Seniorenheim-Frage noch immer ungeklärt

Taufkirchen: Sondersitzung des Gemeinderats zum Neubau der Seniorenwohnanlage

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Auf einem Areal am Winninger Weg könnte der Ersatzbau für das Seniorenheim entstehen. Doch die Planung kommt nicht recht vom Fleck.

Taufkirchen – Hitzige Diskussionen und am Ende nichts wirklich Greifbares lieferte die Sondersitzung des Gemeinderats in Taufkirchen. Es ging einmal mehr um den Ersatzstandort des Seniorenheims am Hachinger Bach. Gut 30 Besucher hatten im damit vollbesetzten Rathaussaal Platz genommen, erwarteten handfeste Fakten. Die gab es nicht. Ein unabhängiger Planer soll es jetzt richten.

Der Gemeinde sitzt bei dem Neubauvorhaben die Zeit im Nacken. Schließlich läuft der Mietvertrag des Seniorenheimbetreibers 2023 aus. Es hakt beim favorisierten Ersatzstandort Winninger Weg unter anderem an der Erschließbarkeit. Nach zuvor verworfenen Flächen am Oberweg und der Mehlbeerenstraße hatte zuletzt dieses gemeindeeigene Areal das Rennen gemacht (HALLO berichtete). Es liegt gegenüber dem Wolfschneiderhof.

Eine Machbarkeitsstudie, die der Gemeinderat in früherer Sitzung gefordert hatte, sollte auch klären, wie das Grundstück erschlossen werden kann. Diese Aufgabe sollte die Verwaltung an drei Heim­investoren adressieren. Doch der Teufel steckte im Detail. Aufgrund eines Fehlers im Sitzungsprotokoll kam der Auftrag dort nicht so an. So war das Ergebnis für den Gemeinderat entsprechend kritikwürdig. 

Auf der Sondersitzung hatte Bauamtsleiter Stefan Beer nur die Studien zweier Heiminvestoren dabei. Der Dritte hatte zuvor das Handtuch geworfen. Die Pläne sahen nicht die erwarteten Erschließungen für das Areal vor. Zudem zeigten sie die komplette Überplanung des Grunds zwischen Münchner Straße, Winninger Weg, Postweg, Am Heimgarten auch mit Wohnbebauung.

Der Neubau des Seniorenheims schien angesichts dieser massiven Flächennutzung fast in den Hintergrund zu geraten. Örtlich gesehen waren die Heimstandorte hier auch zu weit vom Ortszentrum entfernt und damit nicht seniorenfreundlich. Ein ärgerliches Raunen verriet, dass die Besucher von diesen Plänen nicht überzeugt zu sein schienen.

Gefordert hatte der Gemeinderat ursprünglich aber eine Machbarkeitsstudie, die auch die Erschließungsfrage am Standort klärt. Der Fehler im Protokoll schlug Wellen. Das sorgte für einen heftigen Schlagabtausch des Gemeinderats mit der Verwaltung. „Ich sehe hier keine Machbarkeitsstudie, sondern eine Vollplanung“, kritisierte David Grothe (Grüne). Der Gemeinderat habe erneut etwas bekommen, was er nicht beschlossen habe. Vertreter unter anderem der Freien Wähler, SPD und ILT sahen das ebenso. Bürgermeister Ullrich Sander empfand dies als „böswillige Unterstellung“, gestand in Folge aber den Fehler der Verwaltung ein. „Mich ärgert auch, dass der Wortteil der Freien Wähler nicht so im Beschluss ist“.

Edith Hirtreiter (ILT) vermutete, wenn zwei Investoren zu Machbarkeitsstudien beauftragt würden, verfolgten die halt hauptsächlich ihre Interessen. „Ich schlage deshalb vor, einen unabhängigen Städteplaner zu beauftragen“. Dem folgte das Gremium letztendlich. Auf Beschluss des Gemeinderates soll jetzt ein unabhängiger Planer das Pro­blem anpacken und den Bau und die Erschließung untersuchen. Dies jedoch nur im Planungsbereich östlich des Hachinger Baches bis zu einer gedachten Linie, die vom Burschenverein-Gelände nach Norden verläuft.

Drei Erschließungswege sollen dabei in den Fokus rücken: einmal über eine Brücke am Köglweg, über das Grundstück des Burschenvereins und noch über den Heimgarten. Mit nur einer Gegenstimme votierte der Gemeinderat dafür.

KRB

Beteiligung der Bürger vertagt

Mit beinahe 220 Unterschriften ans Rathaus haben Taufkirchner ihre Bitte zur Bürgerbeteiligung ausgedrückt. Sie wollen mit ihren Sorgen und Wünschen beim Thema „Seniorenheim-Neubau“ mitgenommen werden. Die Entscheidung darüber wurde auf der Sondersitzung mit 14:10-Stimmen vertagt. Der Rat will zunächst das Ergebnis der beauftragten Studie abwarten.

KRB

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