„Besonderer Ort der kulturellen Inspiration“

Unterhaching: Heimatmuseum lädt zu Autorenlesung mit Grimme-Preisträgerin

+
Grimme-Preisträgerin Angelika Schwarzhuber ist zu Besuch im Heimatmuseum und liest aus ihrem neuen Roman vor.

Das Heimatmuseum Unterhaching veranstaltet am 13. Dezember eine Autorenlesung mit musikalischer Begleitung. Grimme-Preisträgerin Angelika Schwarzhuber, die aus ihrem weihnachtlichen Roman liest, und Harald Nottmeyer, Leiter des Heimatmuseums, im Gespräch mit HALLO.

Herr Nottmeyer, mit welcher Erwartung veranstalten Sie als Leiter die Lesung im Heimat­museum?

Der Grundgedanke ist, die Besucher durch verschiedene Themen zum Nachdenken zu bewegen. In einem Museum, wo Geschichte durch Exponate präsentiert wird, entsteht bei solchen Veranstaltungen immer eine besondere Atmosphäre geistiger Anregung. Auf der einen Seite wird in der Gegenwart mit Worten eine Geschichte vorgelesen, auf der anderen sieht der Hörer Gefäße und andere Gegenstände aus Epochen, die schon längst vergangen sind.

Neben Angelika Schwarzhuber, wird auch Nicole Walter-Lingen mit ihrem Roman „Der Weihnachtshund von Venedig“ vorlesen. Warum haben Sie sich für diese Autorinnen entschieden?

Frau Schwarzhuber ist Grimme- Preisträgerin und besitzt damit die Anerkennung literarischer Kreise, sich sprachlich gut ausdrücken zu können. Wir halten den Vortrag der Schriftstellerinnen nicht nur für eine kulturelle Bereicherung für alle an Literatur Interessierten, sondern auch für eine Bereicherung unserer Museumsarbeit.

Frau Schwarzhuber, inwiefern hat sich Ihr Leben durch den Grimme-Preis verändert, den Sie für Ihre Drehbucharbeit erhielten?

Der Grimme-Preis für unseren Film „Eine unerhörte Frau“ ist für mich eine ganz besondere Auszeichnung, die mich unglaublich gefreut hat. Mein Leben hat sich dadurch nicht verändert, aber in der Branche werde ich wohl schon etwas anders wahrgenommen. Das zeigt sich auch an den Anfragen für tolle Projekte, die inzwischen entstanden oder noch in Entwicklung sind.

Sie schreiben Drehbücher und Romane. Woher nehmen Sie Ihre Inspirationen?

Das ist völlig unterschiedlich. Die Inspirationen schleichen sich zuzusagen von allen Seiten an. Das kann ein Zettel an der Pinnwand eines Supermarktes sein, ein flüchtiger Gedanke bei der Hausarbeit, ein zufälliges Gespräch im Zug, das ich mitanhöre, ein Lied, das mich besonders berührt, ungewöhnliche Familienkonstellationen, eine Reise und manchmal – hauptsächlich im Drehbuchbereich – gibt es auch konkrete Themen, die gewünscht sind.

Für das Schreiben eines Buches benötigt man einen langen Atem. Gibt es manchmal auch Phasen, in denen Sie einen Durchhänger haben?

Durchhänger gibt es schon auch mal, das liegt aber oftmals daran, dass eine Figur noch nicht ganz stimmig ist und man deswegen nicht so richtig weiterkommt. Mir hilft es dann meistens, die Motivationen der einzelnen Figuren genau zu betrachten und auf den Prüfstand zu stellen oder auch mit meinem langjährigen Drehbuchkollegen Christian Lex darüber zu sprechen. Manchmal muss man aber bei einem Durchhänger einfach nur mal den Kopf so richtig freibekommen. Dabei helfen mir lange Spaziergänge an der Donau oder auch mal einen Tag ganz freinehmen.

Tod und Verlust tauchen als Themen immer wieder in Ihren Büchern auf. Beschäftigten sie diese auch in Ihrem Leben?

