Nicht auf Kraft kommt es an – Taktik ist alles

Taufkirchens neuer Padel Court im HALLO Selbstversuch

Ein Teil der HALLO-Redaktion testete den neuen Padel Court in der Gemeinde Taufkirchen.
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Ein Teil der HALLO-Redaktion testete den neuen Padel Court in der Gemeinde Taufkirchen.

Die Trendsportart Padel, eine Mischung aus Tennis und Squash ist nun mit dem zweiten Court im Landkreis nach Taufkirchen gekommen. HALLO-Volontärin Melanie Schröpfer nahm sich der neuen Sportart gemeinsam mit ihren Kollegen Iris Janda und Jens Verhey im Selbstversuch an.

Taufkirchen – Dass Taufkirchen nun einen Padel Court hat, ist unter anderem Moritz Coen, dem ersten Stellvertreter des SV DJK Taufkirchen zu verdanken. „Ich habe den Padel Court damals beim Sportscheck in Unterföhring gesehen und war begeistert. Zum Geburtstag habe ich dann von meinen Freunden einen Padel Schläger bekommen – als Motivation, hier ebenfalls einen Padel Court hin zu bauen“. Unterstützt wurde der Bau des Courts von dem DJK-Verband und nun ist er tatsächlich seit vergangenen Monat im Spielbetrieb. Aber von vorne: Als in der Redaktion bekannt wurde, dass in Taufkirchen ein Padel Court eröffnet wird, wusste zunächst niemand so recht etwas mit der Begrifflichkeit anzufangen. Doch nach kurzer Recherche war klar: Das müssen wir ausprobieren!

Die Trendsportart Padel ist eine Mischung aus Squash und Tennis. Anders als beim Tennis aber, ist der Sand auf dem Spielboden nicht rot, sondern blau. Um das deutlich kleinere Spielfeld herum, ist an den beiden Längsseiten ein Gitter angebracht, an der Stirn- und Rückseite sollen Kunststoffgläser das Abprallen des Balles ermöglichen und dem Spieler eine zweite Chance geben. Denn gespielt wird immer im Doppel über ein Netz. Schafft der gegnerische Spieler es nicht, den Ball zurück zu schlagen, kann er ihn an der Kunststoffscheibe abprallen lassen und erneut zum Schlag ausholen. Hier besteht die Parallele zum Squash, bei dem die Wände ebenfalls in das Spiel einbezogen werden dürfen.

Wer mich kennt, weiß: „Melanie Schröpfer ist keine Sportkanone“. Wer mich kennt, weiß aber auch: „Melanie Schröpfer ist äußerst neugierig“. Da die Bälle leichter sind und das Spielfeld kleiner ist als beim Tennis, ist beim Padel kein großer Kraftaufwand gefragt. Meine Kollegin Iris Janda und ich hatten im Gegensatz zu unserem Praktikanten Jens Verhey keinerlei Tennis-, geschweige denn Squash-Erfahrung. Dennoch war ich guter Dinge und mein Ehrgeiz die Herausforderung zu meistern, geweckt – zumal die Wand ja zur Hilfe genutzt werden konnte.

Aller Anfang ist schwer

Wir verabredeten uns also vergangene Woche um 16 Uhr mit Sebastian Gallus, Geschäftsführer des SV-DJK Taufkirchen und Moritz Coen. Auf dem Parkplatz angekommen, machten wir uns gemeinsam auf dem Weg zu der Anlage. Doch von Tennisplätzen, geschweige denn einem Padel Court, war weit und breit nichts zu sehen. Zu dritt suchten wir das Gelände ab, doch nach 15 Minuten half nichts anderes mehr, als beim SV DJK anzurufen und nach dem Weg zu fragen. „Das ist alles ausgeschildert und eigentlich leicht zu finden“, sagte die freundliche Frauenstimme am anderen Ende der Leitung. Wir drei sahen uns um, die Frau am Telefon live dabei. Doch war weit und breit nichts zu sehen. Ich war verwirrt: „Wir stehen hier auf dem Gelände von Ihnen. Am Köglweg, aber wir sehen nichts“. Und genau hier lag das Problem: Wir waren an der falschen Adresse. Mir war das in Anbetracht meiner Berufswahl schon etwas unangenehm. Recherche? Dachte ich zu kennen.

