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Hohenbrunn will Ortsgestaltungssatzung festlegen

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Von: Iris Janda

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Frontansicht eines Hauses in der Jäger-von-Fall-Straße in Hohenbrunn.
Im Ortskern von Hohenbrunn stehen noch viele alte Höfe, die ihren ganz eigenen Charme ausstrahlen. © ija

Den historischen Ortskern erhalten – das möchte die Gemeinde Hohenbrunn mithilfe eine Ortsgestaltungssatzung. Dem Bauausschuss wurde jüngst ein erster Entwurf vorgestellt.

Der Hohenbrunner Ortskern ist historisch gewachsen und hat in seiner Ausdehnung, Bauweise und Gebietsart über die Jahre eine eigene Dynamik entwickelt. Bisher ist der Ortskern aber noch nicht überplant. Bauvorhaben in diesem Gebiet richten sich deshalb nach den Paragraph 34 des Baugesetzbuchs.

Besonders im Hinblick auf die äußere Gestaltung habe die Gemeinde bei Neubauten keine Möglichkeit einzugreifen, verdeutlichte Martin Strobl vom Bauamt. Eine Ortsgestaltungssatzung soll dem entgegenwirken. Bereits 2020 hat sich der Bauausschuss kurz mit dem Thema beschäftigt, aufgrund der Pandemie sei es immer wieder nach hinten gerutscht.

Wie schon 2020 äußerte auch jetzt der Bauausschuss grundsätzlich Zustimmung zu dem Vorhaben. Diskutiert wurde dafür über den Geltungsbereich. Dieser umfasst kreuzförmig die Gebäude entlang der Taufkirchner und Putzbrunner Straße sowie der Dorfstraße und der Jäger-von-Fall-Straße, insgesamt eine Fläche von zirka zehn Hektar. Unter anderem wurde kritisiert, dass der Vorschlag auch neuere Bauten in der Jäger-von-Fall-Straße umfasste. Der Geltungsbereich sei lediglich ein Vorschlag der Verwaltung, der beliebt ergänzt und gekürzt werden könne, beruhigte Strobl. „Das ist nicht in Stein gemeißelt.“ Außerdem wären von der Satzung nur Gebäude in der ersten Reihe an der Straße betroffen.

Ziel der Gestaltungssatzung seien der Erhalt der ortstypischen Bebauung, ein harmonisches Siedlungsbild sowie städtebauliche Einheit, erklärte Fritz Bauer vom Landshuter Ingenieurbüro KomPlan in der Sitzung. Der Vorteil der Gestaltungssatzung sei, dass die aufwendige Arbeit eines vollständigen Bebauungsplan entfalle. Sie sei damit ein „probates Mittel“, um gestalterische Regelungen zu treffen, damit sich die Entwicklung im Ort nicht in eine komplett andere Richtung entwickle.

Planer Bauer betonte genauso wie Strobl, dass nur die wesentlichen Regelungen festgesetzt werden sollen, damit für die Bauwerber eine individuelle Gestaltungsfreiheit erhalten bleibe. Zudem seien zu viele Vorgaben bei der Gestaltung im Fall einer Klage vor Gericht nicht haltbar. „Uns ist die Dachform ganz wichtig“, stellte Strobl klar. Alle Häuser im Ortskern hätten ausnahmslos Satteldächer. Außerdem können in der Satzung die Höhenentwicklung, Dachneigung und -überstand sowie die Fassadengestaltung festgelegt werden. Pauline Miller (Freie Wähler) gab zu Bedenken, dass auch die Gewerbetreibenden im Ortskern berücksichtigt werden müssen, etwa was die Gestaltung von Werbeanlagen und das Ausmaß von Schaufenstern betrifft.

Bis wann die Satzung ausgearbeitet ist, liegt in der Hand des Gemeinderates. Er kann unabhängig von anderen Behörden die Gestaltungskriterien festlegen. Nach der Vorstellung im Bauausschuss sollen die Pläne weiter ausgearbeitet und der Umgriff festgelegt werden. Diese werden dann dem Gremium zur weiteren Beratung vorgelegt.

Iris Janda

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