Sherlock Holmes macht keine Schnitzeljagd

Anfrage auf Escape Room im Industriegebiet Riemerling-West negativ beschieden

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Mit Pfeife und Lupe sind die Teilnehmer eines Escape Rooms zwar nicht unterwegs – ähnlich knifflig wie bei Sherlock Holmes wird es aber trotzdem. Meist ist nur eine Stunde Zeit, um ein Rätsel zu lösen und aus dem „Gefängnis“ zu entkommen.

Realitätsspiele wie Escape Rooms erfreuen sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Der Bauausschuss in Hohenbrunn lehnte eine Bauvoranfrage dafür ab.

Ob sie nun „Mysterie Room“, „One hour left“ oder „Escape Game“ heißen, über zehn dieser Realitätsspiele gibt es bereits im Großraum München. Idee dieser Freizeitvergnügen, die in geschlossenen Räumen stattfinden, ist es, innerhalb einer vorgegebenen Zeit einen Ort, in dem man „gefangen“ ist, zu verlassen. Damit das gelingt, müssen in einer Gruppe von meist zwei bis fünf Personen verschiedenste Aufgaben oder Rätsel gelöst werden. Die Themen reichen von Geisterhäusern über Tresorknacken bis zur Spionage in einer Brauerei.

In Hohenbrunn war es bereits der zweite Antrag auf Einrichtung einer solcher Vergnügungsstätte. Das erste Mal hätte das Spiel im ehemaligen Polizeigebäude im Gewerbegebiet Riemerling West eingerichtet werden sollen. „Zusätzlich waren auch noch andere Nutzungen geplant, die zu viel Verkehr hervorgerufen hätten“, so die Dritte Bürgermeisterin Regina Wenzel (SPD), die auch die aktuelle Sitzung des Bauausschusses leitete, auf Nachfrage von HALLO. Deshalb wurde dieser Antrag damals abgelehnt. Auch der aktuelle Antrag fand keine Mehrheit. Josef Meier (CSU) wies darauf hin, dass es sich um ein Indus­triegebiet und kein Gewerbegebiet handele. Auch wenn er die Grenze nicht so scharf setzen wollte, direkt gegenüber liege ja schließlich ein Casino, interessierte Wolfgang Schmidhuber (Grüne) vor allem der zu erwartende Verkehr. Auch wenn es nicht seine Art von Freizeitvergnügen sei, wäre es ja an sich nach außen hin ruhig und für die Umgebung völlig neutral. Bauamtsvertreter Maximilian Huber informierte, dass ausreichend Parkplätze geplant seien.

Auch Morten Schweigler (SPD) hatte kein Problem damit, das Vorhaben zu genehmigen, allerdings liege es nah am Wohngebiet. Pauline Miller (Bürgerforum) lehnte das Vorhaben im Namen ihrer Partei ab: Die gewerbliche Nutzung habe in einem Industriegebiet Vorrang. Der Escape Room aber fällt eher unter Vergnügungsstätten. Der Zweite Bürgermeister Benno Maier (CSU) wollte wissen, ob man für die Montessori-Schule im dortigen Gebiet eine Ausnahmegenehmigung habe. Bauamtvertreter Huber verwies auf kirchliche oder soziale Nutzungen als Ausnahmen, unter denen die Schule laufe. Auch Josef Maier (CSU) konnte sich „nicht damit anfreunden“, einen Es­cape Room zu genehmigen. Auf die Gefahr, mit einer Genehmigung einen Präzedenzfall zu schaffen, verwies Dritte Bürgermeisterin Regina Wenzel. Mit 7 zu 4 Stimmen wurde der Antrag schließlich abgelehnt.

Claudia Engmann

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