Mit Herz und Seele für den VdK

Walter Lederwascher, Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Oberhaching-Sauerlach im Interview

Kontinuierlich steigende Mitgliederzahlen belegen: Der VdK-Vorsitzende Walter Lederwascher (67) macht offensichtlich einen guten Job. Ehrenamtlich. Er ist die gute Seele des VdK-Ortsverbands Oberhaching-Sauerlach. Seit 2010 hält er die Fäden zusammen. Nun wurde er für vier Jahre erneut gewählt. HALLO sprach mit dem sympathischen Urgestein mit Herz.

HALLO: Gibt es aktuell noch weitere Ämter, die Ihnen anvertraut wurden? 

Seit dem Kreisverbandstag in München bin ich einer der Vize-Kreisvorsitzenden für 53.000 Mitglieder. Und ich bin einer von neun Delegierten für den Landesverbandstag 2019, zuständig für rund 670.000 Mitglieder.

Bleibt da noch Zeit für Familie und Hobbies? 

Fürs Zitherspielen, Kreuzworträtsel lösen, den Garten pflegen und Ausflüge mit meiner lieben Frau nehme ich mir freilich immer Zeit.

Was bedeutet Ihnen der Sozialverband VdK? 

Ungerechtigkeit kann ich nicht ertragen. Wenn man jemandem helfen kann, dann freut man sich von Herzen. 2010, schon vor meinem Renteneintritt, habe ich mich dazu entschlossen, mich für sozial Benachteiligte einzusetzen. Ich lebe seitdem VdK.

Ist der VdK heute noch zeitgemäß? 

Er ist heute wichtiger denn je, denn die Schere von Arm und Reich driftet immer weiter auseinander.

Gibt es eine wachsende Not im Landkreis? 

Gerade im Speckgürtel von München gibt es immer weniger bezahlbare Wohnungen. Rentner, die dort ein ganzes Leben gearbeitet, gelebt und gewohnt haben, können sich Stadt und Landkreis nicht mehr leisten. 

Lässt sich dieser Trend auch bundesweit belegen?

Immer steigende Mitgliederzahlen zeigen, wie wichtig der VdK ist: Ortsverband 487, Kreisverband München 52.733; Landesverband Bayern 671.919; im Bund rund 1,9 Millionen Mitglieder. Der Kreisverband München ist mit Abstand der größte.

Welche Altersgruppe benötigt am häufigsten Hilfe? 

Die 50- bis 60-Jährigen. Etwa für Unterstützung für Prozente beim Versorgungsamt für einen Behindertenausweis oder wenn sie nicht mehr arbeitsfähig sind, auch für die Rente.

Erinnern Sie sich an einen besonderen Fall? 

Oh ja. Eine Sauerlacherin hatte eine Gehirnblutung. Der Gesetzgeber wollte sie noch drei Stunden am Tag in die Arbeit schicken. Das konnte die Frau aber nicht mehr leisten. Die Frührente wurde abgelehnt. Der VdK hat hier fristgerecht innerhalb von vier Wochen Einspruch erhoben und vor dem Sozialgericht eine Rente für die Frau erkämpft. Sie ist erst 54 Jahre alt.

Wenn Sie einen Wunsch für den VdK frei hätten – welcher wäre das? 

Dass sich Politiker mit der Sozialpolitischen Situation in unserem Lande intensiv befassten. Und eine Rentenpolitik wie in Österreich, dann gäbe es keine Altersarmut in Deutschland. Dort müssen alle in die Rentenkasse einzahlen, auch Selbständige und Beamte. Daher kommt mehr Geld in die Kasse. Es gibt 14 Mal Rente im Jahr. Das ergibt im Schnitt 500 Euro mehr pro Kopf im Monat als hier. In Deutschland trauen sich die Politiker nicht, den Beamtenstatus anzugreifen, weil sie zum Teil selber betroffen sind.

Wie kommt man zum VdK? 

Die Mitglieder kommen durch Empfehlung der Ärzte, Gemeinden oder der Presse zu uns – oder rufen direkt bei mir an. Der Kreisverband leitet Anliegen an den zuständigen Ortsverband weiter. Etwa die Hälfte der Neuzugänge kommt über das Internet (www.vdk.de/ovoberhaching-Sauerlach).

Wo trifft man Sie? 

Wir haben jeden zweiten Dienstag im Monat eine Vorstandssitzung mit Stammtisch im Restaurant Odeon in Oberhaching. Beginn ist um 19 Uhr, Interessierte sind willkommen. 

Interview: krb

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare