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IAA-Protest auf Autobahnen um München hat Konsequenzen ‒ Neun Aktivisten bleiben bis Sonntag in Haft

 Ein Aktivist hängt bei einer Banneraktion an einer Schilderbrücke über der Autobahn A9 bei Fürholzen in Fahrtrichtung München und hält ein Banner mit der Aufschrift ·Autos zerstören· in den Händen, während Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos sich auf der Schilderbrücke in Position bringen.
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Ein Aktivist hängt bei einer Banneraktion an einer Schilderbrücke über der Autobahn A9 bei Fürholzen in Fahrtrichtung München und hält ein Banner mit der Aufschrift ·Autos zerstören· in den Händen, während Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos sich auf der Schilderbrücke in Position bringen.

IAA-Gegner seilten sich von Autobahn-Brücken der A96, A94, A9 und A8 rund um München ab und legten den Verkehr lahm. Jetzt ermittelt die Polizei gegen 26 Aktivisten.

  • Prostest gegen die IAA in München.
  • Aktivisten seilten sich von Autobahn-Brücken mit Bannern ab.
  • Polizei München ermittelt gegen 26 Aktivisten wegen Nötigung.

Update: 14.55 Uhr

Neun am IAA-Protest auf Autobahn-Brücken beteiligte Aktivisten bleiben bis Sonntag in Haft

nach dem Protest gegen die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) auf mehreren Autobahnen rund um München bleiben mindestens neun Aktivisten bis Sonntagabend in Haft. Das Amtsgericht Erding nahm die Frauen und Männer nach Angaben von Gerichtssprecher Thomas Lindinger aufgrund des bayerischen Polizeigesetzes in Präventionshaft. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

Wie Lindinger am Mittwoch berichtete, waren nach den Protesten zum Start der IAA am Vortag insgesamt zehn Personen, sechs Frauen und vier Männer, den drei Ermittlungsrichtern des Amtsgerichtes vorgeführt worden. In neun Fällen wurde bis zum Wochenende Haft angeordnet, eine Person wurde freigelassen. Die Anordnung gilt bis Sonntag 18.00 Uhr, also für die Dauer der Messe.

Am Dienstag hatten Aktivisten an mehreren Autobahnen Banner angebracht und sich teils von Autobahnbrücken abgeseilt. Fernstraßen mussten deswegen vorübergehend gesperrt werden, es bildeten sich teils lange Staus.

Die Polizei teilte mit, dass gegen 26 Beteiligte unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung ermittelt werde.

Münchens Polizeivizepräsident Michael Dibowski kritisierte: „Mit dieser verantwortungslosen Aktion haben diese selbsternannten Aktivisten die Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen und sowohl sich selbst sowie auch Unbeteiligte und die Einsatzkräfte in Gefahr gebracht.“

Die Aktion Autofrei kritisiert die Haft der Aktivisten und bezeichnet das Handeln der Polizei als illegal und unerträglich. Sie behaupten zudem, dass der Protest im Amtsgerichtsbezirk Freising stattfand und das Gericht im Erding gar nicht zuständig sei. Sie setzten das Verfahren mit einer Entführung gleich, da die festgenommenen Aktivisten von der Polizei in den anderen Bezirk gebracht worden seien.

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Update: 08. September

Polizei München ermittelt gegen Aktivisten wegen IAA-Protest auf Autobahn-Brücken

Mit ihrem Protest gegen die IAA haben Aktivisten den Verkehr auf den Autobahnen rund um München für längere Zeit lahmgelegt - jetzt ermittelt die Polizei wegen der Aktion.

Auf der A8, auf der A92, der A94 und der A96 entrollten sie nach Polizeiangaben am Dienstagmorgen Banner - teilweise seilten sich dafür mehrere Menschen von Brücken ab.

Die Feuerwehr rückte mit Drehleiterfahrzeugen an und stellte zur Sicherheit Sprungkissen unter den Brücken auf. Alpine Spezialisten der Polizei kamen zum Einsatz. Hubschrauber beobachteten die Lage aus der Luft.

