Kultur-Veranstaltungen in Corona-Zeiten

Abgesagt oder nicht, das ist hier die Frage

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Nach und nach werden immer mehr Kultur-Veranstaltungen abgesagt.

Um die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus zu vermeiden, hat der Freistaat Bayern Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen zunächst bis einschließlich 19. April untersagt. Abgesagt werden auch Veranstaltungen im HALLO-Verbreitungsgebiet.

Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern werden „nicht mehr zugelassen, das betrifft auch die ganzen Sportveranstaltungen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag. Staatliche Theater, Konzertsäle und Opernhäuser werden geschlossen sowie der Vorlesungsbeginn an den Musik-, Kunst- und Fachhochschulen verschoben. Das Gleiche gilt für die städtischen Bühnen wie das Deutsche Theater, das Volkstheater und die Kammerspiele. Geöffnet bleiben die Münchner Stadtbibliothek im Gasteig mit ihren Außenstellen, die Münchner Vhs, die städtischen Museen sowie die Stadtteilkulturzentren. Auch Konzert-Veranstalter haben reagiert: So tritt weder James Blunt in der Olympiahalle am 21. März auf, noch findet das Carlos-Santana-Konzert in München statt. Und tagelang herrschte Ungewissheit, nun ist klar: Das Starkbierfest, das nun begonnen hätte, wurde abgesagt und soll im Mai nachgeholt werden. Der FC Bayern spielt sein Champions-­League-Rückspiel kommende Woche vor leeren Rängen, die Deutsche Eishockey Liga bricht sogar die DEL-Saison 2019/2020 vorzeitig ab. „Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber doch zu sehr ernsthafter Sorge“, betonte Söder. Auch bei Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Besuchern sei „größte Zurückhaltung“ geboten, im Zweifel gelte: „Lieber absagen.“ So hält sich auch das Unterhachinger Kubiz an die Empfehlung der Staatsregierung. Die Kultur-Verantwortlichen an der Jahnstraße gaben bekannt, dass bis einschließlich Sonntag, 5. April, weitere Veranstaltungen abgesagt sind beziehungsweise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. „Nach langen Diskussionen“ hat sich auch das Kleine Theater in Haar entschlossen, das Theatergebäude bis zum 19. April aufgrund des Corona- Virus zu schließen. „Ich bedaure diesen Schritt sehr, bin darüber ausgesprochen traurig und konnte mir eine solche Entscheidung nicht vorstellen. Aber nach dem heutigen Tag war für uns keine andere Entscheidung möglich“, sagt der Intendant des Kleinen Theaters, Matthias Riedel-Rüppel. Auch das Oberhachinger Kulturamt sagt als „Vorsichtsmaßnahme im Zusammenhang mit der Infektionsgefahr durch das Corona-Virus“ sämtliche Veranstaltungen in nächster Zeit ab. Zunächst geht es aber in Oberhaching nur um Termine bis einschließlich Donnerstag, 2. April. Auch die Gemeinde Neubiberg gab bekannt, dass bis Anfang April alle gemeindlichen Veranstaltungen abgesagt sind. Neubiberg orientiere sich an den Handlungsempfehlungen des Landratsamtes München. „Ziel ist es, die Ansteckungsmöglichkeiten mit dem neuen Corona-Virus gering zu halten“, so die Gemeinde Neubiberg. Im Taufkirchner Kultur- und Kongresszentrum finden laut Pressesprecher Thomas Bohnet alle Veranstaltungen wie geplant statt. „Nur unsere Oper Weiß-Blau jetzt am Samstag muss ausfallen“, so Bohnet. „Bei zwei Musikern besteht der Verdacht auf das Corona-Virus.“ Wenn das Kulturzentrum Plätze mit Reihen bestuhlt, was selten der Fall ist, dann finden mehr als 600 Zuschauer Platz. Bei der meist üblichen Bestuhlung an Tischen gibt es Platz für 300 Zuschauer. Ähnlich in Ottobrunn: Der Saal bietet weniger als 500 Besuchern Platz, heißt es. Bis nicht Gegenteiliges bekannt ist, finden Kultur-Veranstaltungen im Ottobrunner Wolf-Ferrari- Haus wie geplant statt.

Anmerkung der Redaktion: Vor dem Besuch einer Veranstaltung empfiehlt es sich auf alle Fälle, sich direkt beim Veranstalter zu informieren, ob die Veranstaltung stattfindet. Auch kleinere Events werden derzeit abgesagt.

Weitere Nachrichten aus der Region finden Sie in unserer Übersicht.

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