Überbleibsel aus Zeiten des Militär-Flughafens

Unterhachinger Kinder entdecken Bunker-Eingang im Landschaftspark

Beim Spielen mit seinen Freunden entdeckte Magnus aus Unterhaching den Zugang zu einem Bunker im Landschaftspark.
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Beim Spielen mit seinen Freunden entdeckte Magnus aus Unterhaching den Zugang zu einem Bunker im Landschaftspark.

Beim Spielen im Unterhachinger Landschaftspark haben Magnus und seine Freunde den Zugang zu einem unterirdischen Bunker gefunden. „Das ist gefährlich“, findet sein Vater, Rainer Hoffmann. Die Gemeinde reagierte jedoch sofort.

Für Kinder gibt es ja nichts Schöneres als durch die Natur zu streifen, in Wäldern und auf Wiesen zu spielen und zu toben und sich vor Freunden zu verstecken. Ein in ihren Augen besonders gutes und interessantes Versteck haben Magnus und seine Freunde im Unterhachinger Landschaftspark entdeckt — einen unterirdischen Bunker! Natürlich trieb die Neugier die Kinder an und sie kletterten in das drei Mal sechs Meter große, mannshohe Bauwerk — sehr gefährlich wie Magnus‘ Vater, Rainer Hoffmann, findet, als sein Sohn ihm abends von seiner Entdeckung berichtete. „Das war nur ein schmaler Spalt, der in das Bauwerk führte“, sagt Hoffmann. Er habe Angst, dass die Kinder nicht mehr herauskommen. „Außerdem ist es stockdunkel in dem Bunker!“ Deswegen habe Hoffmann auch umgehend die Gemeinde Unterhaching informiert. Und diese handelte sofort!

Gleich am nächsten Tag sei der Zugang zu dem Bunker zugeschüttet worden — „vorbildlich“, wie Hoffmann findet.

Dass in diesem Fall aufgrund der Gefahr für die Kinder schnell gehandelt werden musste, sieht auch Gemeindemitarbeiterin Anke Konrad so. „Wir wissen ja auch nicht, in welchem Zustand die einzelnen unterirdischen Bauwerke sind“, sagt sie. Was man in der Gemeinde hingegen prinzipiell wisse, sei, dass sich auf beziehungsweise unter dem Landschaftspark-Gelände Bunkeranlagen befinden. „Das Areal war früher schließlich mal ein Militärflughafen“, sagt Konrad. Die Bauten seien während des Zweiten Weltkriegs wohl als Lagerräume genutzt worden. Einige seien, so die Gemeindesprecherin, ober- irdisch und somit gut zu sehen. Wo genau sich die unterirdischen Anlagen befinden, wisse man in Unterhaching jedoch auch nicht genau. „Die sind alle mit Erde zugeschüttet; sie sollten schließlich, als der Flughafen noch in Betrieb war, nicht gesehen werden“, erklärt Konrad.

Später dann sei der Landschaftspark darüber angelegt worden. Durch Regen und Witterung komme es jedoch hin und wieder vor, dass das Erdreich über den Bauwerken weggespült würde. „Uns überrascht auch oft, was da so alles ans Tageslicht kommt“, sagt Konrad. Für die Gemeinde sei nach Hoffmanns Hinweis sofort klar gewesen, dass der Zugang wieder zugeschüttet werden muss. „Gleich am nächsten Tag, machten sich unsere Mitarbeiter auf den Weg dorthin“ — und schon sei der Bunker wieder dem Erdboden gleich gewesen. „Falls das nicht ausreichen sollte, werden wir den Bereich absperren beziehungsweise den Eingang zumauern“, erklärt Konrad. Auch Kontrollgänge über das Gelände durch die Gemeinde, sollen von nun an noch öfter stattfinden. „Wir wollen ja schließlich, dass die Unterhachinger Bürger ihre Kinder wieder ganz beruhigt im Landschaftspark spielen lassen können“, sagt Gemeinde- mitarbeiterin Konrad. 

Tanja Buchka

Vom flughafen zum Park

Der Flugplatz, der sich auf dem Gelände des Landschaftsparks befand, wurde unter dem Namen Flugplatz München Süd 1933 eröffnet. Dort wurden militärische Fliegerausbildungen durch den Deutschen Luftsportverband durchgeführt. Zwischen den Jahren 1935 und 1945 wurde der Flugplatz von der Luftwaffe genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Flugplatz zunächst als Airfield R.85 und später unter dem Namen Neubiberg Air-Base ein Stützpunkt der United States Air Force. Erst 1958 übernahm die Bundeswehr den Stützpunkt. Von 1971 bis 1977 war die Fliegerhorstgruppe Neubiberg dort stationiert, die von der Fliegerhorststaffel Neubiberg abgelöst wurde, die bis 1991 bestand. Im Jahr 1997 hat die Gemeinde Unterhaching einen Großteil des Geländes des ehemaligen Fliegerhorsts Neubiberg mit rund 126 Hektar gekauft und ab 2001 schrittweise mit der Umgestaltung begonnen. Inzwischen befindet sich dort er Landschaftspark Hachinger Tal, ein beliebtes Naherholungsgebiet.

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