Kernforderung der Initiative umgesetzt

Neubiberg beschließt Masterplan für Klimaneutralität

Christian Ellerhold aus Neubiberg sitz auf einem Dach mit Photovoltaik-Anlagen.
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Christian Ellerhold setzt sich mit der Initiative „Klimaneutral 2035“ dafür ein, dass Neubiberg bis spätestens 2035 klimaneutral wird.
  • VonIris Janda
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Klimaneutral 2035 – mit diesem Anliegen hat sich im November 2020 die gleichnamige Initiative in Neubiberg gegründet. Nur ein Jahr später wurde mit dem jüngsten Beschluss des Gemeinderates eine ihrer Kernforderungen umgesetzt. 

„Für uns ist das ein toller Erfolg“, sagt Initiator Christian Ellerhold erfreut. Er spricht von der kürzlich vom Gemeinderat beschlossenen Zielsetzung, die Verwaltung bis 2030 und die Gemeinde bis spätestens 2040 klimaneutral zu machen. Dazu soll ein Fachbüro einen Masterplan mit konkreten Maßnahmen erstellen. „Der Masterplan ist Kernforderung der Initiative“, verdeutlicht Ellerhold.

Beim Masterplan werde der Ist-Zustand und das Potenzial analysiert, wie die Gemeinde klimaneutral werden kann. „Wenn der Masterplan da ist, dann geht es richtig los. Dann ist endlich die Diskussionsgrundlage da, für die wir uns als Initiative einsetzen“, so der Neubiberger.

Diskutiert wurde in der Sitzung darüber, ob die Gemeinde nicht schon bis 2035 klimaneutral werden könne. „Wir haben unseren Namen nicht einfach so ausgesucht, sondern weil da wissenschaftliche Analysen dahinter stehen. 2040 ist eigentlich schon zu spät“, erklärt Ellerhold, der mit 60 weiteren Mitstreitern im Sitzungssaal war. Einige der Gemeinderäte hielten ein früheres Datum für nicht umsetzbar und zu teuer.

„Es ging ja nur darum, das Szenario durchzurechnen. Bei einem Bauvorhaben prüft man schließlich auch mehrere Varianten“, meint Ellerhold. Letztendlich wurde einstimmig für einen Kompromiss gestimmt: Es soll geprüft werden, ob ein früheres Datum als 2040 möglich ist.

Für die klimaneutrale Gemeindeverwaltung werden Treibhausgasemissionen betrachtet, die im unmittelbaren Verantwortungsbereich der Verwaltung liegen, zum Beispiel der Energieverbrauch bei kommunalen Liegenschaften, der Straßenbeleuchtung und des Fuhrparks. Die Vermeidung von Emissionen hat dabei absoluten Vorrang vor Kompensationsmaßnahmen wie etwa Aufforstungen. Dadurch soll die Verwaltung auch als Vorbild für Bürger und lokale Unternehmen dienen.

Doch was bedeutet klimaneutrale Gemeinde? Dabei dreht es sich um die privaten Haushalte, Gewerbe, Handel, Industrie und die Mobilität im Ort. Nicht mit eingerechnet wird die Klimabilanz von dem, was die Bürger essen oder einkaufen. Auch Mobilität außerhalb der Gemeinde, also zum Beispiel die Flugreise in den Urlaub, wird nicht berücksichtigt. „Das Wichtigste sind die Heizung und der Strom, die klimaneu­tral sein müssen. Und mit dem Ökostrom müssen dann auch die E-Autos betrieben werden“, erklärt Ellerhold.

Das größte Problem sehe er bisher noch beim Thema Heizen. „Der Knackpunkt ist, dass wir hier in der Gemeinde nicht mit Fernwärme weiterkommen“, meint er. Deshalb sei es jetzt wichtig, einen Partner zu finden, der die Fernwärme nach Neubiberg ausbaut. Über Bürgergenossenschaften würde es auch bei den Bürgern eine höhere Akzeptanz geben.

Auch wenn nun ein erstes Etappenziel erreicht ist, möchte die Initiative weitermachen. „Wir wollen bei den Bürgern Begeisterung schaffen. Es geht so oft über Dinge, die nicht möglich sind. Aber es ist wichtig, das alles positiver zu betrachten und zu zeigen, welche Optionen es doch gibt, um die Ziele umzusetzen.“

Nicht nur in Neubiberg, im gesamten Landkreis gibt es Bewegung beim Thema Klimaneutralität. Der Landkreis hat eine Woche nach der Neubiberger Sitzung seine Ziele beim Klimaschutz neu gesteckt: Der Kreistag beschloss seine „29++ Klima.Energie.Initiative“ um weitere Punkte zu ergänzen. Unter anderem soll der Landkreis bis spätestens 2040 treibhausgasneutral sein. Und auch Unterhaching hat einige Tage später nachgezogen. Der Gemeinderat einigte sich darauf, dass der Ort bis 2030 klimaneutral sein soll. Dazu werden ein Fachbüro eingesetzt und eine zusätzliche Planstelle ge­schaffen.

Iris Janda

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