Vorstoß der Taufkirchner SPD

„Dunkle Räume“ suchen

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Gefahr in Verzug? Die SPD in Taufkirchen möchte gerne dunkle Räume aufspüren.

Taufkirchen ist nicht groß, aber es gibt wohl Straßen und Wege, die in der Nacht nicht alle ausreichend beleuchtet sind – „dunkle Räume“ nennt sie die SPD. „Diese erkunden und reagieren“ lautet ein interessanter Antrag im Gemeinderat, der vorerst aber abgelehnt wurde.

Lust auf einen Abendspaziergang? Nicht mit Waldi oder der Liebsten, sondern mit der SPD? Deren Fraktion hatte in der letzten Gemeinderatssitzung einen Antrag gestellt, dass die Verwaltung „zusammen mit interessierten Gemeinderatsmitgliedern und Vertretern der Polizei sowie der Gemeindeverwaltung“ einen Abendspaziergang organisieren solle, um vermeintliche „dunkle Räumen“ aufzuspüren. Das Wort „aufspüren“ war dabei bewusst falsch gewählt, denn im nachfolgenden Antragstext hieß es, dass im Vorfeld bekannte Problemstellen benannt und gezielt abgegangen werden sollten. Dass es solche Bereiche geben mag, das wäre bei einem Gespräch der SPD-Gemeinderatsfraktion und der Polizeiinspektion 31 deutlich geworden. Diese schlecht bis gar nicht beleuchteten Stellen könnten durchaus eine subjektive Unsicherheit bei den Bürgern hervorrufen, hieß es in dem Antrag weiter. Zusätzlich stellten zu schwach beleuchtete Straßenschwerpunkte ein erhöhtes Risiko für Fußgänger oder Radfahrer da. So weit waren die Ratsmitglieder durchaus der selben Meinung, auch, weil unter anderem Renate Meule (ILT) im Steuerungskreis „Soziale Stadt“ das Problem „bereits auf dem Schirm hat“, wie sie in die Diskussion einbrachte.

Nur: Von einer Bürgerbeteiligung war in dem Antrag der Sozialdemokraten kein einziges Wort zu lesen. Das kritisierte nicht nur Sitzungsleiter Ullrich Sander: Die Sache an sich sei durchaus anzugehen, doch betroffen wäre ja eindeutig die Bevölkerung. Und diese müsse im Vorfeld eingebunden werden; die sollte sich also auch äußern, wo es Probleme gebe und wo die Beleuchtung die erwähnten Risiken aufweise. Ohne Einbindung der Anwohner und Nutzer entspräche der geforderte Spaziergang eher einer „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“, so der Bürgermeister. Wie man sich die Beteiligung der Taufkirchner aber vorstellt, das wurde nicht beschlossen. Der SPD-Antrag wurde dennoch abgelehnt.

Oliver Oswald

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