Linden droht die Motosäge

Kaum Chancen für Erhalt der Bäume

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Zu Beginn der nächsten ALB-Fällung hob der große Manitou-Kran einen Baumkletterer zum Befestigen des Sicherungsseils (hinten) in den Baumwipfel.

Die Linden an der Ecke Kaiserstraße/Tannenstraße sowie an der Josef-Kyrein-Straße werden wohl gefällt werden! Die Eigentümer wollten sie unbedingt erhalten. Die Chancen sind mittlerweile jedoch denkbar schlecht.

Die Linde an der Ecke Kaiser-/Tannenstraße wird aller Voraussicht gefällt. Ursprünglich hatte es massiven Protest gegen die Fällung gegeben. Unterstützt durch das Engagement der vier Anwohner, die wie berichtet am Wochenende vor Fällbeginn an 18 Bäumen entlang der Kaiserstraße große weiße Kreuze geheftet und abends Grablichter unter ihnen angezündet hatten, traten schließlich auch Gemeinderatsmitglieder für den Erhalt dieses Baumes und einer weiteren Linde ein. Erst stellte Tobias Thalhammer (FDP) vergangene Woche im Gemeinderat den Dringlichkeitsantrag, die Gemeinde solle den Fällauftrag auf tatsächlich befallene Bäume beschränken. Seine Idee wurde mit elf zu zehn Stimmen abgelehnt, nachdem Bürgermeister Günter Heyland (Freie Wähler N@U) vorrechnete, dass das für die Gemeinde wesentlich teurer werden könnte als die jetzt kalkulierten rund 60.000 Euro für die gerade laufende Fällaktion von rund 180 Gehölzen. Doch die Neubiberger Bürger erwirkten einen weiteren Fällaufschub für die Linde an der Kaiserstraße und für eine Linde in der Josef-Kyrein-Straße.

In einem intensiven Gespräch mit den Gemeinderatsmitgliedern Dr. Ulrike Dowie (Bündnis 90/ Die Grünen), Thomas Felber (FW N@U), Tobias Thalhammer (FDP) und Marianne Weiß (SPD) erklärte sich Heyland bereit, dass die Gemeinde gegenüber der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) diese Linde als ortsbildprägend anmeldet. Mittlerweile heißt es jedoch aus der Gemeinde, dass die Chancen dafür denkbar schlecht stehen.

Die Zukunft der weiteren Linde an der Josef-Kyrein-Straße ist wohl auch entschieden. Auch wenn die Eigentümerin „entschlossen“ ist, „die Monitoring-Ausbildung zu machen“, sieht es nicht gut aus. Ob sie je ihren eigenen Baum wird beklettern dürfen, bezweifelt Ambros Köppl vom LfL-Team Neubiberg. Letztlich geht es um beachtliche Kosten für das „Monitoring“ von rund 10.000 Euro im Jahr, für die der Eigentümer aufkommen muss. Wenn er dagegen eine Einverständniserklärung zur Fällung unterzeichnet, übernimmt die Gemeinde die Kosten dafür.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.lfl.bayern.de/alb oder unter www.bi-gegen-alb-traum-neubiberg.de. Fragen rund um die Neubiberger Fällaktionen beantwortet Dr. Barbara Linow unter Telefon 6 00 12 24. Allgemeine Fragen zum ALB können der LfL per E-Mail an alb@lfl.bayern.de oder unter der LfL-ALB-Hotline Telefon: 08161/71 57 30 gestellt werden.

Ola

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