Badesee geht auch in Unterhaching unter

Unterhaching: CSU-Antrag zur Landschaftspark-Umgestaltung fällt im Gemeinderat durch

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Im Landschaftspark soll das historische Erbe erhalten und das Biotop unberührt bleiben. Einen CSU-Antrag zur Umgestaltung lehnte der Unterhachinger Gemeinderat nun ab.

Der Landschaftspark bleibt so, wie er ist – dazu sprach sich in Unterhaching eine deutliche Mehrheit des Gemeinderats aus. Selbst der Antragssteller CSU versprühte nur noch leise Töne.

Unterhaching – Nach Neubiberg Anfang Oktober, hat sich nun auch der Unterhachinger Gemeinderat mehrheitlich gegen die Umgestaltung des Landschaftsparks mit der Errichtung eines Badesees ausgesprochen. Den entsprechenden Antrag hatten die CSU-Fraktionen der Gemeinden gestellt (HALLO berichtete). Bei der Sitzung in Unterhaching war selbst von Seiten der CSU nicht mehr von einem Badesee die Rede.

Erst vergangenes Jahr wurde das 20-jährige Bestehen des 1998 auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafen errichten Parks gefeiert. Er sei ein „Juwel des Artenschutzes“ und solle nicht angetastet werden. Mit ihrem Vorhaben, den Landschaftspark für die Freizeit attraktiver zu machen, habe die in das Rathaus drängende CSU-Basis „das Prinzip der Nachhaltigkeit nicht verstanden.“

Für die Sitzung hatte die Verwaltung eine umfassende Stellungnahme vorbereitet, die Bauamtsleiter Stefan Lauszat dem Gremium vortrug. Besonders hervorzuheben sei die Artenvielfalt und Biodiversität des Parks. Auf seinen Wiesen finden rund 2000 der 3500 einheimischen Tierarten ein Zuhause. 

Auch seltene Arten wie die Feldlerche, der Nachtigall-Grashüpfer und der Himmelblaue Bläuling befinden sich darunter. Außerdem sind insbesondere die Flächen östlich der Autobahn durch eine Änderung im Bayerischen Naturschutzgesetz seit dem 1. Oktober gesetzlich geschützte Biotope. Deshalb könnte die Naturschutzbehörde nur in Ausnahmefällen und unter Ausgleich der Beeinträchtigungen einen Eingriff genehmigen.

Weiter trug Lauszat Überlegungen zum Bau und Betrieb eines Badesees vor. So reiche zum einen sowohl die Grundwassermenge als auch das Wasser aus dem Hachinger Bach nicht für einen solchen Badesee. Außerdem entstünden Kosten durch Wasserreinigung, Toiletten sowie Abwasser- und Stromversorgung. Darüber hinaus würden wegen der ehemaligen Nutzung als Militärflughafen umfassende Altlastenuntersuchungen anstehen. Bei den Grabungen für einen Badesee müsste mit Munition gerechnet werden.

Als großes Problem sieht die Verwaltung außerdem das durch einen Badesee gesteigerte Verkehrsaufkommen, das die umliegenden Straßen belasten würde und durch ÖPNV nicht ausgeglichen werden könne. Bau und Errichtung eines Badesees würden erhebliche Kosten verursachen. Da der Neubiberger Gemeinderat den Antrag abgelehnt hat, müsste Unterhaching die Mittel allein stellen.

Schon die Änderung des Nutzungskonzepts und die Neuplanung würden etwa 500.000 Euro kosten. Dazu kämen Gutachten, Planungs- und Umsetzungskosten. Bisher hat die Gemeinde 3,9 Millionen Euro in den Landschaftspark investiert und zahlt jährlich zirka 120.000 Euro Unterhaltskosten. Auch die Grünen sprachen sich klar gegen eine umfassende Veränderung des Landschaftsparks aus. „Wir halten es für dringend geboten, die wertvolle Flora und Fauna, die sich im Landschaftspark seit 20 Jahren entwickelt hat, zu erhalten“, erklärte die Fraktionsvorsitzende Claudia Köhler. 

Der Artenreichtum sei wissenschaftlich nachgewiesen und der Landschaftspark ein Unterhaching Beitrag zum Erhalt dieser Vielfalt. Gegenüber konkreten Ideen, die nicht im Widerspruch zum Schutz der Flora und Fauna stehen, wie etwa der Skaterpark oder das Beachvolleyballfeld, sei die Fraktion offen. Und sogar die CSU versuchte in der Sitzung nicht mehr, das Gremium vom Badesee zu überzeugen. Das Gewässer sei nur eine denkbare Idee, nicht aber das „Herzstück“ ihres Antrags gewesen, meinte Franz Felzmann. Ihr Anliegen sei einzig eine Weiterentwicklung des Parks, etwa durch Toilettenanlagen oder Bäume, die Schatten spenden. 

Obwohl die CSU am Ende selbst den See ablehnte, fand sich nicht einmal aus den eigenen Reihen eine Mehrheit. Damit ging die Fraktion nicht nur in Neubiberg, sondern auch in Unterhaching mit ihrer Idee baden. Die SPD-Fraktion bat die die CSU-Räte, diese „Wahlkampf-Störfeuer“ aus der Gemeinderatsarbeit herauszuhalten.

Iris Janda

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