Ein Platz für das örtliche Handwerk

Unterhaching will Flächen für Gewerbehof mit Machbarkeitsstudie prüfen lassen

Ein Handwerker verputzt eine Mauer.
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Ortsansässige Handwerksbetriebe sollen in Unterhaching auf einem Gewerbehof Platz bekommen.
  • vonIris Janda
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Ein Gewerbehof in Unterhaching – diesem seit langem gehegten Wunsch möchte die Gemeinde näher kommen. Daher sollen mögliche Standorte nun in einer Machbarkeitsstudie durch ein externes Planungsbüro geprüft werden.

Die Gemeinde Unterhaching möchte eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, in der potenzielle Flächen für einen Gewerbehof geprüft werden sollen. Dafür sprach sich der Gemeinderat in seiner März-Sitzung einstimmig aus.

Anlass für den Tagesordnungspunkt war ein Antrag der Freien Wähler vom Februar 2020 – ähnliche Anträge waren in den vergangenen Jahren auch immer wieder von anderen Fraktionen wie CSU und SPD gestellt worden. „Ich glaube die Forderung nach einem Gewerbehof ist älter als ich“, erklärte CSU-Fraktionsvorsitzender Korbinian Rausch (28). Auf einem Gewerbe- und Handwerkerhof sollen ortsansässige Betriebe ihre Lager- und Produktionshallen ansiedeln können. Die Gemeindeverwaltung hätte dazu bereits mehrere Anläufe genommen, das Vorhaben zu verwirklichen – bislang allerdings ohne Erfolg.

Die Anforderungen für einen Gewerbehof seien nicht trivial, wie Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) verdeutlichte: „Die verkehrliche Erschließung war nicht gegeben oder es gab planungsrechtliche Probleme.“ Auch hätten entsprechende Grundstücke am Ende doch nicht zur Verfügung gestanden. „Daher bedarf es einer tieferen Vorbereitung“, so der Rathaus­chef weiter. Da die Bauabteilung mit den bestehenden Bebauungsplänen ausgelastet sei, möchte die Verwaltung die Machbarkeitsstudie an ein externes Planungsbüro auslagern. So könne das Projekt nach Jahren voran kommen. „Wir legen jetzt mal los, um Grundlagen zu schaffen“, erklärt Panzer.

Für die Machbarkeitsstudie sind Finanzmittel in Höhe von 15.000 Euro vorgesehen. In der Studie sollen potenzielle Flächen im Gemeindegebiet ermittelt werden, auf denen ein Gewerbehof denkbar wäre. In einem weiteren Schritt soll untersucht werden, ob eine solche Nutzung planungsrechtlich ermöglicht werden kann und ob das Grundstück zeitnah für eine solche Nutzung zur Verfügung steht. Bereits vorab mitgeteilte Wünsche von Grundstückseigentümern sind dazu mit zu berücksichtigen. Diese wären beispielsweise eine Fläche in der Nähe des Grünwalder Weges, die aktuell als Außenparkplatz und Grünfläche genutzt wird, sowie das Klosterfeld in der Nähe des Ortszentrums.

Julia Mittermeier, die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, begrüßte die Bearbeitung ihres Antrag und appellierte an die Verwaltung, das Vorhaben nun möglichst schnell voran zu treiben: „Wir müssen dem ortsansässigen Handwerk Platz geben“, betonte Mittermeier. Dem schloss sich die CSU-Fraktion an. „Gut, dass es endlich gemacht wird“, erklärte Korbinian Rausch. Andernfalls werde das Gewerbe noch weiter aus den Mischgebieten verdrängt.

Außerdem wollte Rausch wissen, mit welchem Zeithorizont zu rechnen sei. „Wir versuchen für die Planung bis zum Jahresende Ergebnisse zu kriegen“, entgegnete der Bürgermeister. Es sei jedoch zum jetzigen Zeitpunkt vermessen, von einem echten Zeit­horizont für die Errichtung des Gewerbehofes zu sprechen. Armin Konetschny (Grüne) wollte wissen, wie weit die Studie gefasst werde. „Die Möglichkeit an Grundstücken ist wirklich nicht so groß“, meinte Panzer dazu.

Einstimmig sprach sich das Gremium für die Beauftragung einer Machbarkeitsstudie aus. Deren Ergebnisse sollen dem Bau-, Umwelt- und Ortsentwicklungsausschuss präsentiert werden.

Iris Janda

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