Ortsentwicklung angepackt

Abschlussbesprechung im Gemeinderat über Bürgerdialog Hohenbrunn

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Die Ergebnisse des Bürgerdialogs zur Ortsentwicklung wurden in einer Abschlussveranstaltung am 5. November den Bürgern vorgestellt. Nun geht es an die Umsetzung.

Durchgerungen hat sich der Hohenbrunner Gemeinderat, weitere Schritte in Richtung Ortsentwicklung zu gehen. Es glich einer Zangengeburt, als nach zig Wortmeldungen das Gremium doch noch einen Grundsatzbeschluss herbeiführte. Und das mit nur einer Gegenstimme von Gisela Pfaller (Grüne).

Meinungen, Stellungnahmen und persönliche Statements zu den Dialogergebnissen purzelten heraus. Dabei mussten die Mandatsträger feststellen, dass sich Gemeinderat und Dialogteilnehmer nicht so weit auseinander befinden, wenn es um die Themen Ortsumgehung und Umfahrung geht. „Unsere Überlegungen wurden bestätigt“, war beispielsweise die Feststellung von Peter Berger (ÜWG-FW). Martina Kreder-Strugalla (Grüne) hinterfragte, inwieweit die Rückmeldungen aus der Bevölkerung repräsentativ seien. Daniel Schreyer vom Büro „Hendricks & Schwartz“ erklärte, dass sich um die 1000 Nutzer in den digitalen Medien und ebenfalls die gleiche Zahl an Interessierten bei den Veranstaltungen am Dialog beteiligt haben. Das Durchschnittsalter lag mit 50 Jahren im guten Bereich. Andernorts seien die Personen deutlich älter gewesen. „Sie haben einen guten Durchschnitt aus der Bevölkerung. Es war jedes Alter vertreten und jeder Ortsteil. Und sie haben eine relevante Anzahl an Teilnehmer“, so Schreyer. Ja, die Ergebnisse seien durchaus repräsentativ. Es sei eine Vielzahl an Rückmeldungen, die bei den Unternehmungen des Gemeinderats berücksichtigt werden sollten. Schreyers Vorschlag lautete, die Ergebnisse kurz-, mittel- und langfristig umzusetzen. Wobei Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) anmerkte, dass nicht jeder Gedanke von der Gemeinde umgesetzt werden könne, da auch privatrechtliche Belange oder Zuständigkeiten angesprochen worden seien, die auf höherer Ebene entschieden werden müssten.

Wie geht es nach dem Bürgerdialog weiter?

Trotzdem: Für Hohenbrunn gab es ganz klar ein Ergebnis aus den Gesprächen mit der Bevölkerung. Bürgermeister Straßmair sagte den Ratsmitgliedern, es sei an der Zeit, Entscheidungen zu treffen. Über das „wie geht es weiter?“ gab es unterschiedliche Meinungen im Gremium. Für Dritte Bürgermeisterin Regina Wenzel (SPD) war klar: „Wir müssen in Klausur gehen.“ Da sollten die weiteren Schritte besprochen werden. Erst dann könnten Beschlüsse gefasst werden. Nach Ansicht von Karlheinz Vogelsang (ÜWG-FW) und Anton Fritzmeier (CSU) sollte sich hingegen zuerst der Gemeinderat positionieren. Fritzmeier wurde deutlich: „Wir müssen Farbe bekennen.“ Insbesondere kam hierbei die Bebauung westlich der Bahn von Hohenbrunn ins Gespräch, ein Thema, das auch im Einklang einer Ortsumgehung gesehen werden muss. Pauline Miller (Bürgerforum) bat, bei der Orts- entwicklung den Fokus auf alle Ortsteile zu legen, nicht nur auf Hohenbrunn. „Wir dürfen Riemerling nicht vergessen“, mahnte Miller an. Nächster Schritt wäre laut Straßmair eine Konzeptentwicklung. Hierfür bräuchte es einen Städteplaner. Der muss in einem sogenannten „VgV-Verfahren“ gefunden werden. Das könnte bis zu einem halben Jahr dauern. Dieser Planer soll nach Ansicht des Gemeinderats bei „Hohenbrunn-West“ kein Baugebiet von der Stange abliefern. „Ich will nicht, dass das 08/15 ist“, so Mechthild Heinmüller (SPD). Kreder-Strugalla sieht in Hohenbrunns Entwicklung nach Westen hin eine Chance für „was Innovatives, Modernes“. Sie könnte sich hierfür auch einen Planungswettbewerb vorstellen. Ihr Partei- freund Wolfgang Schmidhuber schlug die Befassung mit dieser Thematik in einem universitären Seminar vor, woraus Vorschläge entwickelt werden können. Verständigt hat sich der Gemeinderat zuerst einmal darauf, einen Begleiter für die Verfahrensschritte zu beauftragen, der bei der Auswahl eines Städteplaners zur Seite stehen soll. Alle Ergebnisse gibt es unter https://www.buergerdialog-hohenbrunn.de/.

wjr

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