Wir waren zwar auf dem Gelände des SV-DJK am Köglweg 99, doch ist der Padel Court auf dem Gelände der Sportinsel Taufkirchen aufgestellt. Denn der Padel Court – das hatte ich im Vorfeld recherchiert – ist ein Gemeinschaftsprojekt. Dabei lag die Lösung eigentlich auf der Hand: Über die Homepage des SV-DJK geht es zur eigens eingerichteten Webseite www.padel-taufkirchen.de mit der richtigen Adresse.

Wir liefen also zurück zum Parkplatz und fuhren nun zur richtigen Adresse: Birkenstraße 169. Es war zwanzig nach vier, das Spiel hatte noch nicht begonnen und ich war dennoch furchtbar nassgeschwitzt. Glücklicherweise empfingen uns Gallus und Coen freundlich und wiesen uns direkt in das Spiel ein. Und dann ging es los – zumindest mehr oder weniger. Denn wie eingangs schon erwähnt, haben meine Kollegin und ich keinerlei Vorerfahrungen gehabt. Allerdings war ich die unsportlichste von allen. Das spürte ich auch, denn anstatt den auf mich zufliegenden Ball mit dem Schläger zurück zu feuern, wich ich ihm aus. Ja, ich hatte das Prinzip des Spiels grundsätzlich verstanden, nur habe ich als Kind schon im Sportunterricht alle Bälle mit meinem Gesicht statt mit meinen Händen gefangen. Ich atmete durch und nahm mir vor einfach draufzuhauen. Das klappte ganz gut, nur flog der Ball meist über das Gitter hinaus auf den angrenzenden Tennisplatz.

Ehre dem, dem Ehre gebührt

Gezählt werden die Punkte wie beim Tennis: 15, 30, 40. Anfangs zählte Sebastian Gallus noch mit und glich meine schlechten Schläge mit super Punktlandungen aus.

Doch irgendwann war es „im Zweifel ein Punkt für das gegnerische Team“, wie Gallus lachend erklärte. Coen und Gallus zeigten mir, wie ich die Wand für mich nutzen kann und wie ich den Schläger am besten halte. Nach einer guten Stunde des Probierens hatte ich den Dreh raus und es kam tatsächlich zu einem Ballwechsel. Stolz wie Oskar beendeten wir das Spiel dann mit einem klaren, oder wohl eher kollegialen Unentschieden.

Nicht ohne Grund schießen gerade in den Niederlanden und Schweden Padel Courts wie Pilze aus dem Boden, denn der Spaßfaktor ist für Jung und Alt, für Profis oder Anfänger, mehr als gegeben. Teamgeist und Ehrgeiz werden geweckt und nicht auf Kraft kommt es an, sondern auf die Taktik. Gerade deshalb sei Padel auch bei Fußballern sehr beliebt, wie Gallus und Coen berichteten. Top-Stürmer Zlatan Ibrahimovic habe erst kürzlich einen eigenen Padel Club eröffnet.

Alles in allem ist Padel eine Sportart, die für Jedermann geeignet und sogar für Sportmuffel wie mich einfach zu erlernen ist. „Einen Trainingskurs gibt es für das Padel noch nicht“, erzählt Sebastian Gallus. Doch mit wachsender Nachfrage, werde es diese sicherlich schon bald geben. Derzeit kann der Padel Court ab 24 Euro pro Stunde gebucht werden. Mit sechs Euro pro Person ein erschwingliches Freizeitangebot. Auch Bürgermeister Ullrich Sander, war begeistert und spielte eine Runde bei der Eröffnung. Im Winter soll dieser Spaßfaktor erhalten bleiben, denn ein Dach soll noch bis Oktober gebaut werden. Insgesamt soll der Padel Court dann auch beheizt werden.

Melanie Schröpfer

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