1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. Landkreis München

Gemeinderat Neubiberg stimmt Umsetzung der Rathauserweiterung zu

Erstellt:

Von: Iris Janda

Kommentare

Das alte Rathaus in Neubiberg.
Statische Mängel und fehlende Fundamente im Bestandsgebäude erhöhen die Kosten für Erweiterung und Neubau des Rathauses in Neubiberg. © ija

Mitte 2022 ist es so weit: dann sollen die Bauarbeiten zur Rathauserweiterung und -sanierung in Neubiberg beginnen. Der Gemeinderat beschloss nun die Umsetzung des Projekts – trotz erneuter Kosten­steigerung um 1,7 Millionen Euro.

Nach vielen Jahren des Planens und Pläne Verwerfens kann es nun mit den Bauarbeiten am Rathaus Neubiberg los gehen. Zuvor musste der Gemeinderat in seiner Dezembersitzung dem Projekt und Kostenbeschluss zustimmen und damit Leistungsphase drei abschließen. Vom Sonderausschuss Verwaltungsgebäude und Digitalisierung gab es eine Woche zuvor bereits grünes Licht.

Zuletzt war im Juli 2021 von Kosten in Höhe von rund 20,36 Millionen Euro ausgegangen worden. Nach derzeitigem Stand liegt die Kostenberechnung aber bei 22,1 Millionen Euro und damit bei einer Steigerung um rund 1,7 Millionen Euro. Als Grund für diese Steigerung um 8,5 Prozent nennt die Verwaltung an vorderster Stelle die Baupreissteigerung. Das Kostenniveau habe sich laut Statischem Bundesamt zwischen dem zweiten und dem dritten Quartal 2021 um 4,6 Prozent erhöht.

Auch verschiedene „Add-Ons“, also zusätzlich Leistungen, die im Juli noch in die Vorplanung mit aufgenommen wurden, führen zur Steigerung der Baukosten. Unter anderem soll eine Photovoltaik-Anlage, die ursprünglich nur auf dem Flachdach des Nordflügels des Erweiterungsbaus geplant war, nun auch auf dem Flachdach über der Tiefgaragenabfahrt und dem südlichen Teil des Steildachs des Erweiterungsbaus errichtet werden. Dadurch wird sie mit 76 Kilowatt fast doppelt so viel Leistung wie die ursprünglich geplante Anlage umfassen.

Darüber hinaus haben sich auch für die Sanierung des bestehenden Rathausgebäudes zusätzliche Kosten ergeben. So hat sich herausgestellt, dass bei der Statik nachgebessert werden muss. Einzelne Bauteile des Rathauses sind weniger tragfähig als erwartet, und müssen deshalb aufbereitet werden. Unter anderem müssen in den Türöffnungen im Bereich der Flurwand Stahlträger integriert werden, um sie statisch ausreichend zu ertüchtigen. Außerdem haben Untersuchungen des bestehenden Gebäudes gezeigt, dass im Bestandsplan angegebene Fundamente zum Teil nicht existieren. Diese müssen nun zunächst aufgebaut werden.

Das Projekt war 2019 wegen zu hoher Kosten im Gemeinderat gestoppt worden. Dass es nun mit 22,1 Millionen Euro kaum günstiger als einst kommen soll, ärgerte die SPD-Fraktion. „Rechnen wir noch die zwei Jahre länger zu zahlenden Mietkosten für die Ausweichräumlichkeiten am Bahnhofsplatz dazu, die zusätzlichen Planungskosten und weitere Preissteigerungen, dann sind wir doch wieder bei den 23 Millionen Euro von vor zwei Jahren“, erklärte Volker Buck in der Sitzung.

Darüber hinaus sei der Rathausneubau nun kleiner, als in den Planungen von 2019 vorgesehen, ohne Ratssaal und ohne Erweiterungsmöglichkeit nach Osten. Nun sei das eingetreten, wovor die SPD-Fraktion vor zwei Jahren gewarnt habe, dass „wir durch die Verzögerung weniger Rathaus für das gleiche Geld bekommen werden“, so Buck.

„Es fällt uns schwer, etwas zuzustimmen, das wir so nicht gewollt haben“, schloss Buck seinen Redebeitrag. Weiter verzögern wolle die Fraktion das Projekt aber auch nicht. Daher wurde letztendlich mit einer symbolischen Gegenstimme von SPD-Rätin Elisabeth Gerner der Umsetzung des Projekts zugestimmt und damit der nächste Schritt in die Wege geleitet. Die Baueingabe soll im Januar 2022 erfolgen, Baubeginn ist dann Mitte des Jahres. Mit einer Fertigstellung wird bis Ende 2024 gerechnet.

Iris Janda

Weitere Nachrichten aus der Region finden Sie in unserer Übersicht.

Besuchen Sie HALLO auch auf Facebook.

Auch interessant

Kommentare