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Neubiberger Abiturienten stehen im Halbfinale des Wirtschaftswettbewerbs „PlayTheMarket“

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Von: Iris Janda

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Die Schüler Theo Zöllner (l.) und Gabriel Kuznik (Mitte) stehen links von einer Banner des Gymnasiums Neubiberg. Rechts daneben steht Lehrer Benjamin Schallenberg.
Die Neubiberger Theo Zöllner (l.) und Gabriel Kuznik (Mitte) nehmen im Rahmen eines Profilfachs bei Lehrer Benjamin Schallenberg am Wettbewerb „PlayTheMarket“ teil. © oh

Die Abiturienten Theo Zöllner und Gabriel Kuznik sind mit ihrem virtuellen Unternehmen in das Halbfinale des Wettbewerbs „PlayTheMarket“ eingezogen. Bei dem Planspiel lernen Schüler, eine eigene Firma zu führen.

60 Millionen Euro Gewinn mit einem Fitness-Riegel und das mit gerade einmal 18 Jahren – zumindest in der virtuellen Welt wurde dieser Traum für die Neubiberger Abiturienten Theo Zöllner und Gabriel Kuznik wahr. Die beiden haben im Rahmen des Profilfachs „Wirtschaftskonversation“ am Wettbewerb „PlayTheMarket“ teilgenommen und sind nun mit 30 anderen Teams im Halbfinale gelandet. Bei dem betriebswirtschaftlichen Planspiel, das vom Freistaat gefördert wird, treten je 30 Teams mit einem Produkt in einem „Markt“ gegeneinander an. Durch eine spezielle Software können sie zahlreiche Entscheidungen zu ihrem virtuellen Unternehmen treffen und erleben wie es ist, ein eigene Firma zu führen.

„Ich finde das Planspiel klasse, weil die Schüler dadurch nah dran sind am betriebswirtschaftlichen Prozess“, erklärt Wirtschafts- und Sozialkundelehrer Benjamin Schallenberg in der von den beiden Schülern organisierten Pressekonferenz. Die Entwicklungen auf dem Markt seien wie in der Realität nicht vorhersehbar, weil die Schüler nicht wissen können, wie die anderen Teams vorgehen. „Solche Planspiele sollten viel stärker in den Schulen durchgeführt werden“, sagt der Pädagoge begeistert. Im Rahmen der normalen Schulzeit sei das allerdings nur schwer möglich. Er bietet deshalb das Profilfach Wirtschaftskonversation an, das Theo und Gabriel in den vergangenen zwei Jahren bei ihm belegt haben.

Bei der Präsentation ihres Projekts wird klar, wie strategisch die beiden Abiturienten vorgehen mussten, um am Ende in der virtuellen Vorrunde auf Platz eins zu landen. So starten Theo und Gabriel beispielsweise bewusst schon mit einem mittelständischen Unternehmen und gründeten kein neues, weil dort bereits Maschinen und Mitarbeiter vorhanden waren. Da es sich um ein Nischenprodukt handelte, war den Schülern von Beginn an klar, dass sie ihre Unternehmensentscheidungen mit viel Präzision treffen müssen.

Ein Vorteil war dabei, dass sie gegen Ende des Spiels den Produktpreis mithilfe einer eigens aufgestellten Formel berechneten. Als sich im Laufe des Planspiels herausstellte, dass neben Werbeausgaben auch ökologische und soziale Faktoren auf den Absatz haben, reagierten sie ebenfalls schnell. „Als wir gemerkt haben, dass der Faktor ökologische Verantwortung die Nachfrage steigert, sind wir darauf umgestiegen“, erklären Theo und Gabriel.

Das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit nur wegen der Nachfrage beachten? Ein Punkt, der durchaus kritisch hinterfragt werden kann. Er könne Kritik daran durchaus nachvollziehen, meint Theo. Das Planspiel sei möglichst auf Gewinn ausgelegt, verdeutlicht Gabriel. „Natürlich kann man das kritisch sehen. Wir leben aber momentan in diesem Wirtschaftssystem, deshalb muss man damit umgehen können“, erklärt er weiter. Die Simulation würde dadurch viel komplizierter werden. Er begrüßte aber, dass zu gewissem Anteil soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt werden.

„Mit diesem Thema beschäftigen wir uns schon seit langem“, erklärte Björn Hubert vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw), das den Wettbewerb seit 1992 durchführt. Die Software sei dahingehend bereits neu entwickelt worden und habe dieses Jahr erstmals die Entscheidung in die Hände der Teilnehmer gegeben, wie stark sich soziale und ökologische Faktoren gewichten wollen. „Die Schwierigkeit ist es so einzubauen, dass die Simulation nicht zu komplex wird“, verdeutlicht er. Die Software werde weiter bearbeitet und überarbeitet werden. „Es ist ein Entwicklungsprojekt“, so Hubert.

Theo und Gabriel müssen mit ihrem virtuellen Unternehmen beim Halbfinale, das am 24. und 25. Juni in Würzburg stattfindet, auf dem Auslandsmarkt bestehen. Sie wollen dort ihre bisherige Strategie weiterführen und besonders viel Wert auf Präzision legen. Für den Wettbewerb verzichten die Neubiberger sogar auf die Verleihung der Abi-Zeugnisse, die an diesem Tag stattfindet. Der Ansporn der beiden ist groß: Wenn sie es ins Finale schaffen und dort gewinnen, winkt als Hauptpreis eine Sprachreise nach New York. „Das ist ein toller Gewinn, deswegen strengen wir uns an!“

Iris Janda

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