squarra selbst war in dieses Thema involviert, beziehungsweise ihre Tochter: „Die ist Buchhändlerin, da ist also das Gehalt auch nicht so hoch. Da kann sie sich keine super tolle Wohnung leisten, die von ‚privat‘ oft gebaut werden.“ Squarras Tochter fand keine Wohnung in Aying und musste wegziehen.

Dieser dringlichen Angelegenheit widmet sich die Grünen-Rätin. Ihr sei dabei aber besonders wichtig, dass der ländliche Charakter weiterhin erhalten bleibe.

Squarras Wahlprogramm widmet sich der Gegenwart und der Zukunft. Ganz unabhängig von der Wahl wünsche sie sich aber für die Gemeinde Aying, dass der Ort mehr für den Klimaschutz eintrete. „Ich glaube, dass die Gemeinden hohes Potenzial haben, was umzusetzen. Ich bin überzeugt, dass wir da noch mehr machen müssen. Das Thema treibt mit echt um.“ 

Außerdem wünsche sie sich einen guten Weg für die Kinderbetreuung. „Da wünsche ich mir, wer auch immer die Wahl gewinnt, dass dieses Thema mehr in den Fokus gerückt wird.“ Es gebe tolle Einrichtungen, tolles Personal, aber leider zu wenig. 

Squarra stellt sich die Frage: „Was können wir für Anreize schaffen, was können wir noch tun und wie können wir auch diejenigen unterstützen, die nicht gerade den Wunschplatz kriegen? Dieses Thema muss viel mehr in den Fokus – und zwar nicht immer nur dann, wenn es gerade brennt, sondern auch präventiv.“

Melanie Schröpfer

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