„Die Beine tragen jeden über die 21 Kilometer“

Unterhachinger Gymnasiasten organisieren Halbmarathon

Schüler des Liese-Meitner-Gymnasiums veranstalteten im Rahmen des P-Seminars einen Halbmarathon.
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Mit Familien und Freunden freuten sich die Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums in Unterhaching über den erfolgreich absolvierten Halbmarathon im Perlacher Forst.

Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums in Unterhaching organisierten im Rahmen des P-Seminars „Ausdauersport im Alltag“ einen Halbmarathon.

Unterhaching - „Die Beine tragen eigentlich jeden beim Halbmarathon über die 21 Kilometer“ ist sich Clemens Martini sicher. Was zählt sei das Durchhaltevermögen. Genauso sieht es sein Mitschüler Daniel Curl. Die beiden müssen es wissen, denn vor knapp zwei Wochen sind sie selbst zum ersten Mal einen Halbmarathon gelaufen. Die Zwölftklässler des Lise-Meitner-Gymnasiums in Unterhaching sind Teil des P-Seminars „Ausdauersport im Alltag“. Dessen Ziel war es, auf einen Halbmarathon zu trainieren, ihn zu organisieren und durchzuführen.

Die zehn Kursmitglieder – alle Sportler, aber keine Läufer – starteten mit der Planung für den Halbmarathon Anfang dieses Jahres. Unterstützt wurden sie von Sportlehrer Erhard Schneider, der selbst erfahrener Ausdauersportler ist. Ursprünglich wollten alle gemeinsam am München Marathon teilnehmen. Doch dann kam die Schulschließung im März und es war absehbar, dass der Marathon in München abgesagt werden würde. „Da mussten wir spontan umdisponieren“, erklärt Clemens. Aus den Plänen für den München Marathon wurde ein selbst organisierter in Unterhaching, aus gemeinsamen Laufen individuelles Training von zu Hause, das per Handy aufgezeichnet wurde.

Sich in dieser ungewissen Zeit zum Laufen zu motivieren, sei nicht allen Teammitgliedern leicht gefallen. „Als wir daheim trainieren sollten, hat sich das bei allen in zwei verschiedene Richtungen entwickelt“, meint Daniel. Manche hätten das Training ausfallen lassen, weil keiner wusste, wie es weitergeht. Wegen der vielen Freizeit und weil auch die Vereine geschlossen waren, hätte sich Joggen zwar angeboten, aber „ich hatte schon an manchen Tagen ein Motivationsproblem“, räumt Clemens ein. „Das war eigentlich das größte Problem am Training.“

Bei Daniel ging es ins andere Extrem: „Ich habe jeden Tag trainiert, weil ich auch nichts zu tun hatte. Das war dann so viel, dass ich mich sogar deshalb verletzt habe.“ Wer sich regelmäßig motiviert hat und die Strecke langsam steigerte, konnte sich dann aber über schnelle Erfolge freuen. „Das hat mich am meisten überrascht, wie schnell ich mich steigern konnte“, erzählt Daniel. Den Schülern wurde geraten, vor dem Halbmarathon die Strecke einmal komplett zu laufen. „Das hat mir sehr geholfen, weil ich wusste, dass ich es schaffen kann“, verdeutlicht Clemens.

Allerdings: das Training ist nicht mit dem Halbmarathon gleichzusetzen. Und der Lauf des P-Seminars sollte authentisch sein und den großen Wettläufen in nichts nachstehen. Deshalb organisierten die Zwölftklässler zwei Sponsoren, die für T-Shirts und die Verpflegung an zwei Versorgungsstationen aufkamen. Für Wettkampf-Stimmung sorgten außerdem Familien und Freunde, die die Schüler an der Strecke im Perlacher Forst anfeuerten. „Das war eine super lustige Veranstaltung“, meint Clemens freudig. Alle Sportler haben es ins Ziel geschafft, der schnellste legte die 21 Kilometer in einer Stunde und 40 Minuten hin.

Besonders das Taktieren unter den Läufern vorne sei eine spannende Erfahrung gewesen, erklärt Daniel. „Man läuft mit Freunden, die gleichzeitig Gegner sind. Dann hinterfragt man sich die ganze Zeit, ob man langsamer laufen soll, um Kraft zu sparen, oder lieber schon früher aufholen soll. Das war ein richtiger Wettkampf.“

Einige aus dem Team wollen auch zukünftig an Wettläufen teilnehmen. Clemens und Daniel konnten zwar nicht dauerhaft für den Marathon-Sport gewonnen werden, nehmen aber eine wichtige Lehre aus dem Projekt mit. „Wir haben gelernt, wie viel man schaffen kann, wenn man den eigenen Schweinehund überwindet und am Ball bleibt“, erklärt Clemens. „Das hat jedem geholfen – auch über den Sport hinaus.“

Iris Janda

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