Rückkehr an die Isar

175 Jahre Ludwig II. – Monument für den Kini zum Geburtstag – was geplant ist 

Mount Rushmore an der Kampenwand: Eine Postkarte zeigt bereits den Wunsch der Guglmänner.
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Mount Rushmore an der Kampenwand: Eine Postkarte zeigt bereits den Wunsch der Guglmänner.

Der bayrische König feiert dieses Jahr Jubiläum. 175 Jahre wäre er im August geworden. Ein großes Denkmal soll zu diesem Anlass zu Ehren Ludwigs entstehen. Das wollen die Guglmänner...

  • König Ludwig II. hat dieses Jahr einen runden Geburtstag.
  • 175 Jahre wird der bayrische König.
  • Was die königstreuen Guglmänner geplant haben...

175 Jahre alt wäre Ludwig II. am 25. August geworden. Ein Jubiläum, das die Rufe nach einem „würdigen“ – sprich monumentalen – Denkmal befeuert. 

Die kleine Statue in den Münchner Maximiliansauen werde dem großen Märchenkönig nicht gerecht, finden die königstreuen Guglmänner (siehe unten). Stattdessen will die geheime Bruderschaft ein Monument unterhalb der Kampenwand in Stein meißeln lassen. 

Eine Postkarte ist entworfen, Briefe an die Staatsregierung, sogar an Markus Söder persönlich sind unterwegs. Auch ein Volksbegehren dafür kann sich der Münchner „Guglmann“ Fredl Helm (72) vorstellen. 

„Für eine gute Sache hat das Volk immer etwas übrig“, sagt Helm, seit 1999 Guglmann. „Es gibt Steinmetze die diese ehrenvolle Aufgabe gerne ausführen.“ 

Münchner „Guglmann“ Fredl Helm (72).

Sollte es nicht klappen, dann haben die Guglmänner laut Helm einen schneller umsetzbaren Plan: Sie wollen das Anlitz von Ludwig II. an besonderen Gedenktagen mit einem Beamer, etwa von einem Zeppelin, auf die Kampenwand projiziieren. 

„Das ist gut mit dem Naturschutz vereinbar“, sagt Gugl-Mittelsmann Hans-Peter „Hansi“ Huber aus Münsing. Er denkt weiter groß: „Eine Karbonstatue, nicht zu klein, wäre eine Alternative.“ 

König-Ludwig-Feuer in Oberammergau

Den Vorabend des König-Geburtstags verbringen königstreue wie Helm allerdings in Oberammergau. Dort erinnert das König-Ludwig-Feuer auf den umliegenden Berggipfeln am 24. August an den König. 

Diese Tradition, die auch eine brennende Königskrone auf dem „Kofel“ beinhaltet, gibt es seit 1888. Das größte Königs-Geschenk wäre für die Guglmänner aber die Rehabilitation des Märchenkönigs: 

„Die Öffnung seines Sarges, seine Exhumierung würde endlich Klarheit bringen. König Ludwig II. ist am 13. Juni 1886 ermordet worden. Es war ein Regizidmord im Auftrag Bismarks. Es wird Zeit: Die Geschichtsbücher müssen endlich umgeschrieben werden!“ 

Guglmänner damals und heute

In der Zeit des Königtums in Bayern schritten Abordnungen der Guglmänner dem Sarg des bayerischen Monarchen voraus – Haupt und Antlitz bedeckt von einer schwarzen Gugl (Kapuze), in den Händen zwei gekreuzte Fackeln sowie die kostbaren Wappenschilde. 

Ludwig II. im Kreis seiner Guglmänner.

Die ersten dokumentierten Aktionen der derzeitigen Guglmänner stammen von 1998, ihrem wahrscheinlichen Gründungsjahr. Sie sind letztendlich die Fortführung der von König Ludwig II. gegründeten Coalition, eines königlichen Geheimbunds, dessen Aufgaben es unter anderem waren, vom Verborgenen aus die Presse bezüglich der öffentlichen Meinung über den König zu überwachen und feindlich gesinnte Personen und Vereine zu unterdrücken. 

Dem Bund kann man nicht beitreten, zum Guglmann wird man erwählt. Die Voraussetzungen: Man muss einen untadeligen Ruf genießen, Königstreue und ritterlichen Tugenden.

Dietmar Holzapfel, Münchner und Chef der „Deutschen Eiche“, setzt sich schon seit 2014 dafür ein, Ludwig II. am Corneliusbalkon ein Denkmal zu setzen. Schon 1910 stand der König dort (kl. Foto): ein überlebensgroßes Denkmal, umgeben von einem wahrlich majestätischen Marmortempel. 

Das frühere Ludwig-Denkmal am Corneliusbalkon.

In den Kriegen wurde das Monument zerstört, das Metall für Waffen geschmolzen, der Stein eingelagert – es blieb nur Ludwigs Kopf. Doch schon bald soll es an der Corneliusbrücke ähnlich aussehen, wie früher, wünschen sich Dietmar Holzapfel und sein Mann Sepp Sattler: 

„Die Idee eines romatisierenden Denkmals am alten Standort entstand, um dem König wieder ein würdiges Andenken zu schaffen.“ Der war nämlich nicht nur Pazifist und Schöngeist, sondern förderte moderne Technik. 

Er ließ die Wasserversorgung vom Mangfalltal nach München bauen, initiierte die Gründung der TU, förderte Heiz- und Elektrizitätssysteme. 

Holzapfel entdeckte bei Nachforschungen, dass Original-Marmor des Tempels bei der Stadt gelagert sind, gründete mit seinem Mann den „Ludwig II. Denkmal“-Verein und spendierte aus eigener Tasche 150 000 Euro für die geschätzten Gesamtkosten von einer halben Million Euro. 

Auch der Stadtrat hat der Idee, den König in München wieder auferstehen zu lassen, zugestimmt – nur die Finanzierung steht noch nicht. Für die will nun der neu gegründete Verein sorgen. 

Gruftbesuch – nur für Patrioten

„Die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung können alle ursprünglich angedachten Veranstaltungen anlässlich des 175. Geburtstages von König Ludwig II. nicht durchführen“, bedauert Sprecherin Ines Holzmüller. 

Die coronabedingten Hygieneauflagen sind der Grund. So erinnert nun in München einzig der Verein der „Königlich Bayerischen Patrioten München“ an den Geburtstag des Königs, wenn auch erst vier Tage später am Samstag, 29. August: die Patrioten legen in seiner Gruft in der St. Michaelskirche einen Kranz nieder. 

Mitglieder der „Königlich Bayerischen Patrioten“ huldigen König Ludwig II mit Kranzniederlegung und Fahnenabordnung.

„Das tun wir jedes Jahr, bei diesem besonderen Jubiläum aber unbedingt!“ Organisatorin Margit Reichhart: „Wir stellen eine Fahnenabordnung, kommen in unserer Original-Tracht.“ Die Grabstelle des Königs, die nur zu bestimmten Zeiten öffentlich zugänglich ist, wird dann exklusiv für die Mitglieder geöffnet. 

„Leider dürfen immer nur fünf Personen am Sarg des Königs gedenken.“ Wie die Mitglieder wünscht sich auch Reichhart, dass Ludwig II. in München wieder präsenter ist. 

Marie-Julie Hlawica

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