Wenn Worte fehlen, bleibt das Staunen

Ausstellung zum Werk von Max Mannheimer

Zu Ehren seines verstorbenen Ehrenmitgliedes Max Mannheimer veranstaltet der Kunstverein Ottobrunn vom 10. Oktober bis zum 3. November eine Gedächtnisausstellung mit Werken des Verstorbenen. Aufgrund seiner bewundernswerten Vita, seines künstlerischen Wirkens und seiner liebenswürdigen Menschlichkeit fühlt sich der Kunstverein Ottobrunn der Persönlichkeit Max Mannheimers über dessen Tod hinaus verpflichtet.

Max Mannheimer zählte zu den aktiven Mitgliedern, der selbst zwei Ausstellungen für den Kunstverein gestaltete. Seit dem Jahre 2000 war er Ehrenmitglied. Max Mannheimer und sein Bruder Edgar überlebten als einzige der Familie den Holocaust. Seine Eltern, seine Ehefrau Eva, seine drei Brüder und seine Schwester wurden durch die Tötungsmaschinerie in den Konzentrationslagern der Nazis innerhalb eines Monats umgebracht. Dennoch begegnete er der Nachwelt, insbesondere auch der deutschen, ohne Hassgefühle. Seine Aufgabe nach dem Krieg sah er darin, die Erinnerung an seine Leidenszeit wach zu halten. „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht“, war seine Botschaft vor allem an junge Menschen.

Der Maler Max Mannheimer war ein kreativer Autodidakt, der im Jahre 1958 begann, mit Farben zu experimentieren. Eigentlich war diese Tätigkeit als Ablenkung von dem in den Konzentrationslagern abscheulichen Erlebnissen gedacht. So entstand eine Vielzahl an Gemälden, Zeichnungen und Kollagen, von denen ein Teil in der Galerie des Kunstvereins Ottobrunn ausgestellt wird.

Er selbst hat einmal gesagt: „Ich male nicht, ich vermähle Farben“. So vereinen seine Gemälde Farbenfreude mit einer Vielfalt an Formen und Farbmischungen. In Verehrung für seinen Vater und zu dessen Erinnerung hat er seine Werke – wenn überhaupt – mit „ben jakov“ (Sohn des Jakob) signiert. Der Kunsthistoriker Gottfried Knapp sah sich außer Stande, mit Worten das künstlerische Werk Max Mannheimers kurz zusammenzufassen, wenn er schreibt: „Man wird zugeben müssen, dass man mit Worten nicht weit kommt. Die einzige Reaktion, die seinem künstlerischen Werk gerecht wird, ist das Staunen.“

Die Ausstellung ist geöffnet mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr. Die Vernissage findet am Mittwoch, 10. Oktober, um 19 Uhr in der Galerie „Treffpunkt Kunst“ des Kunstvereins in der Rathausstraße 5 in Ottobrunn statt.

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