Die Qual der Wahl: Welcher der fünf Kandidaten schafft es ins Rathaus?

Taufkirchens Bürgermeisterkandidaten im HALLO-Check

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Bei der Podiumsdiskussion am 19. Februar stellten sich die Bürgermeisterkandidaten den Fragen von Münchner Merkur-Redakteurin Doris Richter (3.v.r.).

2014 zog Bürgermeister Ullrich Sander als parteiloser erstmals in Taufkirchner Rathaus ein. Nach seinem Vorgänger Jörg Pötke, der 2012 suspendiert wurde, konnte er viel im Ort bewegen. Doch im Gemeinderat stößt der Amtsinhaber immer wieder auf große Widerstände.

Bei den Kommunalwahlen am 15. März wollen gleich vier Herausforderer Sander im Rathaus ablösen. Mit Matteo Dolce (SPD) und David Grothe (Bündnis 90/Die Grünen) werfen zwei junge Politiker ihren Hut in den Ring. Maike Vatheuer-Seele (FDP) tritt als einzige Frau für das Amt an. Und für Michael Lilien­thal (Freie Wähler) ist es bereits der dritte Anlauf für den Bürgermeisterposten.

FDP: Maike Vatheuer-Seele

Was macht für Sie den Charakter Taufkirchens aus? 

Es ist groß genug, um die Bedürfnisse des täglichen Lebens gut befriedigen zu können. Und klein genug, um sich geborgen zu fühlen. Vor allem das soziale Leben, die Vereine und Gemeinschaften sind wichtig für mein Wohlbefinden hier.

Warum sind Sie die Richtige für das Bürgermeisteramt? 

FDP: Maike Vatheuer-Seele, 48 Jahre, Angestellte in einer Beteiligungsgesellschaft, verheiratet, zwei Kinder

Weil wir in Taufkirchen in diesen Zeiten jemanden brauchen, die Taufkirchen fit macht für die Zukunft. Ich bin eine Macherin, die gerne die Extra-Meile geht, um ihr Ziel zu erreichen.

Wo sehen Sie in Taufkirchen noch Verbesserungspotenzial? 

Wir brauchen einen ÖPNV rund um die Uhr sowie Mietwohnraum für einen Quadratmeterpreis deutlich unter 12 Euro und wir müssen für sehr junge und genau so für lebensältere Menschen die richtigen Betreuungsangebote ausbauen.

Welche Maßnahmen planen Sie, um den Umweltschutz in der Gemeinde weiter zu optimieren? 

Unsere Baumschutzverordnung muss unbedingt erhalten bleiben und angewendet werden, regenerative Energien wie Photovoltaik oder Geothermie müssen wir weiter fördern. Und als alljährliche Maßnahme sollten unsere Blühstreifen zahlenmäßig noch wachsen.

Was sind Ihre drei Hauptziele, die Sie in der nächsten Amtsperiode verwirklichen möchten? 

Ich möchte für die Gemeinde eine private Wohnungsbaugenossenschaft gründen, die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder durch eine 24-Stunden-KiTa und für Senioren durch Tages- und Kurzzeitpflegeplätze ausbauen sowie unter Bürgerbeteiligung die Kegelfelder zu einer Neuen Ortsmitte entwickeln.

CSU (parteilos): Ullrich Sander, 55 Jahre, amtierender Bürgermeister, verheiratet, keine Kinder

CSU (parteilos): Ullrich Sander

Was macht für Sie den Charakter Taufkirchens aus? 

Taufkirchen ist in jeder Hinsicht erhaltenswert bunt. Das betrifft das Ortsbild mit Grün- und Freiflächen, die Bevölkerungs- und Infrastruktur und das Vereinsleben. Taufkirchen ist meine Heimat.

Warum sind Sie der Richtige für das Bürgermeisteramt? 

Sowohl auf sozialer Ebene wie in vielen Fachbereichen habe ich meine Qualitäten bewiesen. Vor allem habe ich für unsere Bürger immer ein offenes Ohr und kann dank meiner Ausbildung und beruflichen Erfahrung direkt und unbürokratisch helfen. Als parteifreier Kandidat bin ich für alle die richtige Wahl.

Wo sehen Sie in Taufkirchen noch Verbesserungspotenzial? 

Taufkirchen ist gut aufgestellt. Wohnraum für Taufkirchner, Wohnen im Alter, Klimawandel, Kinderbetreuung oder Verkehr sind jedoch drängende Themen.

Welche Maßnahmen planen Sie, um den Umweltschutz in der Gemeinde weiter zu optimieren? 

Vieles wurde bereits optimiert, für Weiteres ist der Gemeinderat meinem Vorschlag gefolgt, einen Fachmann einzustellen.

Was sind Ihre drei Hauptziele, die Sie in der nächsten Amtsperiode verwirklichen möchten?

1. Die Fußgängerpassagen müssen wiederbelebt, die Bahnhofsbereiche aufgewertet werden. 2. Das Seniorenwohnheim hat obere Priorität, die Ärzteversorgung und die Kinderbetreuung müssen gesichert bleiben, Wohnmöglichkeiten fürs Alter müssen geschaffen werden. 3. Es braucht Alternativen zum Individualverkehr. Im Kreistag möchte ich für den ÖPNV neue und effektive Lösungen finden.

