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Ein Aufzug ist keine Lösung

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Von: Verena Rudolf

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Derzeit können Fahrgäste den Bahnhof in Hohenbrunn nur über eine einzige Treppe erreichen und verlassen.
Derzeit können Fahrgäste den Bahnhof in Hohenbrunn nur über eine einzige Treppe erreichen und verlassen. © ve

Der S-Bahnhof Hohenbrunn soll barrierefrei werden. Bevor diesbezüglich eine Entscheidung getroffen wird, weisen sowohl der Behindertenbeirat Landkreis München als auch die Hohenbrunner Grünen auf das Risiko hin, das Probleme der Barrierefreiheit einzig mit einem Aufzug zu beheben.

Wer am S-Bahnhof Hohenbrunn ankommt und etwa einen Kinderwagen dabei hat oder auf einen Rollstuhl angewiesen ist, steht vor einem einzigen Ausgang, der nur aus einer Treppe besteht. Allein schon Reisende mit Gepäck stehen vor der Voraussetzung, den Bahnsteig eben über diese einzige Treppe zu verlassen. Daher soll der Bahnhof barrierefrei ausgebaut werden.

Die Entscheidung für eine von mehreren vorliegenden Planvarianten zum Bahnhofsausbau steht unmittelbar bevor. Die Deutsche Bahn favorisiert eine Variante, die den bisherigen Mittelbahnsteig zwischen den beiden Richtungsgleisen beibehält und ihn durch einen Aufzug erschließt. Der Behindertenbeirat Landkreis München (BBLKM) indes empfiehlt nun dringend, die Lösung nicht weiterzuverfolgen, da ein Aufzug keine zuverlässige barrierefreie Erschließung des Mittel-Bahnsteigs darstellt. „Der Verzicht auf mögliche Außenbahnsteige mit Rampen ist nicht hinnehmbar. Alle Bahnfahrenden profitieren von jederzeit barrierefreien Zugängen. Die regelmäßig ausfallenden Aufzüge machen eine gleichberechtigte Mobilität für Menschen mit Behinderung unmöglich“, so Frauke Schwaiblmaier, Vorsitzende des BBLKM. Technische Defekte und Wartungsarbeiten könnten einen Aufzug erfahrungsgemäß tage- oder sogar wochenlang unbenutzbar machen.

In diesen Fällen wäre der Hohenbrunner S-Bahnhof wieder nicht barrierefrei zu erreichen und auf Barrierefreiheit angewiesene Reisende nach der Ankunft mit der S-Bahn am Bahnsteig gefangen. Auch die Hohenbrunner Grünen appellieren jetzt, in der Entscheidungsphase über den Bahnhofsausbau, „mit allem Nachdruck auf eine Lösung zu hinzuwirken, die echte, zuverlässige Barrierefreiheit ermöglicht“, teilt Wolfgang Schmidhuber mit und fügt hinzu: „Zusätzlich plädieren wir dafür, die Unterführung am Bahnhof ausreichend breit zu bauen, so dass sie künftig auch als Fuß- und Radwegverbindung der durch die Gleise getrennten Ortsteile westlich und östlich der Bahn dienen kann. Es gibt im Westen weitere große Entwicklungsflächen für Wohnungsbau.“

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