Die Themen Verlust und Tod sind wohl meist ein Bestandteil meiner Bücher, denn so ein Einschnitt im Leben bedeutet immer Veränderung und zwingt einen dazu, das Leben anders zu betrachten. Das führt zu Konflikten, die Grundlage einer Geschichte, egal in welchem Genre. Dass diese Themen häufiger bei mir vorkommen, mag sicherlich auch daran liegen, dass ich als 14-Jährige meinen Vater bei einem Unfall verloren habe. Für mich stand damals die Welt still und sie musste erst wieder anfangen, sich zu drehen. Trotzdem versuche ich, meine Geschichten nicht zu „schwer“ werden zu lassen und verpacke die Themen gerne auch in Komödien. Es darf gelacht und geweint werden. Im besten Fall schließen die Leser am Ende das Buch mit dem Gefühl, dass man auch schwierige Zeiten überwinden kann und das Leben trotz allem auch so viel Wunderbares und Schönes bietet.

Kommt daher auch Ihr Bedürfnis, Worte auf das Papier zu bringen, oder warum schreiben Sie?

Schon seitdem ich mich erinnern kann, spuken in meinem Kopf Geschichten herum. Als Kind begann ich, einige davon aufzuschreiben. Auch kleine Gedichte und Liedertexte, die leider bei einem Umzug verlorengingen. Es gab keinen Moment der Entscheidung, diese Leidenschaft zum Beruf zu machen, sondern einen Moment des Mutes, meine Geschichten jemandem zu zeigen, um herauszufinden, ob diese Geschichten auch geeignet sind, sie mit anderen Menschen zu teilen.

Warum ist der lokale Bezug zu Bayern in Ihren Büchern immer gegeben?

Obwohl ich gerne verreise, so lebe ich doch schon mein ganzes Leben in Bayern und es fällt natürlich leichter, über das zu schreiben, was man gut kennt. Bayern ist für mich ein herr­licher Flecken Erde und es macht mir Freude, meine Geschichten zum größten Teil hier spielen zu lassen.

Herr Nottmeyer, haben Sie die neuen Romane der beiden Autorinnen bereits gelesen, oder wollen Sie sich von den Geschichten überraschen lassen?

Leider noch nicht. Ich lasse mich überraschen.

Was erhoffen Sie sich denn persönlich von der Lesung im Heimatmuseum?

Den Besuchern in erster Linie einen schönen Abend zu bereiten und sie für das Museum als einen besonderen Ort der kulturellen Inspiration zu gewinnen.

Und Sie, Frau Schwarzhuber?

Im besonderen Ambiente freue ich mich sehr darauf, einige meiner Leserinnen und Leser persönlich treffen zu dürfen.

Warum glauben Sie, wird diese Lesung für die Zuhörer unvergesslich?

An diesem Abend lesen meine wundervolle Kollegin Nicole Walter-Lingen und ich ja gemeinsam und wir werden von zwei tollen Musikern begleitet – Steffi Kreilinger und Tom Würgert, die unseren weihnachtlichen Geschichten einen klangvollen Rahmen geben werden. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir den Zuhörern einen unterhaltsamen Abend bescheren und sie uns deswegen in Erinnerung behalten.

Interview: Melanie Schröpfer

Weitere Nachrichten aus der Region finden Sie in unserer Übersicht

  • 0 Kommentare
  • E-Mail
  • Merkliste
    schließen
  • Weitere
    schließen 503 Service Unavailable

    Hoppla!

    Leider ist unsere Website zur Zeit nicht erreichbar. Wir beeilen uns, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es gleich nochmal.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Taufkirchen: „Job-Event – Arbeiten in der Region“ im Kulturzentrum und der Gemeindebücherei
Taufkirchen: „Job-Event – Arbeiten in der Region“ im Kulturzentrum und der Gemeindebücherei
Sauerlach: Babak Afshar ist Bürgermeisterkandidat der SPD
Sauerlach: Babak Afshar ist Bürgermeisterkandidat der SPD
Unterhaching: Bekannte Schauspielgröße spielt in „Tod eines Handlungsreisenden“ im Kubiz
Unterhaching: Bekannte Schauspielgröße spielt in „Tod eines Handlungsreisenden“ im Kubiz
Unterhaching: Streit um Entsorgung der Christbäume
Unterhaching: Streit um Entsorgung der Christbäume
503 Service Unavailable

Hoppla!

Leider ist unsere Website zur Zeit nicht erreichbar. Wir beeilen uns, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es gleich nochmal.