Sieg für Skater und Senioren

Hallo zeigt die Gewinner und Nominierten des ersten Münchner Gesundheitspreises

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Selbst wenn es nur zwei Preisträger gibt: ein Gewinn für Münchens Gesundheit sind alle nominierten Initiativen und Projekte.

München - Rundum G'sund: Zum ersten Mal ehrt die Stadt Projekte und Initiativen in den Kategorien „Kinder- und Jugendgesundheit“ sowie „Gesund im Alter“ mit dem Münchner Gesundheitspreis

Simone Eiche ist Geschäftsführerin des FrauenTherapieZentrums (FTZ).

Vom Kindes- bis ins hohe Lebensalter: Die Stadt ehrt erstmals Projekte mit dem Münchner Gesundheitspreis. In der Kategorie „Kinder- und Jugendgesundheit“ wurde die „Gesundheitsförderung Freestyle“ der gemeinnützigen Firma Gorilla Deutschland ausgezeichnet. Deren Gründer Tobias Kupfer weiß bereits, wie es sich anfühlt, auf dem Siegertreppchen zu stehen – er ist Welt- und Europameister im Skateboarden. Und als fünffacher Vater weiß er auch, wie man Kinder in Workshops an Schulen zu mehr Bewegung motiviert: „Wir holen die Kids mit Freestyle-Sportarten wie Skateboarding, Breakdance, oder Longboarding ab. Das ist der Türöffner, danach sprechen wir auch über Ernährung und nachhaltigen Konsum.“

In der Kategorie „Gesund im Alter“ prämierte die Jury das Projekt „Thea mobil“ des FrauenTherapieZentrums (FTZ). „Für Ergotherapie muss man in Praxen gehen, nicht so bei uns. Wir kommen direkt zu den älteren Menschen nach Hause“, erklärt Simone Eiche, FTZ-Geschäftsführerin (kl. Foto li). Das FTZ setzt Thea mobil im Trägerverbund mit den Vereinen Stadtteilarbeit und Mutabor um. Und geht dabei über klassische Ergotherapie, mithilfe derer die Senioren wieder in den Alltag finden sollen, weit hinaus. „Wir engagieren Pflegedienste und Nachbarschaftshilfe, vernetzen und koordinieren.“ Sebastian Obermeir

Auch ausgezeichnet: Die nominierten Initiativen und Projekte

Für den Einsatz im Kampf gegen Antibiotika-Restistenzen wurde das Projekt „ABS Antiobiotic Stewardship“ des Haunerschen Kinderspitals nominiert. „Wir haben mit dem Medikament ein scharfes Schwert, aber wenn es zu oft verwendet wird, wird es stumpf“, erklärt Abteilungsleiter für pädiatrische Infektiologie Prof. Dr. med. Johannes Hübner. Durch neue Strategien, Leitlinien und Beratungsmaßnahmen wurde der Antibiotikaverbrauch um 50 Prozent verringert.

Prof. Dr. med. Johannes Hübner ist Abteilungsleiter für pädiatrische Infektiologie.

Bowling statt Mathe, Gemüse statt Fremdsprachen: An der Städtischen Ludwig-Thoma-Schule heißt es ein Mal pro Semester für Fünft- bis Zehntklässler „GEMS – gut essen, mehr sport“. „Die Aktionswoche kommt bei den Schülern hervorragend an“, sagt Schulleiter Claus Tonke. Während sich eine Hälfte der Schüler sportlich betätigt, lernen die anderen Wichtiges über Ernährung – dann wird getauscht.

„Nachbarschaftshilfe unterm Regenbogen“ bietet die rosaAlter Beratungsstelle. „Ziel ist es, lesbische, schwule, trans* und inter* Senioren ehrenamtlich zu unterstützen“, sagt Peter Priller von rosaAlter. Die Hilfe sei dabei praktischer wie zwischenmenschlicher Art. „Wir haben etwa ein Paar, das einmal jährlich das Holz aufgerichtet braucht, ein anderer Klient wohnt zentral, traut sich aber kaum hinaus. Ein Nachbarschaftshelfer ist mit ihm unterwegs und hilft, soziale Kontakte zu knüpfen.“

„Wir beraten und unterstützen das Pflegepersonal und Angehörige“, erklärt Sepp Raischl vom „Christophorus Hospiz Verein“.

„Die Münchner Bürger sollen darauf vertrauen können, in Pflegeheimen gut auf ihrem letzten Lebensweg betreut zu werden“, sagt Sepp Raischl (kl. Foto re.) vom „Christophorus Hospiz Verein“. „Wir beraten und unterstützen das Pflegepersonal und Angehörige“, erklärt er. Sterben solle als Teil unserer Gesellschaft wahrgenommen werden – und dort stattfinden können, wo der Mensch bislang gelebt hat.

Der Preis

Zum ersten Mal ehrt die Stadt Projekte und Initiativen mit dem Münchner Gesundheitspreis. Der Preis wird in zwei Kategorien verliehen: „Kinder- und Jugendgesundheit“ sowie „Gesund im Alter“. Bewerben konnten sich Münchner Bürger ebenso wie Unternehmen, (Hoch-)Schulen, Vereine und Verbände sowie Einrichtungen des Gesundheitswesens aus München, eine Jury aus Stadtratsmitgliedern wählte die Nominierungen aus.

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