Sie halten München an Silvester am Laufen

Kellnern für 600 Bedürftige

+
Es wird das zehnte Jahr in Folge, in dem Marie-Luise Schmitz-Sawitzki an Silvester im Hofbräukeller arbeiten wird.

Helfer der Münchner Tafel servieren zum Abschluss von 2017 im Hofbräukeller ein Drei-Gänge-Menü

Es wird das zehnte Jahr in Folge, in dem Marie-Luise Schmitz-Sawitzki an Silvester arbeiten wird. „Wenn man ein Ehrenamt macht, dann hat man da überhaupt eine ganz andere Einstellung zur Sache“, erklärt die 67-Jährige. Schmitz-Sawitzki steht ein Mal pro Woche an der Ausgabestelle Milbertshofen der Münchner Tafel und an jedem letzten Tag im Jahr im Hofbräukeller in Haidhausen. 

Silvesteressen für 600 Bedürftige 

Dort findet ein Silvesteressen für etwa 600 Bedürftige statt. „Viele dieser Menschen sind sehr einsam, am Rande der Gesellschaft. Die gehen nicht wie wir auch mal in ein Konzert oder so“, sagt Schmitz-Sawitzki. „Für die ist das ein toller Abend, mit einem tollen Drei-Gänge-Menü. Wir fangen diese Menschen für ein paar Stunden auf, damit sie ihren Alltag vergessen.“ 

Dass das funktioniert, zeigt sich immer am Ende der Veranstaltung. „Viele kommen zu uns und bedanken sich, jeder auf seine Weise“, sagt Schmitz-Sawitzki. Sie ist der Meinung, dass man etwas für die Gesellschaft tun soll. 

Abend beginnt für freiwillige Helfer früh

Vor zehn Jahren hatte sie die Möglichkeit, in Altersteilzeit zu gehen und hat sich nach einem Ehrenamt umzusehen. „Ich habe mir gedacht, jetzt bin ich zeitlich, gesundheitlich und finanziell in der Lage, der Gesellschaft etwas zurückzugeben“, erzählt sie lächelnd. Darum ist es für sie selbstverständlich, dass sie auch in diesem Jahr wieder dabei ist, um zu helfen. 

Offizieller Beginn ist um 16 Uhr, doch davor heißt es schon für Schmitz-Sawitzki und die anderen Helfer vorbereiten und Tische eindecken. Etwa bis 18.30 Uhr wird gegessen, dann wird abgeräumt und sauber gemacht. „Und danach setzen sich noch alle Helfer mit der Familie Steinberg (Wirtsfamilie, Anm.d.Red.) zusammen, es gibt Brotzeit und Sekt“, sagt Schmitz-Sawitzki. Bis sie dann wieder zuhause ist, kann es auch mal halb zehn werden. 

Wenn man aber auf keine große Gala-Party wolle, dann sei das nicht schlimm. Ihr Mann und die Katze haben dann meist schon gegessen. „Wir stellen uns dann an die Feuerschale im Garten und erwarten dort das neue Jahr.“ 

Doch Schmitz-Sawitzki ist nicht die einzige, die an Silvester arbeiten muss.

Daniela Borsutzky

Auch interessant:

Meistgelesen

Zu Boden geschlagen: Jugendliche attackieren in München einen 55-Jährigen ‒ Passant verhält sich genau richtig
München Südwest
Zu Boden geschlagen: Jugendliche attackieren in München einen 55-Jährigen ‒ Passant verhält sich genau richtig
Zu Boden geschlagen: Jugendliche attackieren in München einen 55-Jährigen ‒ Passant verhält sich genau richtig
Corona in München: Inzidenz steigt wieder ‒ Alkoholverbot, 2G im Handel und die aktuellen Regeln im Überblick
MÜNCHEN
Corona in München: Inzidenz steigt wieder ‒ Alkoholverbot, 2G im Handel und die aktuellen Regeln im Überblick
Corona in München: Inzidenz steigt wieder ‒ Alkoholverbot, 2G im Handel und die aktuellen Regeln im Überblick
Giftige Schlangen mit der Post verschickt ‒ Reptilien-Auffangstation aus München schildert unglaubliche Fälle
MÜNCHEN
Giftige Schlangen mit der Post verschickt ‒ Reptilien-Auffangstation aus München schildert unglaubliche Fälle
Giftige Schlangen mit der Post verschickt ‒ Reptilien-Auffangstation aus München schildert unglaubliche Fälle
Noch keine Geschenkidee für Weihnachten? Pssst … Geheimtipp - der Wein für München, aber nicht weitersagen!
MÜNCHEN
Noch keine Geschenkidee für Weihnachten? Pssst … Geheimtipp - der Wein für München, aber nicht weitersagen!
Noch keine Geschenkidee für Weihnachten? Pssst … Geheimtipp - der Wein für München, aber nicht weitersagen!

Kommentare