SPD: Matteo Dolce

Was macht für Sie den Charakter Taufkirchens aus? 

Wir haben viele grüne Wiesen und weite Felder. Wir leben auf dem Land und nicht in der Stadt. Und ich will, dass das auch weiterhin so bleibt.

Warum sind Sie der Richtige für das Bürgermeisteramt?

Wenn ich durch Taufkirchen spaziere, dann sehe ich viele Möglichkeiten. Deswegen habe ich mit meiner SPD einen Plan entwickelt, der weit in die Zukunft schaut und zugleich die ganz konkreten Probleme von heute löst (taufkirchen-morgen.de). Wer meinen Plan gut findet, sollte mir seine Stimme geben.

Wo sehen Sie in Taufkirchen noch Verbesserungspotenzial? 

Taufkirchen muss viel stärker gegenüber Investoren auftreten und darf sich nicht an der Nase herumführen lassen. Eine zunehmend baufällige Lindenpassage ist nicht zu dulden.

Welche Maßnahmen planen Sie, um den Umweltschutz in der Gemeinde weiter zu optimieren?

Die Gemeinde muss vorangehen und klimaneutral handeln. Zudem müssen wir das Bewusstsein für den Klimaschutz schärfen.

Was sind Ihre drei Hauptziele, die Sie in der nächsten Amtsperiode verwirklichen möchten? 

SPD: Matteo Dolce, 30 Jahre, Verwaltungsjurist, in einer Beziehung, (noch) keine Kinder

1. KITA-Gebühren abschaffen, 2. Verkehrsprobleme lösen: Autobahn-Lärmschutz/weniger Durchgangsverkehr, 3. Bauträger müssen stärker für gemeindliche Infrastrukturmaßnahmen aufkommen.

Bündnis 90/Die Grünen: David Grothe

Was macht für Sie den Charakter Taufkirchens aus? 

Unsere Gemeinde ist sehr vielfältig. Bei uns ist ländliche Natur mit städtischer Infrastruktur und Kultur vereint. Aber auch die Taufkirchnerinnen und Taufkirchner sind wunderbar vielfältig. Hier leben Menschen aus der ganzen Welt friedlich zusammen und bereichern unsere Gemeinschaft.

Warum sind Sie der Richtige für das Bürgermeisteramt?

Bündnis 90/Die Grünen: David Grothe, 33 Jahre, Sozialwissenschaftler, verheiratet, ein Kind

Mit mir wird Taufkirchen nachhaltig mit echtem Klimaschutz, verbesserten Lebensbedingungen und blühender Natur. Denn die Natur mit ihren Wiesen, Bäumen und Tieren ist das, was unseren Ort liebenswert macht.

Wo sehen Sie in Taufkirchen noch Verbesserungspotenzial?

Bei den Themen Naturschutz, Verkehr und bezahlbarer Wohnraum haben wir unglaubliches Potential, weil in der Vergangenheit von der Rathausspitze mehr verhindert als erreicht wurde.

Welche Maßnahmen planen Sie, um den Umweltschutz in der Gemeinde weiter zu optimieren? 

Mehr Bäume pflanzen, ökologischer Bauen, Grünflächen erhalten, Nischen für Artenvielfalt einrichten, energetisch sanieren, erneuerbare Energien fördern, umweltfreundlichen Verkehr fördern und vieles mehr ...

Was sind Ihre drei Hauptziele, die Sie in der nächsten Amtsperiode verwirklichen möchten? 

Natur- und Klimaschutz gestalten, Mobilität der Zukunft ausbauen, bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Freie Wähler: Michael Lilien­thal

Was macht für Sie den Charakter Taufkirchens aus? 

Taufkirchen wird durch die S-Bahn in zwei Hälften geteilt, die unterschiedlicher nicht sein können. Der gleichwohl dörfliche Charakter muss erhalten bleiben. Taufkirchen am Wald wird von einigen schlecht geredet, obwohl die Siedlung schöner ist als viele wahr haben wollen.

Warum sind Sie der Richtige für das Bürgermeisteramt?

 Ich rede Klartext und sage vor und nach der Wahl das Gleiche. Ich habe die nötige Gelassenheit und ducke mich bei Problemen nicht weg.

Wo sehen Sie in Taufkirchen noch Verbesserungspotenzial? 

Bei der Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister, Gemeinderat und Rathausverwaltung besteht ein großes Verbesserungspotential. Immer wieder kommt es zu Irritationen, weil Informationen an den Gemeinderat unvollständig sind.

Welche Maßnahmen planen Sie, um den Umweltschutz in der Gemeinde weiter zu optimieren? 

Mögliche Maßnahmen sind überschaubar, da die Gemeinde viel getan hat, wie Anschluss der Liegenschaften an die Bio-Energie oder die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED.

Was sind Ihre drei Hauptziele, die Sie in der nächsten Amtsperiode verwirklichen möchten? 

Freie Wähler: Michael Lilien­thal, 65 Jahre, Rechtsanwalt, verheiratet, zwei Kinder

Kein Verkauf des freiwerdenden Grundstücks der Grundschule am Wald, Neubau der Mittelschule am Wald, Bau des Altenheims sowie Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes inklusive eines Parkhauses.

Iris Janda

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