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Taufkirchen genehmigt Konzeptidee für Isar Aerospace-Standort

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Von: Iris Janda

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Kleine Trägerrakete von Isar Aerospace
Auf einer Fläche an der A8 in Taufkirchen könnten künftig kleine Trägerraketen entwickelt werden. Doch auch andere Standorte sind im Gespräch. ©  picture alliance/dpa/Isar Aerospace

Das Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace sucht einen neuen Firmensitz. Mehrere Gemeinden in der Region bewerben sich da­r­um, noch im September s­oll eine Entscheidung fallen. Taufkirchen möchte einen Schritt voraus sein: Dort hat nun der Bauausschuss einen Bebauungsplan-Vorentwurf genehmigt.

Ludwig-Bölkow-Park I – so der Titel des Bebauungsplans für die mögliche Ansiedlung der beiden Unternehmen Isar Aerospace Technologies und Blackwave auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche nördlich der Jochen-Schweizer-Arena entlang der A8 in Taufkirchen. „Jetzt hat das Kind auch einen Namen“, so Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander (parteilos) zu Beginn der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses.

Isar Aerospace, die kleine Trägerraketen entwickelt und bisher in Ottobrunn angesiedelt ist, hat sich zwar noch nicht final für einen neuen Firmenstandort entschieden, dennoch sollte der Ausschuss bereits einem Vorentwurf des Bebauungsplans zustimmen. Dieser beruht auf ersten Angaben von Isar Aerospace. „Bei dem Entschluss geht es darum, im Wettrennen ein bisschen weiter vorne zu sein“, erklärte Sander diesen frühzeitigen Schritt.

Denn die Taufkirchner wünschen sich nicht als einzige Gemeinde in der Region, dass das aufstrebende Unternehmen sich bei ihnen ansiedelt. In den vergangenen Monaten haben auch Otto­brunn, Haar und Feldkirchen deutliches Interesse an der Firma auf ihrem Gemeindegebiet bekundet. Haar würde dafür sogar sein begehrtes „Filetstück“, die Finckwiese, zur Verfügung stellen.

Laut Bürgermeister Sander soll die Standortentscheidung noch im September fallen. Bei dem Vorentwurf gehe es lediglich darum zu informieren, wie eine Bebauung auf dem Gelände aussehen könnte, meinte Bauamtsleiter Stefan Beer. Einige Punkte seien allerdings noch zu klären. „Vor 14 Tagen gab es ein sehr zielführendes Gespräch, das schon recht deutlich das Interesse von Isar Aerospace erkennen lassen hat“, so Beer weiter.

Auf dem vorgestellten Vorentwurf ist von der Autobahn ausgehend ein 40-Meter langer, begrünter Streifen zu erkennen, der wegen des Bundesfernstraßengesetzes nicht bebaut werden darf. Daran anschließend befinden sich innerhalb der nächsten 100 Meter auch aufgrund der gesetzlichen Regelungen wegen der Lage an der Bundesautobahn lediglich Stellplätze sowie eine niedrigere Bebauung bis zu 14 Metern Wandhöhe.

Erst nach diesen 100 Metern erfolgt eine Bebauung mit vier verschieden langen, höheren Baukörpern, die maximal 30 Meter Wandhöhe haben dürfen. Ebenfalls bereits im Vorentwurf eingeplant sind größere Baupflanzungen entlang der 40-Meter-Grenze und dem südlichen Grundstücksende sowie kleinere Pflanzungen rund um die Stellplätze und entlang der Grenze zum Kindergarten an der Ludwig-Bölkow-Allee.

„Es hat sich im Grunde nichts geändert im Vergleich zum vorherigen Entwurf“, bemängelte Rudi Schwab (Grüne) das vorgestellte Konzept. Er sehe lediglich ein Gelände nördlich der Jochen Schweizer Arena mit Grünzug, aber keine genaueren Details. „Dem werde ich so nicht zustimmen“, erklärte er.

Herbert Heigl (SPD) wollte wissen, ob bereits bekannt sei, was die Firma genau an dem Standort machen möchte. Bauamtsleiter Beer verneinte dies. „Wir gehen vom allumfassenden Produktportfolio aus“, erklärte er. Wenn die Entscheidung für Taufkirchen falle, würden sie jemanden von Isar Aerospace einladen, der die genauen Pläne dem Gremium erklären könnte, meinte Rathauschef Sander.

Gabi Zaglauer-Swoboda (Grüne) wollte wissen, ob die Firma mit diesem Vorentwurf tatsächlich so hoch bauen könne. Dies sei erst zu einem späteren Verfahrensschritt möglich, wenn die Wandhöhen bei der Aufstellung des Bebauungsplans festgelegt werden. Momentan handle es sich um eine Konzeptidee ohne konkretere Objektplanung. Diese werde Isar Aerospace erst einleiten, sobald sie sich für ein Grundstück entschieden habe.

Damit ließen sich die Grünen im Ausschuss jedoch nicht vertrösten. Sie bemängelten fehlende Eckdaten und sprachen sich gegen den Beschlussvorschlag aus. Mit ihren drei Gegenstimmen wurde der vorgestellte Vorentwurf für den Bebauungsplan „Ludwig-Bölkow-Park I“ dennoch angenommen und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden beauftragt.

Iris Janda

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