Die Polizei ermittelt gegen 26 Beteiligte der Proteste auf den Autobahnen - unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung, wie ein Sprecher mitteilte.

IAA-Protest auf Autobahn-Brücken - Polizei München ermittelt gegen 26 Aktivisten wegen Nötigung

Auf der A9 kletterten die Aktivisten auf eine Schilderbrücke und überklebten die Aufschrift. „Verkehrskollaps 2000 m“ stand nun dort geschrieben. Erst gegen Mittag konnte die Polizei die Autobahnen wieder freigeben, nachdem die Demonstranten die Brücken verlassen hatten und abgeführt werden konnten.

Kurz darauf mussten die Beamten die A94 aber erneut sperren, weil mehrere Demonstranten kurz vor dem Messegelände ein Transparent an einer Brücke befestigten.

Dem ADAC zufolge bildeten sich wegen der Proteste auf der A8 und der A9 Staus von bis zu elf Kilometern Länge. Auf der A92, A94 und der A96 seien die Verkehrsstaus dagegen etwas kürzer ausgefallen.

Die Automesse IAA findet in diesem Jahr erstmals mit neuem Konzept in München statt. Gegner der Messe wollen eigenen Angaben nach deren Ablauf stören, um für eine klimagerechte Mobilitätswende zu demonstrieren. „Wir fordern autofreie Städte, einen stark ausgebauten und kostenlosen ÖPNV - vor allem auf dem Land. Und den sofortigen Baustopp aller Autobahnprojekte“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Auch direkt auf dem Messegelände gab es am Morgen Proteste. Mehrere Greenpeace-Aktivisten stiegen in das Wasserbecken vor der Messe und demonstrierten für einen schnelleren Abschied vom Verbrennungsmotor.

„Gewalt und Nötigung lehnen wir ab“ - Kritik an IAA-Protest auf Autobahn-Brücken

Staatskanzleichef Florian Herrmann kritisierte die Proteste an den Autobahnbrücken. Selbstverständlich seien Demonstrationen, Proteste und Meinungsäußerungen möglich, aber auch für sie gebe es einen Rahmen der Gesetze, sagte der CSU-Politiker. Wenn andere Menschen durch die Aktionen gefährdet würden, sei dies nicht zu tolerieren.

Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) äußerte sich kritisch und verteidigte das Konzept der Messe. „Die IAA Mobility zeigt den Weg zur klimaneutralen Mobilität“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. „Und wir diskutieren auch mit denen, die anderer Meinung sind. Unser Angebot zum Dialog steht. Gewalt und Nötigung lehnen wir ab.“

Im Laufe des Nachmittags versammelten sich die ersten Teilnehmer eines IAA-Protestcamps auf der Münchner Theresienwiese. Sie wollen dort - mit behördlicher Genehmigung - bis zum Ende der IAA am Sonntag campieren. Es soll Vorträge und Podiumsdiskussionen geben.

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Letztes Update: 07. September, 12.35 Uhr

Nach IAA-Protest auf Autobahn-Brücken bei München gibt Polizei den Verkehr wieder frei 

Nachdem sich am Dienstagvormittag mehrere Klima-Aktivisten von Autobahn-Brücken abgeseilten und mit Bannern gegen die IAA protestierten, kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen auf der A96, die A94, die A9 und die A8 Richtung München.

Polizei und Feuerwehr waren vor Ort, um die Protestaktionen zu beenden. Weil die Straßen gesperrt seien, staute sich der Verkehr, sagte eine Polizeisprecherin.

Wie die Polizei jetzt mitteilt, sind die betroffenen Strecken mittlerweile nicht mehr gesperrt, es kann jedoch zu weiteren Verkehrsbehinderungen kommen.

IAA-Protest auf der Autobahn: Aktivisten seilen sich von Brücken ‒ Polizei München legt Verkehr still

Erstmeldung: 07. September

Die Internationale-Automobilmesse (IAA) ist das Ziel zahlreicher Proteste und Blockaden und Demonstration in München. Gegner der Messe haben schon im Vorfeld mehrere Aktionen angekündigt.

