Auf dem Weg zur neuen Ortsmitte

Synergien nutzen der Gemeinde und der Universität der Bundeswehr – die Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, Prof. Merith Niehuss, und der Neubiberger Bürgermeister Günter Heyland sind sich einig. Foto: tvm

An einem ungewohnten Ort fand die Mai-Sitzung des Neubiberger Gemeinderates statt. Die Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, Prof. Merith Niehuss, begrüßte die Bürgervertretung auf dem Hochschulgelände.

Trotz Anmeldeprozedur und Ausweiskontrolle am Eingangstor der Universität in der Zwergerstraße hatten es Gemeinderäte, Zuschauer und Journalisten am vergangenen Montag kurz nach 19 Uhr geschafft, bis in den Sitzungssaal vorzudringen. Bürgermeister Günter Heyland erklärte auf Nachfrage die Gründe für diese Aktion: „ Die Zusammenarbeit der Gemeinde mit der Universität ist hervorragend – und genau das wollten wir auf diese Weise demonstrieren“. Anschließend richtete auch die Uni-Präsidentin, Prof. Merith Niehuss, einige Worte an die Bürgervertreter. Sie verwies auf die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Universität und Gemeinde. Beispiel dafür sei das Engagement vieler Studierender in Neubiberger Sportvereinen oder in der freiwilligen Feuerwehr. Aber auch auf einige Vorhaben, die in der letzten Zeit nicht geklappt haben, ging Frau Niehuss ein. Sie bedauerte, dass eine geplante, gemeinsame Kinderkrippe für Gemeinde und Uni nicht zustande gekommen sei. Grund dafür seien Vorschriften des Bundesverteidigungsministeriums, die den Plan verhindert hätten. Auch bedauerte sie, dass der Zugang für Fahrradfahrer zum Gelände nach wie vor nicht möglich sei. Grund dafür ist die Gefährdungslage der Universität, „in der immerhin ein großer Teil des Offiziersnachwuchses in Deutschland ausgebildet wird“, so Niehuss. Am 28. Mai haben die Neubiberger Bürger jedoch Gelegenheit, die Universität von innen zu erkunden – dann lädt die Nachwuchsschmiede der Bundeswehr zum Tag der offenen Tür ein. Einig waren sich Niehuss und Heyland in einem Punkt: Die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Wohnbevölkerung ist eminent wichtig. „Die räumliche Nähe zur Industrie ist nicht zu unterschätzen“, sagte die Präsidentin und verwies auf Unternehmen wie Infineon, IABG oder EADS in der Nachbarschaft. Feuerwehrgerätehaus Vor zunächst äußerst entspanntem Gemeinderäten begann anschließend die eigentliche Sitzung. Grund dafür waren die wunderbar bequemen Stühle im Bundeswehrsitzungssaal, was einige Gremiumsmitglieder auch deutlich zum Ausdruck brachten und auch für den Sitzungssaal der Gemeinde forderten. Im Mittelpunkt der ersten Beschlüsse stand dann der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Unterbiberg. Dieses Projekt soll bis 2014 realisiert werden. Um das einfacher zu gestalten, schlug die Verwaltung vor, einen „beschließenden“ Sonderausschuss, vergleichbar dem „Schulausschuss“ in der Amtsperiode 2002 bis 2008, zu bilden. Trotz allgemeinem Konsens zu diesem Plan waren im Anschluss drei Abstimmungen notwendig. Es mussten der Beschluss zum Ausschuss selbst gefällt und die Satzung zum Gemeindeverfassungsrecht sowie zur Geschäftsordnung der laufenden Amtsperiode geändert werden. Im Ergebnis einigte man sich auf 10 Mitglieder plus Bürgermeister. Drei Vertreter der Freien Wähler, jeweils zwei Mitglieder aus den Reihen von CSU, SPD und Grünen, sowie ein Mitglied von der FDP, werden den Bau des Gerätehauses vorantreiben. Die Auftragsvergabe für die Brandschutzsanierung des Jugendzentrums Gleis 3 ist zum großen Teil bereits erfolgt. Am Montag ging es noch um die Elektroarbeiten. Diese wurden – obwohl das Angebot etwa 4000 Euro höher lag als erwartet, einstimmig an den einzigen Bieter vergeben. Grund für dieses Verfahren ist laut Bürgermeister Heyland die Tatsache, dass dieselbe Firma bereits die Erstinstallation durchgeführt hat und die besten Kenntnisse der Installationen besitzt. Ergänzend bemerkte Heyland, dass durch die Renovierung ein zusätzlicher Raum im Gebäude nutzbar werde. „Attraktive Ortsmitte“ Insgesamt fünf Teilprojekte stehen an, die das Neubiberger Zentrum attraktiver machen sollen. Den Anfang macht die Neugestaltung des Ortseingangs mit der Verlegung der Rosenheimer Straße. Diese Arbeiten sollen von Mai bis Oktober dieses Jahres stattfinden. Nächster Schritt ist der Bahnhofsvorplatz und konkret die Instandsetzung des Park & Ride-Platzes Nord. Folgen werden der Parkplatz bei den Rewe- und Toom-Märkten, der Umbau des Bahnhofsplatzes und der Hauptstraße sowie die Freiherr-von-Stengel-Straße. Große Bedenken aus den Reihen des Gemeinderates gab es gegen die Kosten und Anordnung von insgesamt 162 zusätzlichen Fahrradstellplätzen auf der Park & Ride-Anlage Nord. Dies wird notwendig, da die Schüler des Neubiberger Gymnasiums ab dem kommenden Schuljahr nach Höhenkirchen ausgelagert werden, um das örtliche Gymnasium renovieren zu können. Man rechnet damit, dass knapp 400 Schüler mit der S-Bahn von Neubiberg nach Höhenkirchen zur Schule fahren werden und möchte darauf vorbereitet sein. Der Bau dieser Anlagen wird mit Fördergeldern bezuschusst, die bis Ende des Jahres abgerufen sein müssen. Daher drängte Bürgermeister Heyland darauf, die Baumaßnahmen zu genehmigen. Letztendlich geschah dies auch – mit einer Gegenstimme. Allerdings wurde der Beschluss durch einen Zusatz ergänzt, der die Verwaltung zu einer zusätzlichen Überprüfung der Anordnung der Fahrradständer verpflichtet. – tvm –

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