Grünzug „Park am Wald“ günstiger gestalten

Große Einsparungen in der Planung der Sozialen Stadt Taufkirchen

Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander appellierte an den Landschaftsarchitekten Andreas Rockinger, die Planung des Grünzuges „Park am Wald“ finanziell einzudämmen.
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Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander appellierte an den Landschaftsarchitekten Andreas Rockinger, die Planung des Grünzuges „Park am Wald“ finanziell einzudämmen.

Taufkrichen – Im Rahmen der „Sozialen Stadt Taufkirchen“ soll es innerhalb der Gemeinde mehr Angebot für alle Altersgruppen geben. Dazu zählt auch der Grünzug, der zwischen den Hochhäusern des Ortsteils „Am Wald“ und am Durchgang zur Lindenpassage liegt, der nun Bürgerfreundlicher gestaltet werden soll. Vor einem Jahr wurde die erste Maßnahme zur Umgestaltung des Grünzugs östlich der Platanenstraße in Taufkirchen unternommen. 

Der Landschaftsplaner und Landschaftsarchitekt Andreas Rockinger gab dem „Kind einen Namen: Park am Wald“. Im vergangenen Jahr traf sich Rockinger mit Fachleuten der Gemeinde zu einer Begehung. Gezielt sollte herausgefunden werden, was an dem Park gefällt und was verbessert werden müsste. Beteiligt daran wurden auch die Bürger. Ein Querschnitt aus Jung und Alt ergab, dass die Sitzgelegenheiten und die Beleuchtungen in jedem Fall ausgebaut werden sollten. Insgesamt konnte das Landschaftsarchitekturbüro Rockinger 470 Beiträge auswerten. Grundsätzlich wurde der Park für die Planung in drei „Pakete“ aufgeteilt. 

Paket Nord, Süd und Mitte. Zu aller erst soll der im Norden liegende Teil umgestaltet werden. Angedacht hatte Rockinger mit seinem Team dafür eine Boulebahn und einen Pavillon als Treffpunkt für die Jugendlichen. Auch soll etwas für die Altersspanne 30 bis 40 Plus dabei sein: Ein Mitmach-Hochbeet, das von Taufkirchnern gepflegt und beerntet werden sollte. Eine Wasserstelle mit ruhendem Wasser, sollte hierfür als Quelle zum Gießen genutzt werden. Alles in allem könnte die Ausführung ab November diesen Jahres starten – wenn alles gut geht. 

Der Nordteil würde dann ungefähr 155.000 Euro kosten. Doch beinhaltet dieser Preis noch kein Lichtkonzept und auch noch nicht das Honorar Rockingers mit Team. Das Architekturbüro Rockinger hat viele Ideen, doch macht Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander (parteilos) klar: „Corona hat uns finanziell gewaltige Probleme bereitet und wird uns auch noch weiterhin Probleme bereiten.“ 

Auch werfen die zunächst schön klingenden Ideen des Architekturbüros Fragen im Gemeinderat auf. Rosemarie Weber (SPD) wollte wissen, ob es Paten für die Mitmach-Hochbeete geben werde und gab außerdem zu Bedenken, dass es früher bereits einen Brunnen in der Gemeinde gab, der allerdings sehr verdreckt und verschmutzt war. Außerdem warf sie ein, dass es einen kleinen Weg im Nordteil des Parks gebe, der bei den Kindern heiß beliebt sei, weil er von Wurzeln aufgebrochen sei und man darüber so wunderbar mit dem City-Roller flitzen und springen könnte. 

Dieser sei das Highlight aller Kinder im Park und dürfe keinesfalls bepflastert werden. Trotz der Förderung von 60 Prozent, die Taufkirchen als Soziale Stadt für ihre Umsetzung erhalten soll, ist fraglich, ob der Haushalt die Kosten stemmen kann. Schon der Pavillion würde 40.000 Euro kosten. Das Wasserbecken würde ebenfalls zirka 40.000 Euro kosten. Ullrich Sander stellte klar: „Ich sehe derzeit keinen Pavillon.“ 

Zu groß wäre die Belastung für den ohnehin schon strapazierten Haushalt. Richard Schmidhammer (Freie Wähler) stellte auch das Hochbeet in Frage „Ein Beet hatten wir schon bei dem Einkaufszentrum. Viele reißen die Blumen heraus und pflanzen sie dann bei sich auf dem Balkon wieder ein“. Zudem befürchten die Räte Mehrkosten, sobald die erste Begeisterung abgeebbt ist. 

Denn ein ungepflegtes Beet ist auch nicht das, was sich die Gemeinde wünscht. Nach reichlicher Diskussion und Überlegung sind sich die Räte schließlich einig. Sie alle finden die ersten Planungsvorschläge Rockingers schön, doch hapert es in der Umsetzung und die Kosten sind aufgrund der aktuellen Lage trotz Förderung nicht zu stemmen. Sander fasste stellvertretend für alle Räte zusammen: „Aus den Maximalkosten von 155.000 Euro müssen Minimalkosten gemacht werden“ Der Bürgermeister bat Andreas Rockinger seine Planung nochmals zu überarbeiten: ohne Pavellion, ohne Wasserbecken beziehungsweise einem Vorschlag zur Minimierung des Pflegeaufwands einer Wasserstelle und ohne Hochbeet. Einstimmig wurde darüber bestimmt. 

Melanie Schröpfer

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