Wohin nur mit dem ganzen alten Rasen?

Unterhachinger Grünen wird ideologisches Handeln vorgeworfen

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Eine Biene ist auf einer Wiese mit blühendem Klatschmohn unterwegs.

Unterhaching – In den letzten Jahren kam es bei den Bürgern zu einem enormen Umdenken: Alle wollen etwas für die Umwelt tun und tatkräftig anpacken. In diesem Zuge kam es zu einem Volksbegehren, das hieß: „Artenvielfalt – rettet die Bienen“.

Klar war vor allem eines:

Bienen lieben Blumen, aber kein Gras. So entschieden sich viele, ihren Garten umzugestalten und wählten viele Pflanzen und Blumen extra besonders bienenfreundlich aus. Bei der Gartenumgestaltung kam es jedoch dann zu einem unvorhergesehenen Hindernis: Der bisherige Rasen musste entfernt werden und Unterhachinger Bürger stellten sich die Frage: Wohin nur mit dem ganzen alten Rasen? Die einzelnen Bürger fühlten sich fast vor den Kopf gestoßen. Der Grund dafür war, dass sich die Entsorgung von Rasenmaterial bei Umstellung auf bienenfreundliche Bepflanzung als extrem schwierig darstellte: Das Rasenmaterial konnte ab einer bestimmten Menge nicht einfach über die Biotonne und auch nicht über den Wertstoffhof entsorgt werden.

Grundsätzlich wird zwischen dem gemähtem Rasen, der sehr wohl über die Biotonne, dem eigenen Kompost oder den Wertstoffhof entsorgt werden kann, und einer Grassonde, beziehungsweise Grasnarbe unterschieden. Als Grasnarbe wird der zusammenhängende Bewuchs des Bodens durch Gräser und Kräuter bezeichnet, der durch geschlossenen Pflanzenbe­stand und die Wurzeln einen festen Zusammenhalt bekommt. Und eben genau diese Grasnarbe, die bei der Gartenumgestaltung unweigerlich entfernt werden muss, konnte nirgends fachgerecht entsorgt werden. Die Begründung: Sobald Gras und Wurzelwerk zusammen mit der Erde entsorgt werden, entsteht Mischabfall, welcher nicht mehr sortenrein ist. Die Bürger wandten sich also an die Grünen, die sich diesem Problem annahmen und die Verwaltung baten, zu prüfen, inwieweit eine Unterstützung, zum Beispiel durch die Bereitstellung von Con­tainern für derartige Abfälle im Wertstoffhof, für einen absehbaren Zeitraum im Frühjahr möglich wäre. Dem kam die Verwaltung nach. Allerdings ernteten die Grünen dafür in der jüngsten Gemeinderatssitzung von den anderen Parteien mächtig Kritik.

Wie Grünen-Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete Claudia Köhler HALLO berichtete, gab es eine extreme Gegenrede von FDP, SPD und CSU. „Was mich sehr gewundert hat, damit haben sie gegen ihr Wahlprogramm zum Thema Artenschutz gehandelt.“ Die FDP meinte während der Gemeinderatssitzung, „wir würden die Verwaltung aufhalten und die Verwaltung hätte Wichtigeres zu tun.“ Harald Nottmeyer (SPD) hätte den Grünen sogar zum Vorwurf, dieser gestellte Antrag sei ideologisch geprägt. Dabei gab sogar die Verwaltung zu, dass auch sie vor genau diesem Problem stand und für die Entsorgung ihrer Rasenstücke weiter wegfahren musste. Letztlich stimmten nur die drei Mitglieder der Grünen für eine Entsorgungsmethode, womit der Antrag der Grünen abgelehnt wurde. Damit werden die Unterhachinger auch weiterhin vor dieses Entsorgungsproblem gestellt werden.

Melanie Schröpfer

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