Ein klares „Ja“ zur Windenergie

Taufkirchen spricht sich für Prüfung von Windkraft aus

Ein Windrad ragt aus einem Wald.
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Taufkirchen möchte prüfen lassen, inwieweit die Nutzung von Windenergieanlagen in der Gemeinde möglich ist.
  • VonIris Janda
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Taufkirchen möchte die Möglichkeit von Windkraftanlagen in der Gemeinde prüfen. Leicht abgeändert wurde der gemeinsame Antrag von Grünen/ILT, SPD und FDP einstimmig angenommen.

Wenn in den vergangenen zwei Jahren im Münchner Südosten das Thema Windkraftanlagen auf der Tagesordnung stand, war Gegenwind programmiert. In Brunnthal war dieser sogar so heftig, dass die Gemeinde im März diesen Jahres aus der gemeinsamen Arge mit Aying, Sauerlach und Otterfing zur Windenergie im Hofoldinger Forst ausgestiegen ist. Und in Höhenkirchen-Siegertsbrunn wurde für gestern eine Podiumsdiskussion zwischen Windkraft-Befürwortern und -Gegnern abgesagt, weil die Fronten zu verhärtet sind. Wer allerdings mit entsprechenden Erwartungen nun in die jüngste Sitzung des Taufkirchner Gemeinderates ging, wurde eines besseren belehrt.

Behandelt wurde dort ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen SPD, Grüne/ILT sowie der FDP. Darin fordern sie ein Bekenntnis der Gemeinde zur Windkraft als Technologie, um die gemeindlichen Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase zu erreichen. Die Verwaltung solle dazu weiterführende Beratungen beauftragen.

Diskutiert wurde in der Sitzung zwar, aber nur über Details. So soll die Gemeinde vorerst die Möglichkeit der Windkraft prüfen und sich nicht gleich dazu bekennen. Außerdem sollen auf Vorschlag von CSU-Rätin Christiane Lehners auch Freiflächen-PV-Anlagen in die Betrachtung mit einbezogen werden. Darüber hinaus wurde in dem Beschluss mit aufgenommen, dass es sich um einen offenen Planungsprozess mit der frühen Einbindung der Bürger und einer finanziellen Beteiligungsmöglichkeit handeln soll. Mit diesen Modifizierungen fand der Antrag auch von Seiten der CSU und Freien Wähler Zustimmung.

Grünen-Fraktionsvorsitzender David Grothe war damit sehr zufrieden: „Ich hätte nicht gedacht, dass der Antrag einstimmig angenommen wird, aber freue mich darüber natürlich umso mehr.“ Gerade weil in anderen Gemeinden Vorhaben zum Bau von Windkraftanlagen auch für Unmut gesorgt haben, sei es ihnen so wichtig, die Bürger früh einzubeziehen.

„Es wird nicht heißen ,dort hin kommen so und so viele Windräder‘, sondern wir erarbeiten das mit den Bürgern zusammen“, verdeutlicht Grothe. Ein weiterer Faktor, der erfahrungsgemäß für mehr Akzeptanz bei den Bürgern sorge, sei die Möglichkeit der finanziellen Beteiligung.

Noch sei mit diesem Beschluss alles sehr früh am Anfang. Im nächsten Schritt werde sich die Gemeinde zu dem Thema von der Energieagentur beraten lassen. Erst danach können der Planungsprozess angestoßen und die Bürger mit eingebunden werden.

Potenziell gebe es verschiedene Standorte im Gemeindegebiet, auf denen eine Wind­energieanlage errichtet werden könnte. Eine Möglichkeit wäre im Deisenhofener Forst, denn dort könnte die 10-H-Regel zum Abstand von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung eingehalten werden. „Aber es gibt auch andere Möglichkeiten“, sagt Grothe. So könne über einen Bebauungsplan und die Bauleitplanung von der Regel abgewichen werden.

Womöglich könnte die in Bayern gültige 10-H-Regel bald ohnehin Geschichte sein: Die SPD-Politikerinnen Seija Knorr-Köning aus München und Carolin Wagner aus Regensburg haben kürzlich beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Beschwerde gegen die Regelung eingelegt. Hintergrund ist das Urteil des Gerichts aus dem Frühjahr, dass die jüngere Generation Anspruch darauf hat, die Last des Klimawandels nicht alleine zu tragen. Laut der Klägerinnen verstoße die 10-H-Regel gegen dieses Urteil.

Iris Janda

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