„Zumutung für die Anwohner“

Wenn der Bus um die Ecke kommt, ist alles zu spät: Selbst Parkverbote und Pfosten helfen im Hohenbrunner Weg nur wenig, der Gegenverkehr weicht meist auf den Gehweg aus. Anlieger und Fußgänger haben das Nachsehen. Foto: ww

Der Hohenbrunner Weg lässt die Taufkirchener nicht los: Nach einem Beschluss des Bauausschusses sollen sich die Räte noch einmal darüber Gedanken machen, wie die gravierende Verkehrsproblematik dort gelöst werden kann. Immerhin einen Beschluss gibt es bereits: So sollen die Parkverbotszonen noch bis zum Juni 2011 gelten. Sie waren probeweise für die Dauer eines Jahres eingerichtet worden.

Es klang fast wie Galgenhumor. Wie Ertrinkende an den Strohhalm, so schien sich Bürgermeister Jörg Pötke (ILT) an seine Feststellung zu klammern: „Wir kommen mit theoretischen Überlegungen sowieso nicht weiter“, seufzte der Rathauschef nicht nur einmal. „Wir haben alles durchdacht, aber wenig politisch umgesetzt. Lasst uns doch endlich etwas probieren – auch wenn es eine Zumutung für die Anwohner ist!“, lautete sein Appell an die Rathauskollegen. In der jüngsten Sitzung des Taufkirchener Bauausschusses zeigte sich erneut: Das Verkehrsaufkommen am Hohenbrunner Weg ist nicht nur ein Dauerbrenner in Taufkirchen – es ist eines der Probleme, die sich gegen jede noch so ausgetüftelte Maßnahme hartnäckig sperren (HALLO berichtete). Mehrere Arbeitskreise waren in den vergangenen Jahren eingerichtet worden, um den Missstand zu beheben. Unzählige Sitzungen opferten die Mandatsträger dem Thema, zu ganzen Stapeln sind die Schriftstücke inzwischen angewachsen. Namhafte Verkehrsplaner waren involviert worden, auch an zahlreiche Stellen wie den „Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum“ hatten sich die Räte in ihrer Verzweiflung gewandt. Ohne Erfolg: Zuletzt waren konkrete Pläne, eine Entlastungsstraße zu bauen, am Widerstand zweier Grundbesitzer gescheitert. Nach wie vor sind sich die Räte uneins darüber, wie sich das hohe Verkehrsaufkommen in der Straße in den Griff bekommen lässt. Im Sommer 2004 hatten 50 Anwohner sogar vor dem Rathaus demonstriert, um auf das Verkehrschaos mitten in ihrem Wohngebiet aufmerksam zu machen. Das Problem: Als Quertangente von der Taufkirchener Ortsmitte hin zur Tegernseer Landstraße und weiter zum Gewerbegebiet an der B 471 dient der Hohenbrunner Weg nicht nur Einheimischen als Schleichweg, um eine Anfahrt über Unterhaching zu vermeiden. Auch in Oberhaching und Grünwald ist man längst auf diese Straße als bequeme Anbindung in den Brunnthaler Gewerbepark mit dem Aushängeschild „Ikea“ aufmerksam geworden. Gleichzeitig ist der Hohenbrunner Weg so schmal, dass die Fahrzeuge bei Gegenverkehr immer wieder auf die Bürgersteige ausweichen. Eine Horrorsituation vor allem für Mütter, die Angst haben, ihre Kinderwägen auf den Gehsteigen entlang zu schieben. Zugleich verkehren die Busse der Linie 222 in der Straße, die für jeden Entgegenkommenden zum Alptraum werden. Wer sein Tempo an der Steigung am Entenweiher nicht kräftig drosselt, der steht schon fast mit einem Bein im Gefängnis: Gerade an dieser Stelle ist die Lage so unübersichtlich, dass sich schnell Unfälle ereignen können. „Der Hohenbrunner Weg – das ist eine ganz schwierige Kiste“, hatte Zweite Bürgermeisterin Angelika Steidle (CSU) die Situation einmal resigniert umrissen. „Problematisch ist vor allem der Feierabendverkehr“, hielt Karl Heinz Hansen (ILT) fest. „Da wird mit einer Geschwindigkeit gefahren, die nicht mehr akzeptabel ist.“ Nun will Taufkirchen erneut das Heft in die Hand nehmen: Nach einhelligem Beschluss sollen sich alle Räte noch einmal darüber Gedanken machen, wie Lösungen zu dem Problem aussehen könnten. Spätestens im März sollen konkrete Ansätze vorliegen. Gleichzeitig hat die Verwaltung angeordnet, die verkehrsrechtlichen Bestimmungen in der Straße bis Juni 2011 zu verlängern. Demnach dürfen die Schilder mit Hinweis auf Parkverbotszonen in der Straße nicht entfernt werden. Sie waren probeweise für die Dauer eines Jahres eingerichtet worden. Rafael Sala

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