Klebstoffdämpfe im Gymnasium

Wegen der Schadstoffbelastung im Ottobrunner Gymnasium erwägt die Gemeinde jetzt den Klageweg. Die Behebung macht teure und komplizierte Baueingriffe erforderlich, teilte Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) in der Schulzweckverbandssitzung mit. Auch ein Wasserschaden hat sich im Untergeschoss des neu errichteten Aufstockungsteils ereignet.

Eine Entwarnung ist frühestens im Schuljahr 2011/2012 in Sicht: Bis dahin sind die Räume im zweiten Obergeschoss des Ottobrunner Gymnasiums wegen der hohen Schadstoffbelastung in der Luft weiterhin nicht nutzbar. Nach wochenlangen Untersuchungen hat der Schulzweckverband jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit die Ursache für die hohen Styrol-Werte im erst kürzlich eingeweihten Aufstockungsteil des Ottobrunner Gymnasiums gefunden: Danach ist der Klebstoff in den Stützen, die in der Unterkonstruktion des Hohlbodens eingebracht sind, in erheblichem Maße mit dem Schadstoff belastet. Es gebe aber auch eine „hohe Sekundärbelastung“, teilte der Schulzweckverbandsvorsitzende und Bürgermeister von Ottobrunn, Thomas Loderer (CSU), in der jüngsten öffentlichen Sitzung im Neubiberger Gymnasium mit. Dies sei das Ergebnis eines Laborbefunds, den der Zweckverband vor den Osterferien hatte erstellen lassen. Es handle sich um alles andere als eine „triviale Angelegenheit“, seufzte er mit Blick auf den engen Zeitplan: Bis zu Beginn des neuen Schuljahres sollen sich die Räume wieder in einem einwandfreien Zustand befinden. An diesem Ziel halte man fest, bekräftigte der Rathauschef: „Es wird nicht ganz einfach sein, aber es ist nach wie vor möglich.“ Betroffen sind sieben Klassenzimmer und ein Projektraum. Man werde in Kürze mit den Arbeiten in einem der Räume beginnen, schilderte Loderer weiter. Sollte sich die Vermutung bestätigen, sei man gezwungen, den Hohlboden in sämtlichen Zimmern herauszureißen und neue Stützen einzubringen. Mindestens 200.000 Euro fallen nach Angaben Loderers für diese Maßnahme an. Wahrscheinlich seien es aber 250.000 Euro. Der Zweckverbandsvorsitzende sprach von einem „schwierigen“ Unterfangen mit komplexen baulichen Eingriffen. Er ließ keinen Zweifel daran, dass der Zweckverband versuchen werde, Haftung einzufordern: So soll eine Mängelanzeige erstattet werden. Da der Schaden als Versicherungsfall gemeldet sei, „können wir der Sache nachgehen. Wir sind anwaltlich beraten“. Jüngst vorgenommene Analysen hatten einen erschreckenden Wert zutage gebracht: 2500 Mikrogramm pro Kubikmeter wurden minimal gemessen. Ein „Ausreißer“ hatte sogar dem Gutachter des Schulzweckverbands, Peter Aschendorf zufolge, sogar 10.000 Mikrogramm ergeben. Zum Vergleich: Das Umweltbundesamt hat als Richtwert eine Menge von 70 Mikrogramm pro Kubikmeter festgesetzt, ab 300 wird empfohlen, einen „Daueraufenthalt“ zu vermeiden. Seit Bekanntwerden des Vorfalls werden die Räume in dem Aufstockungsteil nicht mehr genutzt. Zu allem Ungemach hat sich im Untergeschoss des Bauteils mitten in der Abiturprüfung ein Wasserschaden ereignet: Zwei Meter hoch sei das Wasser wegen zweier defekter Heizungsleitungen in dem Aufzug gestanden, schilderte Loderer. Nunmehr soll die Decke abgenommen und neu verrohrt werden. In drei Wochen, schätzt er, werden die drei betroffenen Klassenzimmer wieder bezugsfertig sein. Rafael Sala

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