Fahrradschutzstreifen stellt Konzept infrage

In Brunnthal soll das Verkehrskonzept überarbeitet werden

Ob ein Fahrradschutzstreifen an der Ottobrunnerstraße tatsächlich sinnvoll wäre, wurde in Brunnthal besprochen.
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Ob ein Fahrradschutzstreifen an der Ottobrunnerstraße tatsächlich sinnvoll wäre, wurde in Brunnthal besprochen.

Brunnthal – Stoßstange an Stoßstange stehen die Autos schon lange nicht mehr nur im Münchner Stadtgebiet. Die angespannte Parkplatzsituation hat sich mittlerweile auch bis nach Brunnthal ausgedehnt. Viele kennen es selbst: Bei der Suche nach der passenden Parklücke werden mit jeder Runde Abstriche gemacht. Das heißt, wenn das Auto nur zur Hälfte in den markierten Parkplatz passt, kann man nach der dritten Runde „schon so stehen bleiben“. Ganz zum Ärger der Anwohner. 

Im Ortsteil Faistenhaar wurde deshalb der Antrag auf einen Fahrradschutzstreifen gestellt. Doch wie Robert Huber (PWB) vermutet, geht es nicht darum, dass die Bürger einen Fahrradschutzstreifen benötigen, sondern darum, dass die Ottobrunnerstraße nicht mehr so zugeparkt sei. „In der Stadt lasse ich es mir einreden, dass Fahrradschutzsstreifen benötigt werden, aber hier nicht“, so Huber. 

Würde auf der Ottobrunnerstraße ein Fahrradschutzstreifen eingezeichnet werden, dürften dort keine Pkw mehr parken und in diesem Zuge würde wohl auch eine Zone 30 folgen. Huber schlug vor, die Stellplatzsatzung zu überarbeiten oder ein Parkverbot von beispielsweise 7 bis 17 Uhr ausschreiben. 

Parteikollege Jürgen Gott (PWB), der auch als Bürgermeisterkandidat antrat, sprach diesbezüglich seine Bedenken aus, denn bei seinen Hausbesuchen brachte er in Erfahrung, dass der Motorradladen – bei wegfallenden Parkmöglichkeiten – in erhebliche Schwierigkeiten geraten würde, wenn seine Kunden vor seinem Laden keine Parkmöglichkeit mehr auffinden würden. Rasch war für den Gemeinderat klar, dass ein Fahrradschutzstreifen nicht das grundsätzliche Problem im Ort lösen würde, denn wie Sonja Hahnel anmerkte, sei Faistenhaar eine ziemliche Rennstrecke. Sie unterstütze die Überlegung von Christine Zietsch (SPD), dem Antrag auf die Prüfung des gesamten Verkehrskonzeptes in Faistenhaar und Dürnhaar aus dem Monat Februar noch mal in Augenschein zu nehmen. 

Thomas Mayer, der Bürgermeister Stefan Kern vertrat, schlug den Gemeinderäten vor, sich fraktionsintern mit der Thematik auseinander zu setzen. Er sehe die Problematik, beziehungsweise den Bürgerwunsch, doch sei der MVV in diesem Zuge zu berücksichtigen, da durch eine künftig bessere Taktung auch mehr Busse die Ottobrunnerstraße befahren sollen. Deshalb wolle er sich mit den Fraktionssprechern zusammensetzen. 

Ulla Gocke (Fraktionsgemeinschaft UBW und SPD) stellte fest, dass der sogenannte Bürgerwille sich auf 75 Stimmen beziehe, doch leben in Faistenhaar 850 Einwohner. Sie wolle den Fahrradschutzstreifen nicht aufgrund des „Bürgerwillens“ durchwinken. Sollte sich dann im Zuge der Prüfung des Verkehrskonzeptes ergeben, dass ein Fahrradschutzstreifen an dieser Stelle doch sinnvoll wäre, könne die Thematik erneut aufgerollt werden. In der finalen Abstimmung wählten sieben Gemeinderäte für die direkte Umsetzung des Parkverbots samt Fahrradschutzstreifen und 13 dagegen. 

Melanie Schröpfer

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