Zankapfel erneut auf der Tagesordnung

Unterhaching: Kostenschätzung zu Lärmschutzwand wird Gemeinderat vorgestellt

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So nah wie in Essen steht die Wohnbebauung in Unterhaching zwar nicht an der Autobahn – dennoch belastet der Lärm von der A995 die Anwohner.

Der Unterhachinger Gemeinderat beschäftigt sich erneut mit dem Streitthema Lärmschutz. Eine Aufforstung wird es nicht geben, aber eine Wand könnte deutlich werden teurer als gedacht.

Unterhaching – Glühweinduft weht über die Christkindlmärkte, Lichter erleuchten die dunklen, kalten Nächte und die ersten Weihnachtshits laufen im Radio: Der Landkreis ist mitten in der besinnlichen Jahreszeit. In der Unterhachinger Gemeinderatssitzung am heutigen Mittwoch könnte es allerdings weniger besinnlich zugehen, denn der ewige Zankapfel Lärmschutzwand steht wieder auf der Tagesordnung.

Ein Ingenieursbüro hat den Bau einer Lärmschutzwand auf dem bestehenden Wall geprüft. Die Kosten dafür sollen deutlich von dem des bereits vorliegenden Angebots abweichen.

Zur Rekapitulation: Nachdem die CSU im November 2018 selbst gegen einen baulichen Lärmschutz an der A995 stimmte, kam im Frühjahr diesen Jahres der Umschwung. Die Verwaltung wollte den Lärm durch die Aufforstung des Waldes an der A995 eindämmen. Diese Idee stieß bei einigen Gemeinderatsmitgliedern und den Bürgern auf großen Widerstand. Sogar eine Petition gegen diese Planungen ging an den Bayerischen Landtag.

Angetrieben durch die Lärmschutz-Aktivistin Catia Hilgart, die ein deutlich günstigeres Angebot als die Gemeinde für den Bau einer Lärmschutzwand präsentierte, forderte die CSU per Antrag, die Pläne zur Aufforstung einzustellen und doch eine bauliche Lärmschutzmaßnahme.

Diesem Auftrag kommt die Gemeinde nun nach und stellt die Ergebnisse in der heutigen Sitzung vor. Aus den Sitzungsunterlagen geht hervor, dass die Gemeinde nicht weiter den Plänen der Aufforstung nachgehen möchte. Vor allem die aus der Bevölkerung geäußerten Sorgen um den Baumbestand hätten sie dazu veranlasst.

Außerdem wird das Ingenieursbüro Mayr in der Sitzung seine Ergebnisse und eine grobe Kostenschätzung vorstellen. Es wurde beauftragt, das von Catia Hilgart eingebrachte Angebot der Firma Rau Geosysteme Süd zu prüfen. Dieses kommt auf eine Gesamtsumme von 2,4 Millionen Euro für eine Lärmschutzwand auf dem bestehenden Wall. Die genauen Ergebnisse der Untersuchung werden erst in der Sitzung bekanntgegeben. 

Schon jetzt ist klar, dass das Angebot der Firma Rau einige Kostenpunkte nicht enthält, wie den Wallaufbau, die Unterhaltskosten und die statische Ertüchtigung. Dadurch werden die Gesamtkosten für das Projekt deutlich höher als die 2,4 Millionen des bisherigen Angebots liegen.

Die hinzukommenden Kostenpunkte ergeben sich vor allem auch aus einer von der Kraft Domann Czeslik Ingenieursgesellschaft für Geotechnik durchgeführten Bodensondierung, die Anfang November stattfand. Dabei wurde festgestellt, dass für eine Lärmschutzwand auf dem Wall erheblich auf diesen eingegriffen werden muss. Anders ist es statisch nicht umsetzbar. Ob ein solcher Bau überhaupt schalltechnisch nützlich ist, bleibt fraglich. Das wird noch von einem Fachbüro überprüft und in der Januarsitzung vorgestellt.

Zu den Lärmschutzmaßnahmen beschließen wird das Gremium in der heutigen Sitzung nichts, der Tagesordnungspunkt dient lediglich der Information. Stoff für Diskussionen wird es sicherlich trotzdem geben.

Iris Janda

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