Ehemaliger Bürgermeister von München

Reaktionen zum Tod von Hans-Jochen Vogel – Der Oberbürgermeister, der die Olympischen Spiele nach München brachte

Der frühere SPD-Chef Hans-Jochen Vogel ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 94 Jahren in München nach langer Krankheit.
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Der frühere SPD-Chef Hans-Jochen Vogel ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 94 Jahren in München nach langer Krankheit.

Wenige Politiker haben München so geprägt wie Hans-Jochen Vogel. Der ehemalige Oberbürgermeister holte die Olympischen Spiele und sorgte für den Bau der U-Bahn.

  • Hans-Jochen Vogel ist im Alter von 94 Jahren gestorben.
  • Der ehemalige Oberbürgermeister von München hat die Olympischen Spiele in die Landeshauptstadt geholt.
  • Vogel bekleidete bis 1991 Spitzenämter in der SPD als Parteivorsitzender und Fraktionschef im Bundestag.

Hans-Jochen Vogel war am Sonntagmorgen im Alter von 94 Jahren gestorben. Der in zweiter Ehe verheiratete Vogel lebte zuletzt mit seiner Frau in einem Münchner Seniorenstift. Er war an Parkinson erkrankt.

Bevor er in die Bundespolitik wechselte, war Vogel von 1960 bis 1972 zwölf Jahre Münchner Oberbürgermeister. In der sozialliberalen Koalition diente er unter Willy Brandt und später unter Schmidt in Bonn als Bau- und Justizminister. 

 Der SPD-Oppositionsführer Hans-Jochen Vogel während der Haushaltsdebatte im Deutschen Bundestag am Rednerpult. Im Hintergrund auf der Regierungsbank Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und Außenminister Hans-Dietrich Genscher (l, FDP). 

Vor der härtesten Bewährungsprobe stand Vogel während der Zeit des RAF-Terrorismus. „Die schwierigste Entscheidung, an der ich beteiligt war, war die Entscheidung nach der Entführung von Hanns Martin Schleyer und nach der Entführung der Landshut“, sagte er.

Seine eigenen Ambitionen als Kanzlerkandidat musste er nach der Wahlniederlage 1982 gegen Helmut Kohl (CDU) begraben. 1981 war er für kurze Zeit Regierender Bürgermeister von Berlin. Als Fraktionschef im Bundestag und Parteivorsitzender bekleidete er aber noch bis 1991 Spitzenämter in der SPD.

Ehemaliger Oberbürgermeister von München - Reaktionen zum Tod von Hans-Jochen Vogel

Zum Tod von Hans-Jochen Vogel haben Politik, Kirche und Jüdische Gemeinde dem früheren SPD-Vorsitzenden und langjährigen Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel ihre Hochachtung erwiesen. 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) würdigte den am Sonntagvormittag gestorbenen Sozialdemokraten als „herausragende Persönlichkeit“. „Über Parteigrenzen hinweg genoss er durch seine glaubwürdige Politik und authentische Art höchstes Ansehen“, sagte Söder. „Der Freistaat trauert um Dr. Hans-Jochen Vogel.“

Nicht nur Söder verwies darauf, dass Vogel die Landeshauptstadt entscheidend geprägt habe. „Ohne die visionäre Politik von Hans-Jochen Vogel wäre München nicht schon 25 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zu der weltoffenen, internationalen und liebenswürdigen Stadt, wie wir sie kennen, geworden“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). 

Hans-Jochen Vogel holte die Olympischen Spiele nach München

Vogel war von 1960 bis 1972 Münchner Oberbürgermeister, in seine Amtszeit fielen die Entscheidung für die Olympischen Spiele ebenso wie der Bau der Münchner U-Bahn.Mit 34 Jahren wurde Vogel 1960 in München jüngster Oberbürgermeister einer europäischen Millionenstadt. 

 Der ehemalige Oberbürgermeister von München, Hans-Jochen Vogel (r), stärkt sich während der Fahrt in einer offenen Kutsche beim traditionellen Trachtenumzug zum Oktoberfest mit einem Schluck Bier aus einem Maßkrug. Neben ihm sitzt sein Amtsvorgänger Thomas Wimmer. Im Hintergrund das Münchner Rathaus. 

Kardinal Reinhard Marx stellte Vogels Glauben heraus. „Es war nicht unbedingt selbstverständlich, wie Hans-Jochen Vogel als Sozialdemokrat sein Katholisch-Sein und seine damit verbundenen moralischen Grundsätze öffentlich bekannte und lebte.“ Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) sagte: „Bis zuletzt hat er die Demokratie gegen alle Anfeindungen verteidigt. Sein Wort hatte Gewicht. Für mich war er immer ein Ehrenmann.“

SPD-Fraktionschef Horst Arnold nannte Vogel„einen der genialsten und bedeutendsten kosmopolitischen Sozialdemokraten Bayerns. „Unserer bayerischen Landeshauptstadt hat Hans-Jochen Vogel als Oberbürgermeister die Olympischen Spiele, die Fußgängerzone, den Verkehrsverbund und einen enormen Modernisierungsschub beschert“, schrieb Arnolds Amtsvorgänger Markus Rinderspacher (SPD).

SPD-Umweltexperte Florian von Brunn stellte Vogels soziales Herz heraus: „Er kämpfte sein Leben lang für Mieter*innen und eine gerechte Bodenpolitik.“

Der Tod von Hans-Jochen Vogel hinterlasse sie in unendlicher Trauer, sagte Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. „Sein Wirken in der Stadt ist bis heute allgegenwärtig.“ Vogels Geradlinigkeit und Offenheit seien einzigartig gewesen und würden unvergessen bleiben.

dpa/KNA/jh

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