Zum Start der IAA haben sich am Dienstag mehrere Klima-Aktivisten mit Bannern von verschiedenen Autobahn-Brücken abgeseilt und so den Verkehr blockiert. Ziel der Aktivisten waren sämtliche Autobahn-Zufahrtswege zur Automobilmesse IAA.

Betroffen sind die Autobahnen A96 bei Unterpfaffenhofen, die A94 bei Angelbrechting, die A9 Nähe Freising (Fahrtrichtung Süd kurz vor dem Rasthof Fürholzen West) und die A92.

IAA-Protest legt Autobahn Richtung München lahm - Polizei sperrt Verkehr

Auf der A8 und der A96 sei die Fahrbahn zum Teil gesperrt und der Verkehr umgeleitet worden, um die Demonstranten herunterholen zu können, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in München. Auch auf der A92, der A94 und der A95 entrollten Aktivisten Transparente. Auf A9 sorgten Aktivisten ebenfalls für einen Polizeieinsatz.

Polizisten sperren während einer Banneraktion gegen die IAA an einer Brücke über der Autobahn A96 bei Germering die Autobahn Richtung München.

Die der Aktionen sei es, gegen den weiteren Ausbau von Autobahnen und die Untätigkeit der Verkehrspolitik angesichts der Klimakrise zu protestieren, teilte die Gruppe blockiaa mit Zudem fordern sie eine echte Verkehrswende.

Der Protest richte sich auch gegen E-Mobilität als vermeintlichen Lösungsansatz des Marktes, weil diese nur eine Problemverlagerung bedeute und keine wirkliche Lösung darstellt.

Polizei und Feuerwehr waren vor Ort, um die Protestaktionen zu beenden. Weil die Straßen gesperrt seien, staue sich der Verkehr, sagte eine Polizeisprecherin.

Kritik an IAA-Protest auf Autobahn-Brücken bei München

Der Autobranchenverband VDA kritisierte die Aktionen und wies die Kritik zurück. „Die IAA Mobility zeigt den Weg zur klimaneutralen Mobilität“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. „Und wir diskutieren auch mit denen, die anderer Meinung sind. Unser Angebot zum Dialog steht. Gewalt und Nötigung lehnen wir ab.“

Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann hat die Proteste gegen die Automesse IAA Mobility an Autobahnbrücken rund um München kritisiert. Selbstverständlich seien Demonstrationen, Proteste und Meinungsäußerungen immer möglich, aber auch für sie gebe es einen Rahmen der Gesetze.

Wenn andere Menschen durch die Aktionen gefährdet würden, sei dies nicht zu tolerieren, sagte der CSU-Politiker am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Die Proteste auf der Autobahn hätten eine akzeptable Grenze überschritten.

Aktivisten demonstrieren vor IAA in München im kalten Wasser

Ebenfalls am Eröffnungstag der Automesse IAA Mobility haben Greenpeace-Aktivisten für einen schnelleren Abschied vom Verbrennungsmotor demonstriert. Bei etwa zehn Grad Außentemperatur stiegen am Dienstagmorgen 14 junge Menschen mit Plakaten in das Wasserbecken vor der Messe München, die die IAA dieses Jahr erstmals beherbergt.

Aktivisten von Greenpeace demonstrieren vor Beginn der IAA auf dem Messegelände.

Auf den Plakaten waren Bilder von Überschwemmungen und Waldbränden der vergangenen Jahre zu sehen, zudem Slogans wie „Die Klimakrise startet hier“. Die am Messegelände zahlreich vertretene Polizei ließ die Aktivisten gewähren, nach etwa einer halben Stunde verließen sie das kalte Wasser.

„Die deutsche Autoindustrie befeuert die Klimakrise immer weiter“, kritisierte Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. „Mit ihren rücksichtslosen Geschäften schränken VW, Mercedes-Benz und BMW die Freiheit junger Menschen ein. Damit sich das ändert, müssen die Konzerne viel schneller weg von klimaschädlichen Verbrennungsmotoren.“

dpa/blockiaa/jh

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