Neue Kräfteverteilung im Gemeinderat

Unterhachinger Grünen-Räte Claudia Töpfer und Emil Salzeder bilden eigene Fraktion NEO

Emil Salzeder und Claudia Töpfer von der Fraktion NEO aus Unterhaching.
+
Emil Salzeder und Claudia Töpfer sitzen ab sofort nicht mehr für die Grünen, sondern für ihre neu gegründete Fraktion NEO im Unterhachinger Gemeinderat.
  • vonIris Janda
    schließen

Die Unterhachinger Gemeinderäte Claudia Töpfer und Emil Salzeder sind aus der Grünen-Fraktion ausgetreten, um eine eigene Fraktion NEO zu bilden. Damit ist die CSU wieder die stärkste Kraft. Die Grünen bedauern diesen Schritt. 

Die Gemeinderäte Claudia Töpfer und Emil Salzeder haben am vergangenen Dienstag Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) und der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Evi Karbaumer ihren Abschied aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erklärt. Damit hat die CSU mit acht Sitzen wieder um eine Stimme die Mehrheit im Gremium. Den Vorsitz ihrer neu gegründeten Fraktion NEO übernimmt Töpfer für das erste Jahr.

Die beiden Grünen sind seit knapp einem Jahr im Unterhachinger Gemeinderat und sind sich einig: Politische Arbeit vor Ort macht Freude – und sie wollen noch mehr. Von der weiteren Zementierung politischer Lager im Gemeinderat wollen sie aber Abstand nehmen.

Die Fraktion möchte sachorientiert arbeiten und Konflikte nicht mit sich rumschleppen. „Das kennen wir beruflich“, erklären die NEOs. Töpfer arbeitet als Ingenieurin im Bereich E-Mobilität und Erneuerbare Energien, der 51-jährige Salz­eder ist selbstständiger Berater und arbeitet in einem großen Fernwärme-Projekt in der Schweiz. Schnelles Handeln, Verantwortung und handfeste Ergebnisse seien daher ihr Tagesgeschäft. In der Kommunalpolitik wollen sie genau so handeln. Die Zusammenarbeit in der Grünen-Fraktion sei stets konstruktiv gewesen. „Wir danken unseren Kolleginnen und Kollegen für die lebhaften Diskussionen und die interessanten Impulse“, heißt es in einer Pressemitteilung der NEOs.

Das Projekt zur Aufwertung des FEZ, das von Töpfer und Salzeder gemeinsam mit CSU-Rat Franz Felzmann angeregt wurde, habe aus der Bürgerschaft viel Zuspruch erhalten. „Genau so gehen wir an unsere nächsten Vorhaben. NEO wird eine kleine und flinke Fraktion, die nicht die Welt verbessern will, sondern die Lebensqualität in Unterhaching.“ Jetzt wollen sie ihr Tempo weiter steigern und sich am Ergebnis für die Unterhachinger messen lassen. Dafür arbeite NEO in den lokalen Netzwerken: Mit der Agenda, der Bürgerenergie und vor allem Gemeinderäten aller Fraktionen. Denn: „Unser Gemeinderat hat in allen Fraktionen gute Köpfe und großartige Ideen“, betont die 30-Jährige Töpfer.

Die Grünen, die durch den Austritt der beiden Räte die Stimmmehrheit im Gremium verlieren, zeigen sich von dem Schritt überrascht. „Wir bedauern den Schritt, denn es ist klar, dass der grüne Ortsverband die Kandidaten aufgestellt und die Unterhachinger Wählerinnen und Wähler alle ursprünglich neun Mandatsträger mit einem machtvollen Mandat ausgestattet haben, um grüne Politik in Unterhaching einzubringen“, erklärt Fraktionsvorsitzende Evi Karbaumer.

An ihren Aussagen für das damalige Wahlprogramm ändere sich nichts, hebt Töpfer hervor. Auch bleibe sie weiterhin Grünen-Mitglied. Salzeder sieht das ähnlich: „Ja, wir beide stehen weiterhin dazu. Und so viel ändert sich durch unsere Unabhängigkeitserklärung ja nicht: Die Grünen bleiben unsere Kolleginnen und Kollegen.“ Sie werden weiterhin gut in der Sache zusammenarbeiten, aber als NEOs nun eigene Prioritäten setzen und einen anderen Stil pflegen. Es brauche „weder Fronten noch Theaterdonner, sondern die sachliche Auseinandersetzung“.

Nach der Bekanntgabe seien die Telefone der NEOs heiß gelaufen. Von Räten aller Fraktionen hätten sie Zuspruch erhalten. „CSU-Fraktionschef Korbinian Rausch freut sich darüber, dass die CSU nun die stärkste Fraktion im Gemeinderat ist“, erzählt Salzeder. Rausch wolle die Zusammenarbeit mit den beiden Kollegen genauso positiv fortsetzen. SPD-Kollege Peter Wöstenbrink habe von einem Paukenschlag gesprochen und sofort seine Unterstützung ange­boten.

ija

Weitere Nachrichten aus der Region finden Sie in unserer Übersicht.

Folgen Sie HALLO auch auf Facebook.

Auch interessant:

Kommentare