Studenten-Projekt „BreakOut“ sammelt Spenden für den Verein „Jambo Bukoba“

Möglichst weit weg für einen guten Zweck

Da sie für ihre Reise kein Geld ausgeben dürfen, sprachen Ivonne Rohner und Simon Huber (rechts)meist an Raststätten Menschen an, ob sie bei ihnen ein Stück mitfahren dürfen.
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Da sie für ihre Reise kein Geld ausgeben dürfen, sprachen Ivonne Rohner und Simon Huber (rechts)meist an Raststätten Menschen an, ob sie bei ihnen ein Stück mitfahren dürfen.

An Christi Himmelfahrt standen 135 meist junge Zweierteams vor der Herausforderung, in 36 Stunden möglichst weit weg zu reisen, ohne dabei Geld auszugeben. Für jeden zurückgelegten Kilometer sammelten die Teilnehmer des Projekts „BreakOut“ Geld für den Verein „Jambo Bukoba“, den der Truderinger Clemens Mulokozi gegründet hat.

In 36 Stunden möglichst weit weg kommen — und das alles für einen guten Zweck. So lautet die Herausforderung des Wettbewerbs „BreakOut“. Ein zweiköpfiges Team muss ganz ohne Geld eine Abenteuer- reise unternehmen und dabei versuchen, viele Kilometer zurückzulegen und auf diese Art Spendengelder zu sammeln. Was steckt dahinter? Wie bei einem Spendenmarathon suchen die zwei Abenteuer- lustigen vorab nach Sponsoren, die pro zurückgelegtem Kilometer für einen guten Zweck spenden. Heuer unterstützte das vor drei Jahren von Studenten gegründete Projekt „BreakOut“ den Verein „Jambo Bukoba“ des Truderingers Clemens Mulokozi (HALLO berichtete). Sein Ziel ist es, mithilfe von Sport die Bereiche Bildung, Gleichberechtigung und Gesundheit in Tansania, dem Heimatland von Mulokozis Vaters, zu fördern. Vom Ausgang des Wettbewerbs ist der Truderinger begeistert: „97.556 Euro Spenden in 36 Stunden für ein Wasserprojekt in Tansania“, freut sich der „Jambo-Bukoba“- Gründer. Insgesamt waren an Christi Himmelfahrt 135 Teams zu ihrem Abenteuer aufgebrochen, hauptsächlich in München, andere in Berlin. In der vorgegebenen Zeit haben sie zusammengerechnet 121.267 Kilometer zurückgelegt und dabei, den Regeln entsprechend, keinen Cent ausgegeben! Um weiterzukommen, mussten die Teams sich also etwas einfallen lassen — und wurden so zu Mitfahrern im Auto, Beifahrer auf einem Radl oder zu Fußgängern. Genau das ist die Idee der rund 30 Studenten, die das Projekt „BreakOut“ seit 2014 ehrenamtlich Jahr für Jahr organisieren. Bis kurz vor die Grenze zu Weißrussland schafften es die beiden Münchner Ivonne Rohner und Simon Huber. „Um 9 Uhr ging es für uns bei der Uni am Geschwister-Scholl-Platz los“, erzählt die 23-Jährige, die ihr Studium Internationales Business Management vergangenen Dezember abgeschlossen hat und jetzt in einer Unternehmungsberatung arbeitet. Ihr bester Freund Simon ist 24 Jahre alt und arbeitet derzeit bei einem Kameraverleih. Die Idee, an dem Projekt „Break- Out“ gemeinsam mitzumachen, sei total spontan gewesen. „Zwei Wochen vor Reisestart entdeckte Simon auf einer Veranstaltung, die wir gemeinsam besuchten, einen Flyer, den er mir gleich darauf in die Hand drückte“, so Ivonne Rohner. „‚Machen wir da mit‘ wollte Simon von mir wissen. Und ich antwortete: ‚Ja, klingt cool!‘“ Wenige Minuten, nachdem die zwei auf das Projekt aufmerksam geworden waren, meldeten sie sich auch schon bei der Aktion „BreakOut“ als Team mit dem Namen „Wanderzirkus“ im Internet an. Weiter vorbereitet hätten sie sich nicht, erzählt die 23-Jährige. Terminlich lag der Reise-Wettbewerb ohnehin ideal, die beiden hätten sich nach dem Feiertag am Donnerstag nur noch einen Brückentag nehmen müssen. „In quasi letzter Sekunde fiel uns dann noch ein, dass wir uns ja noch um Sponsoren für unsere Reise kümmern müssen“, sagt Rohner. Doch auch dies bereitete der 23-Jährigen keine Probleme. „Ich habe einfach im Gang bei mir in der Arbeit Kollegen angesprochen, ob sie uns als Sponsoren unterstützen wollen“, so Rohner. Mit ihnen handelte sie aus, dass diese für jeden zurück- gelegten Kilometer ihrer Kollegin einen Cent spenden. Am Abend vor der Abreise bastelten die beiden jungen Münchner auf die Schnelle noch ein paar Schilder, um unterwegs besser für sich und ihre Aktion zu werben. Als Ziel ihrer Reise schwebte ihnen die türkische Metropole Istanbul vor. Doch es sollte anders kommen: „Vom Geschwister-Scholl-Platz nahm uns der Erste per Anhalter mit nach Fröttmaning. Das war die entgegengesetzte Richtung“, sagt Rohner und lacht. „Und von dort aus nahm uns einer mit nach Regensburg.“ Egal, Hauptsache, weit weg in möglichst kurzer Zeit! Also ging es für die das Zweierteam weiter über Tschechien, nach Polen bis zur Grenze nach Weißrussland. „Wir haben meist relativ schnell jemanden an einer Tankstelle oder Raststätte kennengelernt, bei dem wir kostenlos mitfahren durften“, erinnert sich die Münchnerin. „Und jeder war total begeistert von dem Projekt für „Jambo Bukoba“. Allesamt waren sie freundlich und zuvorkommend zu uns, luden uns auf einen Kaffee ein, spendierten uns Hot Dogs oder versorgten uns während der Autofahrten mit Süßigkeiten.“ Kurz vor der Grenze zu Weißrussland jedoch bat sie ihr dortiger Fahrer, auszusteigen. Für Weißrussland hätten sie ein Visum benötigt, das sie nicht hatten. Offiziell endete ihr Abenteuer also nach 1037 Kilometern. Doch fasziniert von all den Begegnungen reisten die beiden Münchner auch per Anhalter zurück nach München. Und für Ivonne Rohner geht das Abenteuer ohnehin weiter: „Mir hat es so unglaublich viel Spaß gemacht, den Menschen im Auto von ,Jambo Bukoba‘ zu erzählen, dass ich mich zwei Tage später dort als ehrenamtliche Mitarbeiterin beworben habe und nun mit einem Team auf Projektreise nach Tansania fahre!“

Verena Rudolf

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