Gesundheit

Zahl der Münchner Hausärzte sinkt

Bundesweiter Trend macht auch vor München nicht Halt. Wie viele Einwohner auf einen Allgemeinmediziner kommen, welche Viertel am schwächsten „versorgt“ sind...

Masern auf dem Vormarsch  Dafür, dass es derzeit in den Wartezimmern noch ein wenig voller ist als sonst, sorgen auch die Masern. Diese sind in Bayern derzeit wieder auf dem Vormarsch. Laut der Techniker Krankenkasse (TK) erreichte der Freistaat mit 787 Fällen im vergangenen Jahr seine höchste Masern-Quote seit 2002. Rund 90 Prozent der Masern-Erkrankungen wurden in Oberbayern erfasst, davon 306 alleine im Münchner Stadtgebiet. Zum Vergleich: 2012 gab es in ganz Bayern lediglich 70 Masern-Fälle. „Masern sind nur schwer zu behandeln, einen wirksamen Schutz garantiert nur eine Impfung“, sagt Sabine Wagner-Rauh, Gesundheitsexpertin der TK in Bayern. Sie appelliert an alle Eltern, ihre Kinder mit einer Impfung zu schützen. Auch Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, und nicht oder nur einmal geimpft wurden, sollten sich impfen lassen. Die Kosten dafür übernehmen grundsätzlich die Kassen.

Verkehrte Welt: Während die Zahl der Ärzte in Bayern auf einen neuen Rekordstand gestiegen ist, bereitet die Entwicklung der Zahlen der Hausärzte der Bayerischen Landesärztekammer Sorgen. Seit 2008 ist deren Zahl in Bayern nämlich um 8,1 Prozent gesunken. Die Landeshauptstadt liegt zwar erfreulicherweise unter diesem Trend, doch auch hier gab es Ende 2013 immerhin 15 Allgemeinärzte weniger als ein Jahr zuvor. Das geht aus der Jahresstatistik des Ärztlichen Kreis- und Bezirksverbands München hervor. Insbesondere in ländlichen Regionen werde es für Hausärzte immer schwerer, Nachfolger zu finden, erklärt der Präsident der Landesärztekammer Max Kaplan. Doch auch innerhalb der Stadt ist nicht alles rosig. Zwar kommen im Stadtbezirk 1, also in der Altstadt und im Lehel, nur 340 Münchner auf einen Allgemeinmediziner, doch gerade im Münchner Westen sieht der Versorgungsgrad mit Allgemeinmedizinern deutlich schlechter aus. So kommen in Sendling-Westpark oder Allach-Untermenzing über 2500 Münchner auf einen entsprechenden Arzt. Trauriger Spitzenreiter ist Hadern. Hier sind es sogar 3197 Patienten, die sich – rein statistisch gesehen – in einem Wartezimmer drängeln. Im stadtweiten Durchschnitt sind es nur 1758. Insgesamt zählte die Landesärztekammer Ende 2013 fachrichtungsübergreifend 60 665 berufstätige Mediziner in Bayern. Das sind knapp 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre summiert sich dieser Anstieg sogar auf 13,6 Prozent. Dennoch plagen Max Kaplan nicht nur in Sachen Hausärzte die Sorgenfalten. Zum einen arbeiten viele Nachwuchsmediziner in Teilzeit. Außerdem seien laut dem Präsident der Landesärztekammer die Arbeitszeitregeln in Krankenhäusern strenger als früher. Er erklärt: „Um zwei Ärzte, die in Ruhestand gehen, zu ersetzen, bräuchten wir eigentlich drei Nachfolger.“ Die Zeiten, in denen Nachwuchsmediziner klaglos 60 Stunden und mehr arbeiten, seien schlichtweg vorbei.

Marco Litzlbauer

 

Die Viertel-Übersicht

Viertel Allgemeinärzte

MÜNCHEN GESAMT 

819
Altstadt Lehel  59
Ludwigsvorstadt/ Isarvorstadt  57
Maxvorstadt 38
Schwabing West  32
Au-Haidhausen  42
Sendling  26
Sendling - Westpark  21
Schwanthalerhöhe 19
Neuhausen-Nymphenburg  60
Moosach  20
Milbertshofen - Am Hart  32
Schwabing - Freimann 35
Bogenhausen 50
Berg am Laim 18
Trudering - Riem 29
Ramersdorf - Perlach  46
Obergiesing - Fasangarten  20
Untergiesing - Harlaching  31
Thalkirchen-Obersendling- Forstenried-Fürstenried- Solln  40
Hadern 15
Pasing - Obermenzing 38
Aubing-Lochhausen- Langwied 19
Allach - Untermenzing 12
Feldmoching - Hasenbergl  25
Laim 35
 Quelle: Statistisches Amt München

Rubriklistenbild: © dpa

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